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26 November 2007

Postbank vor dem Verkauf?

Offiziell ist gar nichts, aber hinter den Kullissen wird schon länger über den Verkauf der Postbank spekuliert. Heissester Aspirant ist derzeit die Deutsch Bank. Die sieht zwar laut Herrn Ackermann derzeit keinen Handlungsbedarf, denn schließlich habe man ja gerade erst die Norisbank erworben (was für ein Vergleich!).

Auch die Post hat bisher alle Verkaufsangebot ausgeschlagen, aber Herr Zumwinckel will nach der Liberalisierung der Post zum 01.01.2008 ggf. über einen Verkauf der Postbank nachdenken (klingt nach "Kriegskasse" auffüllen). Unter Einbeziehung der Pokerphase wissen wir vielleicht im zweiten Halbjahr 2008 mehr.

18 November 2007

Wie die Bankfilialen sich verändert haben...

Wer mal einen Blick auf das Aussehen und die Entwicklung von Bankfilialen seit den letzten 50 Jahren werfen möchte, kann dies gerade bei der Financial Times Deutschland tun; siehe www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/273448.html

11 November 2007

Ein Gespenst geht um...die Inflation...

Sie sind ein Sicherheitsbewusster Anleger, der Risiken grundsätzlich scheut und genau wissen möchte, wie sich sein mühsam gespartes Geld in Zukunft entwickelt? Sie möchten am liebsten wissen, wann was auf Ihrem Konto steht?

Dann gibt es ein gute Nachricht: das können Sie mit Tages-/Festgeldanlagen oder festverzinslichen Wertpapieren erreichen. Kein Risiko und eine normale, halbwegs berrechenbare Verzinsung.

Die schlechte Nachricht, die Sie auf keinem Konto- oder Depotauszug finden: trotz vielleicht akzeptabler Verzinsung haben Sie am Ende ggf. ein Minus auf dem Konto; kein Minus in Zahlen, aber ein Minus bei dem, was Sie mit dem angesparten Kapital anfangen können.

Das Zauberwort heisst: Inflation

Wir haben derzeit eine Inflationsrate von rund 2,6% (der Durchschnitt der letzten 50 Jahre lag bei rund 2,8%). Aber was bedeutet das? Die Infaltionsrate spiegelt den Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen wieder oder -umgekehrt- den Wertverlust des Geldes. Zahle ich für eine Ware heute 100 Euro, kostet mich diese in einem Jahr schon 102,60 Euro. Umgekehrt kann man sagen: 100 Euro heute sind in 30 Jahren nur noch rund 50 Euro wert (bei einer Inflationsrate von gut 2%).

Diese Inflation trifft ganz besonders den "typischen deutschen Sparer", der sein Geld klassisch auf vergleichsweise niedrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten anlegt. Nach Abzug von Steuern und nach "Abzug" der Inflationsrate ergibt sich derzeit - im besten Fall- ein Wertzuwachs von 0 %.

Dies ist besonders fatal, wenn es um die private Altersversorgung geht. Berater/innen von Banken, Versicherungen usw. legen ihren Kunden gerne tolle Berechnungen vor, die zeigen, wie hoch das angesparte Kapital in z.B. 20 oder 30 Jahren ist. Dabei kommen Beträge heraus, die dem normalen Anleger immens hoch vorkommen. ein solcher Betrag heute auf dem Konto, was könnte man sich dafür alles leisten!? Dies sorgt für ein Gefühl der Sicherheit: das Thema Altersversorgung ist damit erledigt und man muss sich künftig nicht mehr kümmern. Und genau in diesem Moment schnappt die Infaltionsfalle zu, denn in 30 Jahren sind das angesparte Kapital oder die Zusatzrente nur noch die Hälfte wert.

Die Infaltion trifft grundsätzlich alle Anlageformen mehr oder weniger direkt, also auch Aktien- oder Immobilienanlagen. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, sollte daher seine Sparraten daher zumindest "dynamisieren", also der Teuerungs-/Infaltionsrate anpassen.

16 September 2007

MiFID: Anleger erhalten mehr Rechte

Handelsblatt: Künftig sollen Anleger eine umfassendere Anlageberatung bekommen und detailliert über die Höhe der Provisionen informiert werden. Das sieht die neue EU-Richtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) vor, die ab November 2007 in Kraft tritt. Der Nutzen der neuen Regeln für die Anleger ist jedoch nicht unumstritten.

Den kompletten Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Vorsorge-Anlage/Aktuell/_pv/_p/203903/_t/ft/_b/1323503/default.aspx/anleger-erhalten-mehr-rechte-gegenueber-kreditinstituten.html

06 September 2007

Bundesregierung beschliesst Girokonto mit Pfändungsschutz

Wer als Schuldner sein Konto vor Pfändungen schützen will, muss -noch- den beschwerlichen Rechtsweg einschlagen. Nur mit einem Gerichtsbeschluss, der der Hausbank vorgelegt werden muss, kann diese dazu gebracht werden, Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse zu ignorieren.

Die Bundesregierung hat jetzt (05.09.2007) beschlossen, ein sog. “Pfändungsschutzkonto” einzuführen bzw. Banken dazu zu verpflichten, ein solches Konto auf einfachen Kundenwunsch hin einzurichten. Ein Guthaben von bis zu 985,15 Euro ist dann grundsätzlich von Kontopfändungen ausgenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um Guthaben aus dem Bezug von Arbeitslohn, Hartz 4 oder Einkommen aus selbständiger Tätigkeit handelt.

Das entsprechende Gesetz soll im November in den Bundesrat und dann Anfang nächsten Jahres vom Bundestag entgültig beschlossen werden.

13 August 2007

Hypothekenkrise wie in USA auch in Deutschland möglich?

Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem die Presse nicht über die negativen Auswirkungen der Hypothekenkrise in den USA berichtet. Glaubt man einigen Experten sind wir gerade nochmal an der größten Bankenkrise seit 1931 vorbeigeschrammt. Andere Experten sehen uns erst auf eine solche Bankenkrise zusteuern. Und wieder andere Experten finden, dass alles halb so schlimm ist.

Aber was steckt jetzt eigentlich hinter der Krise bei den US-Hypotheken- Banken?

Eigentlich ist es ganz einfach: die Krise rührt daher, dass viele US-Bürger die Raten für ihre Immobilien oder insgesamt fällige Darlehen nicht mehr zahlen können. Die Gründe dafür sind, dass zum einen die Zinsen für die Kredite in den letzten Monaten stark gestiegen sind (in den USA finanziert man Immobilien fast ausschließlich mit variablen Krediten), zum anderen sind die Immobilienkreis vielerorts massiv gesunken und Banken fordern daher höhere Sicherheiten oder die (teilweise) Rückzahlung der Kredite.

Die Entwicklung war/ist in den USA so dramatisch, dass viele Hypothekenbanken den Geschäftsbetrieb vollständig einstellen und Gläubigerschutz (“Insolvenz”) anmelden mussten.Hatte diese Entwicklung am Anfang vor allem Banken getroffen, die sich auf riskanter Finanzierungen eingelassen haben (z.B. Volfinanzierungen ohne Eigenkapital auch für Geringverdiener; sog. “Suprime-Finanzierungen”), weitet sich das ganze immer weiter aus und trifft mittlerweile auch Banken, die das “normale” Geschäft betreiben.

Künftig Probleme bei der Refinanzierung?

Banken, die Baudarlehen/Hypothekendarlehen vergeben, haben das Geld dafür nicht in der Portokasse, sondern müssen sich das Geld am Kapitalmarkt beschaffen (“Refinanzierung”). Das war in der Vergangenheit relativ simpel, denn insbesondere Fonds haben massenhaft und “blind” Kredite aufgekauft, weil sie sich davon ein gutes Geschäft versprochen haben. Nur: können die Kunden ihre Kreditraten nicht mehr zahlen, können auch die Banken nicht mehr an die Fondsgesellschaften zahlen. und vielen Fondsgesellschaften ist jetzt erst aufgegangen, dass auch derartige Hypotheken- Darlehen nicht ganz so sicher sind, wie ursprünglich gedacht.

Das grosse Problem: Banken und Investoren wie die deutsche IKB Bank wissen oft nicht, was sie da an Darlehen ausgekauft haben und wie sicher die Rückzahlung ist. Und angesichts “massenhafter” Schließungen von Hypothekenbanken in den USA, steht zu befürchten, dass diese Gelder verloren sind.In der Folge ziehen sich immer mehr Fondsgesellschaften oder andere Investoren, z.B. andere Banken, aus diesem Geschäft zurück. In der Folge fehlt es den Hypothekenbanken an Geld oder sie müssen -aufgrund des höheren Risikos- selbst höhere Zinsen zahlen.

Welche Auswirkungen hat die Krise in den USA auf Deutschland?

Über die Auswirkungen, insbesondere für den, der jetzt selbst ein Immobilienfinanzierung benötigt, sind sich die Experten nicht wirklich einig. Die eine Seite behauptet, dass Baudarlehen jetzt teurer werden, weil Banken zum einen selbst höhere Zinsen zahlen müssen und zum anderen auch die Risikozuschläge erhöhen werden. Die andere Seite behauptet dagegen, dass die Zinsen gleichbleiben oder sogar noch sinken werden, weil sich Investoren wieder auf sichere Anlagen konzentrieren, die weniger Zinsen bringen. Damit sinken ggf. auch die Refinanzierungskosten bei den Banken.

Spannend bleibt es vor allem bei den ausländischen Anbietern, die in den letzten Monaten nach Deutschland gekommen sind, um hier das Geschäft mit den sog. “Suprime-Finanzierungen” zu forcieren (wenn auch unter ganz anderen Rahmenbedingungen als in den USA). Hier bleibt abzuwarten, ob dieses Geschäft eben wegen der anderen Rahmenbedingungen in Deutschland weiter betrieben oder -z.B. mangels ausreichender Refinanzierungsmöglichkeiten- wieder eingestellt wird.

Merke: nichts genaues weiss man nicht!

Quelle: www.baufi-nord.de

23 Juli 2007

Hypo Real Estate kauft Depfa Bank

Im Fusions-Monopoly der internationalen Bankenbranche spielen auch die Deutschen wieder mit: Der Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate will die irische Depfa übernehmen. Der Deal ist fast 6 Mrd. Euro schwer. Für die Mitarbeiter besteht offenbar kein Grund zur Sorge.

Der Vorstand der Hypo Real Estate (HRE) einigte sich mit dem Direktorium der Depfa auf einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen, wie es am Montag in einer Ad-hoc-Mitteilung hieß. Als Folge dieser Vereinbarung werde die Depfa ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Hypo Real Estate. Die Vereinbarung bedarf noch der Genehmigung durch den irischen High Court und der Zustimmung der Depfa-Aktionäre.

Die Hypo Real Estate zahlt 16,14 Euro je Depfa-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von rund 17 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag. Insgesamt zahlen die Münchner für die Depfa rund 5,7 Mrd. Euro. Die Börsianer sehen die Transaktion kritisch und monieren den hohen Kaufpreis. Die HRE-Aktie verlor rund sechs Prozent.


Den vollständigen Artikel lesen Sie unter: www.ftd.de/unternehmen/:Hypo%20Real%20Estate%20Depfa%20Bank/229754.html

27 Juni 2007

Immobilien: Finanzinvestoren flüchten vom deutschen Markt

Die Welt v. 26.06.2007: Kehrtwende auf dem deutschen Wohnungsmarkt: Angelsächsische Finanzinvestoren wie Cerberus und Blackstone stoßen derzeit im großen Stil ihre erst kürzlich erworbenen Immobilien wieder ab. Die Renditen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück, die Mieten stiegen nicht im erhofften Maße.

Angelsächsische Private Equity Funds ziehen am deutschen Wohnungsmarkt die Notbremse. Nachdem der US-Investor Blackstone bereits 31.000 Wohnungen an die Immobilientochter des italienischen Mischkonzern Pirelli veräußert hat, will nun die Beteiligungsgesellschaft Cerberus ihre 22.000 Baubecon-Wohnungen abstoßen, darunter auch 5.900 Wohnungen in Berlin. Marktbeobachter sind nicht überrascht: „Viele Investoren haben sich verkalkuliert“, weiß Frank Kammerer von der Wiesbadener Berner Group, die Immobilienportfolios für Investoren analysiert.

......

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.welt.de/finanzen/article976806/Finanzinvestoren_fluechten_vom_deutschen_Markt.html

18 Juni 2007

Volks- und Raiffeisenbanken schicken Sparkommissare aus

Die rund 1 200 deutschen Genossenschaftsbanken wollen ihre Kosten drastisch senken. Sie schauen sich deshalb die besten des Verbundes an, um von denen zu lernen. Die Mitarbeiter müssen sich auf einige Veränderungen gefasst machen.....

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1281580/default.aspx/volks--und-raiffeisenbanken-schicken-sparkommissare-aus.html

05 Juni 2007

Haftbefehle gegen Manager der Göttinger Gruppe

Ergänzung/Nachtrag v. 08.06.2007: für die zur Göttinger Gruppe gehörende Securenta wurde jetzt auf Betreiben eines Gläubigers Insolvenzantrag gestellt und ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt ( Notar Peter Knöpfel, Hamburg).

05.06.2007: Bei drei Managern der Göttinger Gruppe hagelt es Haftbefehle: insgesamt 170 sog. "Erzwingungshaftbefehle" wurden jetzt erlassen. Ziel dieser Haftbefehle ist die Abgabe der eideststattlichen Versicherung duch die Manager. Und letztlich kann es auf die Insolvenz der Göttinger Gruppe hinauslaufen.

Neben diesen Haftbefehlen ermittelt u.a. die Staatsanwaltschaft Brauschweig wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und Betrug wegen der Nicht-Auszahlung von Anlegergeldern.

In den neunziger Jahren war die Göttinger Gruppe der größte Anbieter staatlich geförderter "atypischer" Beteiligungen. Das als Altersvorsorge "Secu-Rente" vertriebene Anlagemodell, bei dem der Kunde stiller und damit einflussloser Unternehmensteilhaber wird, war ziemlich schnell umstritten. Solche Beteiligungen unterliegen bis heute keinerlei Aufsicht durch die Finanzbehörden. Aber die Göttinger hielten mit geschicktem Marketing gegen die Kritik: Die Vorstandsmitglieder ließen sich mit hochrangigen Politikern ablichten, das Unternehmen sponserte u.a. den VfB Stuttgart und gewann sogar einen Tagesschau-Sprecher für ein Werbevideo.

Anleger, die in den letzten Monaten ihr Geld zurückbekommen haben, sollten sich nicht zu früh freuen: meldet die Göttinger Gruppe Insolvenz an, wird der Insolvenzverwalter ggf. die Gelder zurückfordern, die bis zu 12 Monate vor Eröffnung des Verfahrens ausgezahlt wurden. Und auch die übrigen Anleger müssen mit Nachforderungen in Höhe der noch nicht einbezahlten Einlage rechnen.

Was können Anleger der Göttingner-Gruppe tun?

Ich würde jedem Anleger raten, sich unverzüglich mit einer Verbraucherzentrale oder einem Fachanwalt/einer Fachanwältin in Verbindung zu setzen. Dabei sollte auch geprüft werden, ob die Vermittler dieser Beteiligungen in die Haftung genommen werden können. Allerdings dürfte auch bei denen selten wirklich etwas zu holen sein.

31 Mai 2007

Verkauf von Krediten an Investoren: Anzeige gegen Sparkasse

Ermittlungen gegen Wedeler Stadtsparkasse

Vorwurf des Geheimnisverrats. 84-jährige Mutter einer betroffenen Kreditnehmerin beging Selbstmord. Institut: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

Vor fast genau einem Jahr war Achim Thöle ein gefragter Redner. Bei der "1. Deutschen Distressed-Assets-Konferenz" in Frankfurt referierte der Chef der Stadtsparkasse Wedel über seine Erfahrungen beim Verkauf von Krediten, die von den Schuldnern nicht mehr getilgt werden konnten. Die Sparkasse hatte zuvor 636 Kredite an die Schweizer Großbank Credit Suisse verkauft. Während Thöle damit Altlasten loswurde, begann für die rund 200 betroffenen Kreditnehmer ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und der Furcht vor Zwangsversteigerungen.

Lange blieb es ruhig in Wedel, doch als eine der Kreditnehmerinnen ihre Raten nicht mehr bezahlen konnte und sich ihre 84-jährige Mutter das Leben nahm, entbrannte die Diskussion über die moralische Richtigkeit des Sparkassendeals. Zwar fand die Wedeler Polizei keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Tod und dem Verkauf der Kredite, doch nach Aussagen der Tochter soll die alte Dame kurz vor ihrem Selbstmord gesagt haben: "Vielleicht verkauft sich eine leere Wohnung besser."

"Die Forderungen hätten nicht verkauft werden dürfen. Denn anders als Banken sind Sparkassen meist öffentlich-rechtlich. Ihre Chefs sind damit Amtsträger. Falls die Kunden dem Verkauf der Kredite nicht zugestimmt haben, haben sie zudem den Tatbestand des Paragrafen 203 des Strafgesetzbuches erfüllt", sagte Michael Middelmann. Der Jurist vertritt viele der betroffenen Sparkassenkunden. Ihm geht es um Geheimnisverrat, weil Daten weitergegeben worden sein sollen, ohne zuvor die Kunden zu fragen.

Der Deal beschäftigt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Kiel, nachdem Anzeigen gegen die Stadtsparkasse Wedel eingegangen sind. "Ein Ergebnis der Ermittlungen liegt noch nicht vor", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick dem Abendblatt. "Ich kenne Kreditnehmer, deren Einverständnis zum Verkauf der Forderungen nicht vorlag", sagte Middelmann, während die Sparkasse die Anschuldigungen zurückweist. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen", so der Vorstandsvertreter des Instituts, Jürgen Köhn. Mehr wollte er nicht sagen, auch nicht, warum im Strategiepapier zum Verkauf, das dem Abendblatt vorliegt, das Projekt Kilimandscharo genannt und mit Giraffen und Elefanten illustriert wurde.

Ob Sparkassen als öffentlich-rechtliche Körperschaften Forderungen verkaufen dürfen ist umstritten. So prüft auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) derzeit erstmals, ob solche Verkäufe rechtens sind. "Sie entsprechen grundsätzlich nicht der Geschäftspolitik der Sparkassen-Finanzgruppe und sie spielen bei uns so gut wie keine Rolle. Allerdings agieren Sparkassen eigenständig und in wenigen Einzelfällen ist es dazu gekommen", begründet DSGV-Sprecher Stefan Marotzke, warum das Thema erst jetzt akut wird. Keine Verkäufe gab es bislang bei der Haspa, wie Sprecherin Stefanie von Carlsburg sagte. In Einzelfällen würde die Haspa aber den Deutschen Inkasso-Dienst mit dem Eintreiben von Forderungen beauftragen.....

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.abendblatt.de/daten/2007/05/30/747940.html

25 Mai 2007

HVB führt neues Boni-System ein

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) ändert das System der Bonuszahlungen an ihre Mitarbeiter. Ab Juli wird schrittweise ein so genannter deterministischer Bonus eingeführt: Die Mitarbeiter sollen danach bereits zu Jahresanfang die Höhe ihrer Boni kennen.

FRANKFURT. „Das neue System ist objektiver und transparenter als die bisherige Regelung “, sagt Personalvorstand Heinz Laber. Mit dem Modell, das seit einem Jahr getestet wird, ist die Tochter der italienischen Unicredit Vorreiter in Deutschland. Zwar gibt es bei der HVB wie bei der Konkurrenz schon leistungsorientierte Boni. Doch waren die Führungskräfte bisher relativ frei in der Gestaltung der Zielvereinbarung. Damit soll jetzt Schluss sein. Künftig wird auf einem Bewertungsbogen („Scorecard“) festgehalten, inwieweit bestimmte Kriterien wie etwa die Verkaufsleistung erfüllt werden.

Die Ziele sind für alle Beschäftigten mit gleichen Aufgaben gleich. Damit dürften die nach persönlichen Vorlieben der Chefs vergebenen „Nasenprämien“ der Vergangenheit angehören, hofft ein Betriebsrat. Zudem kassiert der Mitarbeiter seinen Bonus selbst dann, wenn es der Bank schlecht geht. Schließlich weiß der Mitarbeiter im Laufe des Jahres jederzeit, welche Ziele er erfüllt und wo er noch zulegen muss.

Die Scorecard wird bis spätestens Januar 2008 für die 10 000 im Vertrieb tätigen der insgesamt 18 000 HVB-Mitarbeiter eingeführt. Sie betrifft die drei Sparten Privatkunden, Wealth Management sowie Firmenkunden. Experten halten die Boni-Ausgestaltung der HVB, die sich an ähnliche Modelle der Muttergesellschaft anlehnt, für richtig. Sie verweisen auf deutliche Vorteile gegenüber dem bisher vorherrschenden „Topf-Modell“. Dabei wird ein bestimmter Bonusbetrag für die gesamte Bank oder Einheit festgelegt, aus dem alle in Frage kommenden Mitarbeiter bedient werden. Das Problem: Jeder einzelne erhält weniger Geld, je mehr Mitarbeiter ihre Ziele erfüllen. „Da ist der falsche Anreiz: Wer gut ist, soll gut verdienen“, sagt Hans-Jörg Kuttler von der Unternehmensberatung ZEB....

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/news/Karriere/Arbeit-Geld/_pv/_p/200813/_t/ft/_b/1272698/default.aspx/hvb-fuehrt-neues-boni-system-ein.html

Eine Sparkasse wagt den Nulltarif

In den vergangenen Jahren haben die Direktbanken mit ihren kostenlosen Girokonten den alteigesessenen Kreditinstituten die Kunden weggeschnappt. Die privaten Filialbanken haben zwischenzeitlich mit eigenen Nulltarif-Konten reagiert. Die Sparkassen dagegen versuchten, das Problem auszusitzen. Nun ist eine aus der Nichtstuer-Front ausgeschert.

FRANKFURT. Die Sparkasse Karlsruhe wird am 15. Juni ihr kostenloses Girokonto für alle Neu- und Bestandskunden mit viel Werbeaufwand starten und reagiert damit auf den deutlich verschärften Wettbewerb in den vergangenen Monaten. „Der Handlungsdruck hat sich insbesondere 2006 spürbar erhöht. Wir wollen vor allem die aktiv Erwerbstätigen mit guten Einkommen halten und zurückgewinnen“, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Huber dem Handelsblatt.

Mit dem Vorstoß für ein kostenloses Girokonto weichen die Karlsruher von der vorgegeben Linie des Dachverbands der Sparkassen DSGV ab. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis hat wiederholt die Einführung von kostenlosen Girokonten für alle Kunden abgelehnt und Angebote privater Banken als „Mogelpackungen“ bezeichnet, weil die Kunden an anderer Stelle dann mehr zahlen müssten. Huber betont aber, dass die Preise für alle übrigen Dienstleistungen nicht angehoben würden. Der millionenschwere Ausfall bei den Kontogebühren pro Jahr solle über neue Abschlüsse bei der Altersvorsorge, dem Fondssparen oder in der Vermögensverwaltung mindestens wett gemacht werden.


Die Sparkasse Karlsruhe wird nach Ansicht von Beobachtern die übrigen rund 460 Institute unter Druck setzen, hier nachzuziehen. Allerdings dürften dazu nur wenige Sparkassen in der Lage sein, weil die Gebühren ein wesentlicher Ertragsbringer sind. Im Durchschnitt aller Sparkassen liegt der Anteil der Provisionserlöse aus Girokonten bei gut 25 Prozent der Gesamterträge, schätzen Insider.

Deshalb war das Angebot an kostenlosen Girokonten bei den Sparkassen bisher auf enge Zielgruppen wie etwa Schüler oder Auszubildende oder nur auf die Onlinekontoführung beschränkt. Bis heute haben es die Sparkassen geschafft, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das dichte Filial- und Geldautomatennetz und die persönliche Betreuung zu lenken und damit das Preisthema unter den Teppich zu kehren. Aber langsam brechen die Dämme.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1272718/default.aspx/eine-sparkasse-wagt-den-nulltarif.html

24 Mai 2007

Landesbank Berlin übernimmt Netbank

Die Landesbank Berlin übernimmt von den Sparda-Banken 75% der Anteile an der Netbank AG und legt sich so eine Direktbank zu. Damit ist die Landesbank Berlin dann die dritte Landesbank mit einer eigenen Direktbank. Kurios dabei: die Landesbank Berlin steht selbst zum Verkauf. Abgesehen davon macht sie sich im Lager der Sparkassen mit diesem Kauf nicht wirklich beliebt. Die Sparkassenorganisation lehnt eigene Direktbanken, weil Konkurrenz zu den Sparkassen vor Ort, grundsätzlich ab.

23 Mai 2007

DG-Hyp und Münchener Hyp fusionieren

Unter den deutschen Genossenschaftsbanken bahnt sich eine Großfusion an. Die Hamburger DG Hyp und die Münchener Hypothekenbank wollen sich zusammenschließen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde bereits unterschrieben, teilten die beiden Banken gestern mit. In weiteren Gesprächen sollen nun die Details der künftigen strategischen Ausrichtung festgelegt werden. Der rechtliche Sitz des neuen Instituts soll München sein.

Den vollständigen Artikel lesen Sie unter: www.abendblatt.de/daten/2007/05/23/744520.html

30 April 2007

Bank of America: so wird beim Marktführer gearbeitet

Wetten, dass viele deutsche Bankmanager von den Bedingungen bei der Bank of America (BofA)träumen? Dort fährt man nämlich satte Gewinne mit Privatkunden ein - über ein für deutsche Verhältnisse brutal anmutendes Geschäftsmodell.

Die Arbeit, insbesondere der Verkauf, sind knallhart organisiert. Die Mitarbeiter in den runde 5.800 (!) Filialen bekommen Tagesziele, die unbedingt erfüllt werden müssen. Da ist es auch kein Wunder, dass jeder Benutzer eines Geldautomaten von einem Mitarbeiter der Bank angesprochen werden soll, um aktiv Finanzprodukte zu verkaufen. Cross-Selling steht bei den Kollegen in den USA hoch im Kurs. Dass die Mitarbeiter vor den Filialen potentielle Kunden auf der Strasse ansprechen,ist der Normalfall.

Der Leistungsdruck ist enorm. Zielvorgabe und deren Erfüllung können in der Firmenzentrale taggenau überprüft werden. Wer seine Ziele nicht erfüllt, muss gehen.

Auch in Deutschland wird versucht, dieses Geschäftsmodell nachzuahmen; siehe Team Bank AG (easy credit) oder Fortis mit seinen Kreditshops. Noch ist das eher die Ausnahme als die Regel, aber angesichts der vergleichsweise hohen Filialdichte hier, sollten wir uns nicht wundern, wenn es künftig in deutschen Fußgängerzonen heisst: "Kommen sie näher, kommen sie ran..."

23 April 2007

Fonds: Vorgaben zu Provisionsabsprachen beißen sich

Financial Times Deutschland (23.04.2007):

Ab November gilt mit der EU-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie ein neues Grundgesetz für die Finanzbranche. Nicht nur die Banken haben mit den vielen Änderungen zu kämpfen. In dem Wust neuer Vertragsbedingungen verstecken sich etliche Stolperfallen für Anleger.

Die ab November geltende EU-Finanzdienstleistungsrichtlinie und ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) werden die Praxis der Anlageberatung in Deutschland kräftig durcheinanderwirbeln. Die Richtlinie für Märkte in Finanzinstrumenten (Mifid) gibt erstmals europaweit vor, dass Banken und Vermittler die von Produktanbietern erhaltenen Vertriebsprovisionen gegenüber ihren Kunden offenlegen müssen. Zugleich schränkt sie die Annahme solcher Kickbacks ein. Der Grund: Diese Rückvergütungen dürfen laut EU-Vorgabe nur akzeptiert werden, wenn sie die Beratungsqualität erhöhen.
Damit geht die Mifid einerseits über ein neues Urteil des BGH von Anfang März hinaus, bleibt zum anderen aber auch dahinter zurück. So hatte das Gericht entschieden, dass Banken mitteilen müssen, wie hoch die Kickbacks sind. Der Kunde solle wissen, ob die Bank ihm einen Fonds nur empfiehlt, weil sie daran verdient. Bisher haben die Banken solche Provisionen meist verschwiegen.

.....

Den kompletten Artikel finden Sie unter: www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Vorgaben%20Provisionsabsprachen/189939.html

09 April 2007

Bankrecht: Sittenwidrigkeit hilft nicht

Macht ein Bürger gegenüber der Bank falsche Angaben über seinen Verdienst, kann er sich später nicht auf die Sittenwidrigkeit der Bürgschaft berufen, wenn ihn die Bank in Anspruch nimmt. Das ist das Ergebnis einer Entscheidung des Landgerichts Coburg.

In dem zu entscheidenden Fall hatte eine Frau für ein 50 000-Euro-Darlehen ihres Lebensgefährten gebürgt. Gegenüber der Bank hatte sie dabei ein höheres Einkommen angegeben, als sie tatsächlich erzielte. Als ihr Lebensgefährte das Darlehen nicht mehr bedienen konnte und die Bank von ihr 15 000 Euro forderte, rechnete sie sich arm, um nicht selbst zu haften. Die Bürgschaft habe sie krass überfordert und sei daher sittenwidrig. Beim Landgericht Coburg drang sie mit diesen Argumenten nicht durch. Die klagende Bank habe nicht sittenwidrig gehandelt und auch nicht die emotionale Beziehung der Bürgin zu ihrem Lebensgefährten in unanständiger Weise ausgenutzt. Das Geldinstitut habe auf die Angaben über ihr Einkommen mangels gegenteiliger Anhaltspunkte vertrauen dürfen. Der pfändbare Teil ihres Gesamtverdienstes habe im Übrigen ausgereicht, die festgelegte Zinslast aus dem Darlehen auf Dauer zu tragen (Az: 23 O 949/05).

Quelle: Handelsblatt v. 08.04.2007

04 April 2007

HVB: Mogelpackung "WillkommensKonto"

Die HVB startet zur Privatkundenoffensive. Ein wichtiges Verkaufsmittel: das "kostenlose WillkommensKonto mit Guthabenverzinsung...auch für Bestandskunden"!

Klingt toll und sooooooo fair! Wenn man aber mal ins Kleingedruckte schaut, entpuppt sich das "Willkommenskonto" als halbe Mogelpackung: die 3% Guthabenzinsen gibt es nur für Beträge bis 1.500 Euro und wer das "kostenlose" Konto möchte, muss einen Sparvertrag mit mindestens 25 Euro mtl. Sparrate abschliessen.

Das hat doch alles eines sehr schalen Beigeschmack! Getreu dem Motto "Wir locken die Leute erst einmal in die Filialen....und dann schaun wir mal...."

Übrigens: der Dispo-Zinssatz bei der HVB liegt bei 13,05% p.a.. Das können andere wesentlich günstiger; auch ohne Zwang zu Koppelgeschäften!


Siehe auch: www.1x1girokonto.de/html/hypovereinsbank.html

02 April 2007

1. Sufe der Gesundheitsreform in Kraft

Seit 01.04.2007 ist die erste Stufe der Gesundheitsreform in Kraft. der wahrscheinlich wichtigste Punkt ist die Einführung einer Krankenversicherungspflicht.

In Deutschland leben schätzungsweise 300.000 Menschen ohne Krankenversicherung (nicht mitgezählt illegal in Deutschland lebende Menschen). Hauptsächlich betroffen sind aktiv oder ehemals Selbständige, die irgendwann ihre Beiträge nicht mehr zahlen konnten und denen von der Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung gekündigt wurde.

Seit 01.04. können sich ehemalige Versicherte der Krankenkassen bei ihrer alten Krankenversicherung wieder versichern. Die Krankenkassen müssen ihre "alten" Versicherten wieder aufnehmen. Vorerkrankungen oder akute Erkrankungen spielen dabei keine Rolle! Um gerade Selbständigen den Zugang zur Krankenkasse zu erleichtern wurden die Beitragsbemessungsgrenzen gesenkt. Ausserdem gibt es ein Modell für reduzierte Beiträge.

Ganz wichtig: diese Gesetzesänderung bedeutet nicht, dass der Versicherte die Wahl hat. Vielmehr besteht jetzt die Verpflichtung, sich krankenzuversichern!

Weitere details zur Gesundheitsreform finden Sie unter: www.bankmitarbeiter.de/html/gesundheitsreform1.html