Nach jahrelangem Streit billigt der Bundestag am 23.03.2007 die Einführung von börsenotierten Immobilien-AGs. In bestehende Wohnungen dürfen Reits nicht investieren. Zum Anschub gibt es zusätzliche Steuervorteile. Experten rechnen mit Börsengängen aber erst im nächsten Jahr.
Was bedeutet Reit?
Reit ist die Abkürzung für Real Estate Investment Trust. Reits sind eine bestimmte Form von “Immobilien AG”. Wesentliches Kennzeichen: Reits sind von der Gewerbe- und Körperschaftssteuer befreit, müssen dafür aber mind. 90% der Erträge an die Aktionäre ausschütten. Diese Ausschüttungen sind dann voll zu versteuern und nicht, wie sonst bei Dividenen, nur zu Hälfte.
Können Reits in alle Arten von Immobilien investieren?
Grundsätzlich ja, aber nicht bei dem deutschen Modell. Hier sind Wohnungen aus dem Bestand für Reits tabu. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Reits große Wohnungsbestände aufkaufen, um dann z.B. die Mieten zu erhöhen. Bestandswohnungen im Ausland oder Wohnungsneubauten sind davon nicht betroffen.
Wo liegen die Vorteile von Reits?
In anderen Ländern hat sich gezeigt, dass Reits nur geringe Kursschwankungen aufweisen und eine höhere Rendite bringen als andere Immobiliengesellschaften oder Immobilienfonds. Durch die andere Form der Besteuerung können Reits vor allem für Kleinanleger interessant sein; natürlich nur unter Berücksichtigung der mit einer Aktienanlage immer verbundenen Risiken.
24 März 2007
17 März 2007
Kein Darlehen ohne Spargroschen?
In der heutigen Ausgabe des Handelsblatt hat Andreas J. Zehnder (Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen e. V) auf die Risiken einer Vollfinanzierung von Wohneigentum hingewiesen (siehe www.handelsblatt.com/news/Vorsorge-Anlage/Strategie/_pv/_p/204364/_t/ft/_b/1236801/default.aspx/kein--darlehen-ohne-spargroschen.html)
Laut seinem Artikel würden wir ja jetzt in den USA, Großbritannien, den Niederlanden usw. sehen, wohin eine Finanzierung "ohne ausreichendes Eigenkapitalpolster" hinführt: geradewegs in die Pleite!
Jetzt muss man beim Lesen dieses Artikels eine wichtigen Punkt im Auge behalten: Herr Zehnder ist Lobbyist der Bausparkassen und das Kerngeschäft der Bausparkassen ist es nun einmal, Bausparverträge zu verkaufen, damit Otto-Normal-Bürger so Kapital für den Erwerb von Wohneigentum ansammelt. Kein Wunder, dass Herrn Zehnder nichts von Finanzierungen ohne Eigenkapital hält.
Aber Herr Zehnder hat noch ein Problem: Bausparkassen dürfen in dem Markt mit Vollfinanzierungen nicht mitmischen. Schließlich verbietet ihnen der Gesetzgeber Finanzierungen ohne Eigenkapitaleinsatz.
Herr Zehnder begründet seine negative Haltung mit ähnlichen Erfahrungen in den 70er (sagt aber selbst, das die meisten damals die Zinssätze nur für 5 Jahre festgeschrieben haben) und in den USA usw. Nur: Dort gibt es keine festgeschriebenen Zinssätze. Die Zinskonditionen für Bausdarlehen sind dort meist variabel und die steigende Zinsen führen tatsächlich zu erheblichen Kreditausfällen bei den Banken.
Leider hat der Autor nicht besonders gut recherchiert (oder einfach nur so keine Marktübersicht). Vollfinanzierungen sind inzwischen bis 130% des Beleihungswertes möglich und das zu Konditionen, die viele Banken sonst nur "guten" Kunden mit 20-30 Prozent Eigenkapital anbieten. Die Zinssätze können -je nach Anbieter- bis zu 20 Jahre festgeschrieben werden, um so das Risiko steigender Zinsen zu reduzieren.
Es sind auch nicht nur die "Gutverdienenden", die Wohneigentum ohne Eigenkapital finanzieren können, sondern "Normalverdiener"
Am besten aber sind die Schlusssätze:
"Es bleiben Risiken: Etwa durch den Wegfall eines Einkommens in einem Doppelverdienerhaushalt oder durch sinkende Immobilienpreise. Finanzierungen ohne Eigenkapitalpolster kommen also für den Normalverdiener, und dies ist die Masse der potenziellen Hauskäufer, nicht in Frage"
Diese Risiken haben mit der Höhe des Eigenkapitals wohl kaum etwas zu tun, sondern mit der Ratenbelastung an sich (im Verhältnis zum Einkommen). Einkommensverluste, sinkende Imobilienpreise usw. können alle Immobilienbesitzer treffen. Aber: Bei Vollfinanzierungen ist das Risiko, bei einem späteren Verkauf aud Darlehensteilen sitzen zu bleiben tatsächlich höher als bei Einsatz von Eigenkapital.
Als Kundenberater würde Herr Zehner Ihnen sicher den guten Rat geben, jetzt bloß keine Immobilie zu kaufen, sondern erst einmal Eigenkapital anzusparen. Dazu könnten Sie einen Bausparvertrag mit 1% Guthabenzinsen abschliessen. In 10 Jahren haben Sie dann vielleicht das Geld für die Erwerbsnebenkosten zusammen (oder noch ein bischen mehr). Schade nur, dass Ihre Finanzierungsbelastung dann dank gestiegener Immobilienpreise und -vor allem- Zinsen wahrscheinlich deutlich höher ist als heute.
Ihre Miete zusammen mit den Ansparraten für einen Bausparvertrag (o.ä.) würde höchstwahrscheinlich ausreichen, um -jetzt- Wohneigentum sehr solide zu finanzieren.
Aber eines ist mal klar: Wer sich jetzt den Wunsch nach einer eigenen Immobilie erfüllt - und die Rahmenbedingungen dafür sind optimal- braucht keinen Bausparvertrag mehr. Gut für Sie und schlecht für die Bausparkassen und ihren Verbandsvorsitzenden ;o))
Laut seinem Artikel würden wir ja jetzt in den USA, Großbritannien, den Niederlanden usw. sehen, wohin eine Finanzierung "ohne ausreichendes Eigenkapitalpolster" hinführt: geradewegs in die Pleite!
Jetzt muss man beim Lesen dieses Artikels eine wichtigen Punkt im Auge behalten: Herr Zehnder ist Lobbyist der Bausparkassen und das Kerngeschäft der Bausparkassen ist es nun einmal, Bausparverträge zu verkaufen, damit Otto-Normal-Bürger so Kapital für den Erwerb von Wohneigentum ansammelt. Kein Wunder, dass Herrn Zehnder nichts von Finanzierungen ohne Eigenkapital hält.
Aber Herr Zehnder hat noch ein Problem: Bausparkassen dürfen in dem Markt mit Vollfinanzierungen nicht mitmischen. Schließlich verbietet ihnen der Gesetzgeber Finanzierungen ohne Eigenkapitaleinsatz.
Herr Zehnder begründet seine negative Haltung mit ähnlichen Erfahrungen in den 70er (sagt aber selbst, das die meisten damals die Zinssätze nur für 5 Jahre festgeschrieben haben) und in den USA usw. Nur: Dort gibt es keine festgeschriebenen Zinssätze. Die Zinskonditionen für Bausdarlehen sind dort meist variabel und die steigende Zinsen führen tatsächlich zu erheblichen Kreditausfällen bei den Banken.
Leider hat der Autor nicht besonders gut recherchiert (oder einfach nur so keine Marktübersicht). Vollfinanzierungen sind inzwischen bis 130% des Beleihungswertes möglich und das zu Konditionen, die viele Banken sonst nur "guten" Kunden mit 20-30 Prozent Eigenkapital anbieten. Die Zinssätze können -je nach Anbieter- bis zu 20 Jahre festgeschrieben werden, um so das Risiko steigender Zinsen zu reduzieren.
Es sind auch nicht nur die "Gutverdienenden", die Wohneigentum ohne Eigenkapital finanzieren können, sondern "Normalverdiener"
Am besten aber sind die Schlusssätze:
"Es bleiben Risiken: Etwa durch den Wegfall eines Einkommens in einem Doppelverdienerhaushalt oder durch sinkende Immobilienpreise. Finanzierungen ohne Eigenkapitalpolster kommen also für den Normalverdiener, und dies ist die Masse der potenziellen Hauskäufer, nicht in Frage"
Diese Risiken haben mit der Höhe des Eigenkapitals wohl kaum etwas zu tun, sondern mit der Ratenbelastung an sich (im Verhältnis zum Einkommen). Einkommensverluste, sinkende Imobilienpreise usw. können alle Immobilienbesitzer treffen. Aber: Bei Vollfinanzierungen ist das Risiko, bei einem späteren Verkauf aud Darlehensteilen sitzen zu bleiben tatsächlich höher als bei Einsatz von Eigenkapital.
Als Kundenberater würde Herr Zehner Ihnen sicher den guten Rat geben, jetzt bloß keine Immobilie zu kaufen, sondern erst einmal Eigenkapital anzusparen. Dazu könnten Sie einen Bausparvertrag mit 1% Guthabenzinsen abschliessen. In 10 Jahren haben Sie dann vielleicht das Geld für die Erwerbsnebenkosten zusammen (oder noch ein bischen mehr). Schade nur, dass Ihre Finanzierungsbelastung dann dank gestiegener Immobilienpreise und -vor allem- Zinsen wahrscheinlich deutlich höher ist als heute.
Ihre Miete zusammen mit den Ansparraten für einen Bausparvertrag (o.ä.) würde höchstwahrscheinlich ausreichen, um -jetzt- Wohneigentum sehr solide zu finanzieren.
Aber eines ist mal klar: Wer sich jetzt den Wunsch nach einer eigenen Immobilie erfüllt - und die Rahmenbedingungen dafür sind optimal- braucht keinen Bausparvertrag mehr. Gut für Sie und schlecht für die Bausparkassen und ihren Verbandsvorsitzenden ;o))
13 März 2007
Hypothekenkrise wie in USA auch in Deutschland möglich?
In den USA gibt es eine ausgewachsene Krise im Geschäft mit der Finanzierung von Wohnimmobilien. Nach vorsichtigen Schätzungen von Experten sind dort derzeit rund 2,2 Mio Haushalte (!) bei den Ratenzahlungen für ihr Haus in Verzug - Tendenz steigend. Die ersten Hypothekenbanken haben bereits Konkurs angemeldet.
Ist eine solche Krise auch in Deutschland möglich?
Die Rahmenbedingungen für eine Immobilienfinanzierung in den USA und Deutschland sind kaum miteinander zu vergleichen und funktionieren nach anderen "Gesetzen".
In Deutschland macht man sich auf die Suche nach seinr Wunschimmobilie und kümmert sich anschließend um die Finanzierung dieser speziellen Immobilie. Diese Immobilie wird von der Bank bewertet, ein Bonitätscheck durchgeführt und dann entscheidet die Bank, ob und wie hoch sie diese eine Immobilie finanziert. Kommt es nicht zum Kauf dieser Immobilie, geht das Spiel bei der nächsten Immobilie grundsätzlich von vorne los.
In den USA gehen Kaufinteressenten als erstes zu ihrer Bank oder einem speziellen Anbieter von Immobilienfinanzierungen. Dort wird dann der Finanzierungsrahmen festgelegt -unabhängig von der Immobilie. Wissend, welcher Betrag finanziert wird, kann der US-Bürger sich dann auf die Suche nach einer für ihn geeigneten Immobilie machen. Kommt es tatsächlich zum Kauf, ruft er sein Darlehen bei der Hypothekenbank ab. Der Wert der Immobilie ist dabei zweitrangig.
Ausserdem gibt es in den USA noch zwei weitere unterschiede zum Deutschen Markt:
1. die Finanzierungen sind nie lange festgeschrieben; statt dessen ist es üblich, die Zinskonditionen variabel zu halten. Das war gut, so lange die Zinsen niedrig waren. Das wurde zum Problem, nachdem die Zinsen in den USA stark gestiegen sind. Damit waren und sind viele Hausbesitzer nicht mehr in der Lage, die gestiegenen Zinsraten zu zahlen.
2. in den USA befanden sich die Immobilienpreise im Steigen. Das haben viele Hausbesitzer genutzt, um ihre Immobilie weiter zu beleihen - die Hypotheken waren ja günstig- und damit reinen Konsum zu finanzieren (Auto, Reisen usw.). Nachdem die Immobilienpreise jetzt aber wieder sinken (zum Teil dramatisch), fordern die Hypothelenbanken Zusatzsicherheiten oder die (teilweise) Rückzahlung von Darlehen.
Die Fall hat in den USA also doppelt zugeschlagen:
a) stark gestiegene Zinsen
b) fallende Immobilienpreise
In Deutschland wäre es grundsätzlich auch möglich, dass Banken Zusatzsicherheiten fordern, wenn die Immobilienpreise/-werte sinken. In der Praxis kommt dies aber -bei dem selbstgenutzten Einfamilienhaus (o.ä.) kaum vor. Zum einen sind die Schwankungen nicht so dramatisch, zum anderen kalkulieren Banken eine entsprechende Reserve ein bzw. nehmen bei der Wertermittlung einen Sicherheitsabschlag vor.
Das Problem mit den steigenden Zinsen haben wir in Deutschland auch nicht in der Form wie in den USA. Hier werden die Zinskonditionen langfristig festgeschrieben, womit wir wohl weltweit einzigartig sind. Ausserdem ist es hier unüblich und in der Praxis auch kaum machbar, seine Immobilie immer weiter zu beleihen.
ABER........
Die jetzige Niedrigzinsphase haben viele Bundesbürger genutzt, um sich den Traum von den eigenen 4 Wänden zu erfüllen. Dabei sind viele an ihre eigene Leistungsgrenze gegangen und haben ihre Immobilie falsch finanziert.
Wiso falsch finanziert?
Viele Immobilien wurden nach Standard-Schema-F finanziert: einen Teil über ein Bankdarlehen mit 10jähriger Zinsbindung und 1% Tilgung, ein weiterer Teil über ein KfW-Darlehen mit ebenfalls 10jähriger Zinsbindung und einer Tilgung von ca. 2%. Hinzu kam dann oft noch ein Teil, der über einen Bausparvertrag in 10 Jahren getilgt werden soll.
Und da liegt schon das Problem: viele, viele Finanzierungen wurden zu kurz festgeschrieben ("nur" 10 Jahre) und werden zu niedrig getilgt (nur 1% jährlich). Das bedeutet, dass bei Ablauf der Zinsbindung(en) in 10 Jahren noch ca. 85% des ursprünglichen Darlehensbetrages weitere finanziert werden müssen. Sollte das allgemeine Zinsniveau dann wieder einen normalen Durchschnittswert erreicht haben, können sich die Raten "mal eben" verdoppeln. Und das dürfte für viele Immobilienbesitzer das Aus bedeuten.
Wer also glaubt, dass Zustände wie in den USA hier nicht möglich sind, der irrt. Schätzungsweise in spätestens 3-10 Jahren dürfte es auch hier verstärkt zu Kreditausfällen kommen. Und das KANN beispielsweise auch die Immobilienpreise beeinflussen. Und dann? Vielleicht werden dann ja Gerichte darüber urteilen müssen, ob Banken ihre Kunden hinsichtlich der Risiken einer Immobilienfinanzierung ordentlich aufgeklärt haben
Ist eine solche Krise auch in Deutschland möglich?
Die Rahmenbedingungen für eine Immobilienfinanzierung in den USA und Deutschland sind kaum miteinander zu vergleichen und funktionieren nach anderen "Gesetzen".
In Deutschland macht man sich auf die Suche nach seinr Wunschimmobilie und kümmert sich anschließend um die Finanzierung dieser speziellen Immobilie. Diese Immobilie wird von der Bank bewertet, ein Bonitätscheck durchgeführt und dann entscheidet die Bank, ob und wie hoch sie diese eine Immobilie finanziert. Kommt es nicht zum Kauf dieser Immobilie, geht das Spiel bei der nächsten Immobilie grundsätzlich von vorne los.
In den USA gehen Kaufinteressenten als erstes zu ihrer Bank oder einem speziellen Anbieter von Immobilienfinanzierungen. Dort wird dann der Finanzierungsrahmen festgelegt -unabhängig von der Immobilie. Wissend, welcher Betrag finanziert wird, kann der US-Bürger sich dann auf die Suche nach einer für ihn geeigneten Immobilie machen. Kommt es tatsächlich zum Kauf, ruft er sein Darlehen bei der Hypothekenbank ab. Der Wert der Immobilie ist dabei zweitrangig.
Ausserdem gibt es in den USA noch zwei weitere unterschiede zum Deutschen Markt:
1. die Finanzierungen sind nie lange festgeschrieben; statt dessen ist es üblich, die Zinskonditionen variabel zu halten. Das war gut, so lange die Zinsen niedrig waren. Das wurde zum Problem, nachdem die Zinsen in den USA stark gestiegen sind. Damit waren und sind viele Hausbesitzer nicht mehr in der Lage, die gestiegenen Zinsraten zu zahlen.
2. in den USA befanden sich die Immobilienpreise im Steigen. Das haben viele Hausbesitzer genutzt, um ihre Immobilie weiter zu beleihen - die Hypotheken waren ja günstig- und damit reinen Konsum zu finanzieren (Auto, Reisen usw.). Nachdem die Immobilienpreise jetzt aber wieder sinken (zum Teil dramatisch), fordern die Hypothelenbanken Zusatzsicherheiten oder die (teilweise) Rückzahlung von Darlehen.
Die Fall hat in den USA also doppelt zugeschlagen:
a) stark gestiegene Zinsen
b) fallende Immobilienpreise
In Deutschland wäre es grundsätzlich auch möglich, dass Banken Zusatzsicherheiten fordern, wenn die Immobilienpreise/-werte sinken. In der Praxis kommt dies aber -bei dem selbstgenutzten Einfamilienhaus (o.ä.) kaum vor. Zum einen sind die Schwankungen nicht so dramatisch, zum anderen kalkulieren Banken eine entsprechende Reserve ein bzw. nehmen bei der Wertermittlung einen Sicherheitsabschlag vor.
Das Problem mit den steigenden Zinsen haben wir in Deutschland auch nicht in der Form wie in den USA. Hier werden die Zinskonditionen langfristig festgeschrieben, womit wir wohl weltweit einzigartig sind. Ausserdem ist es hier unüblich und in der Praxis auch kaum machbar, seine Immobilie immer weiter zu beleihen.
ABER........
Die jetzige Niedrigzinsphase haben viele Bundesbürger genutzt, um sich den Traum von den eigenen 4 Wänden zu erfüllen. Dabei sind viele an ihre eigene Leistungsgrenze gegangen und haben ihre Immobilie falsch finanziert.
Wiso falsch finanziert?
Viele Immobilien wurden nach Standard-Schema-F finanziert: einen Teil über ein Bankdarlehen mit 10jähriger Zinsbindung und 1% Tilgung, ein weiterer Teil über ein KfW-Darlehen mit ebenfalls 10jähriger Zinsbindung und einer Tilgung von ca. 2%. Hinzu kam dann oft noch ein Teil, der über einen Bausparvertrag in 10 Jahren getilgt werden soll.
Und da liegt schon das Problem: viele, viele Finanzierungen wurden zu kurz festgeschrieben ("nur" 10 Jahre) und werden zu niedrig getilgt (nur 1% jährlich). Das bedeutet, dass bei Ablauf der Zinsbindung(en) in 10 Jahren noch ca. 85% des ursprünglichen Darlehensbetrages weitere finanziert werden müssen. Sollte das allgemeine Zinsniveau dann wieder einen normalen Durchschnittswert erreicht haben, können sich die Raten "mal eben" verdoppeln. Und das dürfte für viele Immobilienbesitzer das Aus bedeuten.
Wer also glaubt, dass Zustände wie in den USA hier nicht möglich sind, der irrt. Schätzungsweise in spätestens 3-10 Jahren dürfte es auch hier verstärkt zu Kreditausfällen kommen. Und das KANN beispielsweise auch die Immobilienpreise beeinflussen. Und dann? Vielleicht werden dann ja Gerichte darüber urteilen müssen, ob Banken ihre Kunden hinsichtlich der Risiken einer Immobilienfinanzierung ordentlich aufgeklärt haben
25 Februar 2007
Neu: Hypomed
Seit heute gibt es einen neuen Versuch, etwas Witz und Leichtigkeit in ein so dröges Thema wie Immobilienfinanzierungen zu bringen.
Unter www.hypomed.de finden Sie Informationen zum Thema "Forwarddarlehen". Die Webseite liest sich wie der Beipackzettel eines Medikamentes. Dazu passt, dass es in Kürze auch entsprechende Schachteln geben wird, die aussehen als handelte es sich um Kopfschmerztabletten. In der Schachtel befindet sich nicht nur der Beipackzettel, sondern auch noch zwei Hustenbonbons. Die sind für Kundenberater bei der Hausbank gedacht, wenn er beim Lesen der Angebote von "hypomed" einen Hustenanfall bekommt ;o))
Unter www.hypomed.de finden Sie Informationen zum Thema "Forwarddarlehen". Die Webseite liest sich wie der Beipackzettel eines Medikamentes. Dazu passt, dass es in Kürze auch entsprechende Schachteln geben wird, die aussehen als handelte es sich um Kopfschmerztabletten. In der Schachtel befindet sich nicht nur der Beipackzettel, sondern auch noch zwei Hustenbonbons. Die sind für Kundenberater bei der Hausbank gedacht, wenn er beim Lesen der Angebote von "hypomed" einen Hustenanfall bekommt ;o))
19 Februar 2007
Ganz schön happig: Verbraucherkredite in Japan
Geldautomaten sind weltweit längst etwas völlig normales. In Japan geht das Prinzip einen Schritt weiter: Dort gibt es nicht nur direkt Bargeld, Kunden können an diesen Maschinen direkt Kleinkredite aufnehmen. Das Geschäft mit hohen Zinsen boomt – bislang.
Wer am quirligen Bahnhof Shibuya den Hauptausgang nimmt und nach links schaut, sieht auf dem Dach eines Geschäftshauses eine blaue Werbefläche von der Größe eines halben Tennisfeldes. Der Kreditanbieter Takefuji verkündet, im neunten Stock sei einer seiner „Yen-Shops“. Im Erdgeschoss sitzt eine chinesische Wahrsagerin hinter einem Plastikvorhang. Es lärmt eine Spielautomatenhölle. Der Aufzug quietscht.
Im sechsten Stock hängt ein Schild, das um die Ecke weist. Hinter einer Tür mit der Aufschrift „Yen-Shop“ findet sich lediglich eine enge Ecke mit einer Maschine, die einem Geldautomaten ähnelt. Hier gibt es Geld auf Pump. Jeder, der Bedarf hat, kann auf Tastendruck einen Kredit aufnehmen. Diese Automaten stehen überall im Land, denn Japans Bankkunden dürfen ihr Girokonto nicht überziehen. Sie sind bei akuter Geldknappheit auf solche Yen-Shops angewiesen.
Entsprechend groß ist der Markt. Das jährlich vergebene Kreditvolumen schätzten Analysten in guten Zeiten auf umgerechnet rund zwei Mrd. Euro; zurzeit stehen etwa 34 Mrd. Euro der unbesicherten Kredite aus. Die Anbieter lassen sich das schnelle Geld ohne große Bonitätsprüfung gut bezahlen. Zinsen von knapp 30 Prozent pro Jahr sind die Regel. Für die Kreditfirmen ist das ein lukratives Geschäft mit hohen Margen, denn sie können sich bei der Zentralbank fast kostenlos refinanzieren. Das beschert ihnen satte Gewinne. Doch die Geschäftsgrundlage bricht weg.
In Tokios U-Bahnen werben Rechtsanwälte für ihre Dienste. Das ist in Japan so ungewöhnlich wie in Deutschland, doch die mögliche Kundenzahl für die Kanzleien ist zu groß, um sich das dicke Geschäft entgehen zu lassen. „Haben Sie Sorgen wegen überhöhter Zinsen?“, prangt an den Türen der U-Bahnwagen. Dann folgt eine längere Erklärung in kleiner Schrift, wer gegen seinen Kleinkreditanbieter klagen kann. Darunter steht eine kostenfreie Telefonnummer für die erste Beratung.
Der Gesetzgeber hat den Juristen ein Geschäftsfeld eröffnet und den Kleinkreditfirmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Parlament verfügte, dass alle Geldverleiher nach einer Übergangsfrist ab 2009 keine Zinsen über 20 Prozent mehr nehmen dürfen. Die bankunabhängigen Anbieter im Kreditgeschäft hatten bis dahin eine Gesetzeslücke genutzt und den maximal zulässigen Zinssatz von 29 Prozent berechnet. Einzige Voraussetzung war bisher das schriftliche Einverständnis des Kreditnehmers – das sich leicht im Kleingedruckten verstecken ließ. Die verbreitete Praxis, Kunden nur schlampig aufzuklären, bietet allerdings nun die Grundlage für Kundenklagen. Das oberste Gericht hat bereits entschieden, dass die Betroffenen bei fehlerhafter Beratung grundsätzlich ein Recht auf Rückzahlung der Zinsen haben. Mit der Klarstellung des Gesetzgebers im Rücken sehen die Anwälte vor Gericht nun besonders gute Chancen auf Erfolg. Um welche Summen es geht, belegen die Rückstellungen der Branche: Rund eine Billion Yen (6,3 Milliarden Euro) haben die Kreditanbieter für die Rückzahlung von Zinsen oberhalb von 20 Prozent beiseite gelegt.
Solche Beträge sind selbst für eine gut verdienende Branche schwer zu schultern. Einer Umfrage des japanischen Konsumkreditverbands zufolge erwägt ein Fünftel der 124 Mitglieder, sich aus dem Markt komplett zurückzuziehen. Nur zwölf Prozent wollen gar nichts ändern, die übrigen werden ihr Geschäftsmodell anpassen oder bei einem Finanzkonzern Unterschlupf suchen.
Der Angriff der Regierung hat zusammen mit einer Reihe von Skandalen den Ruf der Verbraucherkreditanbieter so gründlich ruiniert, dass sich potenzielle Kunden mittlerweile lieber an die Banken wenden, die freilich Bonitätsprüfungen und Sicherheiten verlangen. Während die Kreditläden 2006 drei Prozent ihres Geschäfts verloren, verzeichneten die Banken einen Zuwachs von gut 15 Prozent im Kreditgeschäft. Experten zufolge könnte das Geschäftsvolumen der 16 Verbraucherkreditspezialisten durch das neue Gesetz um fast die Hälfte sinken.
Im der Fernsehwerbung laufen warnende Spots: Ein Glas ist zu sehen, in das ein dünner Strahl Wasser läuft. Das Glas ist schon ziemlich voll, aber eine Stimme sagt: „Etwas geht noch.“ Als das Glas randvoll ist, sagt die Stimmer wieder: „Etwas geht noch.“ Als sich das Wasser oben schon über den Rand wölbt, sagt die Stimme noch einmal: „Etwas geht noch.“ Dann löst sich die Oberflächenspannung, und alles läuft über. Die Mahnung ist deutlich.
Initiiert hat die Kampagne das Verbraucherministerium, denn die Zahl der überschuldeten Japaner ist in den vergangenen 15 Jahren steil gestiegen. Der Finanzaufsicht zufolge haben 2,3 Millionen Japaner bei mehr als fünf Anbietern zugleich Geld aufgenommen, um die Obergrenzen zu umgehen. Die Löhne sind jedoch zuletzt kaum gestiegen – da ist häufig ein Kredit nötig, um einen anderen Kredit bedienen zu können. Vier der sechs großen Kreditanbieter legen wegen der Finanzprobleme ihrer Kunden seit einigen Wochen freiwillig strengere Kriterien an und lehnen jetzt im Schnitt 44 Prozent der Anträge ab. Auch aus Eigennutz, denn der Anteil der faulen Kredite wurde trotz der immensen Zinsen zur Belastung.
Mit den Bonitätsproblemen trat dann ein Phänomen auf, das vermutlich einzigartig für Japan ist. Einige der Kreditanbieter legten ihren Kunden in deutlichen Worten den Freitod nahe, um über verpfändete Lebensversicherungen ihre Schulden zu begleichen. Und die Kreditanbieter nahmen nach offiziellen Angaben im Jahr 2005 drei Milliarden Yen ein, die ihnen Lebensversicherer von Selbstmördern zahlten.
......
Quelle: Handelsblatt v. 19.02.2007
Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/doc_page/1/_p/200039/_t/ft/_b/1227124/default.aspx/der-run-in-die-schuldenfalle.html
Wer am quirligen Bahnhof Shibuya den Hauptausgang nimmt und nach links schaut, sieht auf dem Dach eines Geschäftshauses eine blaue Werbefläche von der Größe eines halben Tennisfeldes. Der Kreditanbieter Takefuji verkündet, im neunten Stock sei einer seiner „Yen-Shops“. Im Erdgeschoss sitzt eine chinesische Wahrsagerin hinter einem Plastikvorhang. Es lärmt eine Spielautomatenhölle. Der Aufzug quietscht.
Im sechsten Stock hängt ein Schild, das um die Ecke weist. Hinter einer Tür mit der Aufschrift „Yen-Shop“ findet sich lediglich eine enge Ecke mit einer Maschine, die einem Geldautomaten ähnelt. Hier gibt es Geld auf Pump. Jeder, der Bedarf hat, kann auf Tastendruck einen Kredit aufnehmen. Diese Automaten stehen überall im Land, denn Japans Bankkunden dürfen ihr Girokonto nicht überziehen. Sie sind bei akuter Geldknappheit auf solche Yen-Shops angewiesen.
Entsprechend groß ist der Markt. Das jährlich vergebene Kreditvolumen schätzten Analysten in guten Zeiten auf umgerechnet rund zwei Mrd. Euro; zurzeit stehen etwa 34 Mrd. Euro der unbesicherten Kredite aus. Die Anbieter lassen sich das schnelle Geld ohne große Bonitätsprüfung gut bezahlen. Zinsen von knapp 30 Prozent pro Jahr sind die Regel. Für die Kreditfirmen ist das ein lukratives Geschäft mit hohen Margen, denn sie können sich bei der Zentralbank fast kostenlos refinanzieren. Das beschert ihnen satte Gewinne. Doch die Geschäftsgrundlage bricht weg.
In Tokios U-Bahnen werben Rechtsanwälte für ihre Dienste. Das ist in Japan so ungewöhnlich wie in Deutschland, doch die mögliche Kundenzahl für die Kanzleien ist zu groß, um sich das dicke Geschäft entgehen zu lassen. „Haben Sie Sorgen wegen überhöhter Zinsen?“, prangt an den Türen der U-Bahnwagen. Dann folgt eine längere Erklärung in kleiner Schrift, wer gegen seinen Kleinkreditanbieter klagen kann. Darunter steht eine kostenfreie Telefonnummer für die erste Beratung.
Der Gesetzgeber hat den Juristen ein Geschäftsfeld eröffnet und den Kleinkreditfirmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Parlament verfügte, dass alle Geldverleiher nach einer Übergangsfrist ab 2009 keine Zinsen über 20 Prozent mehr nehmen dürfen. Die bankunabhängigen Anbieter im Kreditgeschäft hatten bis dahin eine Gesetzeslücke genutzt und den maximal zulässigen Zinssatz von 29 Prozent berechnet. Einzige Voraussetzung war bisher das schriftliche Einverständnis des Kreditnehmers – das sich leicht im Kleingedruckten verstecken ließ. Die verbreitete Praxis, Kunden nur schlampig aufzuklären, bietet allerdings nun die Grundlage für Kundenklagen. Das oberste Gericht hat bereits entschieden, dass die Betroffenen bei fehlerhafter Beratung grundsätzlich ein Recht auf Rückzahlung der Zinsen haben. Mit der Klarstellung des Gesetzgebers im Rücken sehen die Anwälte vor Gericht nun besonders gute Chancen auf Erfolg. Um welche Summen es geht, belegen die Rückstellungen der Branche: Rund eine Billion Yen (6,3 Milliarden Euro) haben die Kreditanbieter für die Rückzahlung von Zinsen oberhalb von 20 Prozent beiseite gelegt.
Solche Beträge sind selbst für eine gut verdienende Branche schwer zu schultern. Einer Umfrage des japanischen Konsumkreditverbands zufolge erwägt ein Fünftel der 124 Mitglieder, sich aus dem Markt komplett zurückzuziehen. Nur zwölf Prozent wollen gar nichts ändern, die übrigen werden ihr Geschäftsmodell anpassen oder bei einem Finanzkonzern Unterschlupf suchen.
Der Angriff der Regierung hat zusammen mit einer Reihe von Skandalen den Ruf der Verbraucherkreditanbieter so gründlich ruiniert, dass sich potenzielle Kunden mittlerweile lieber an die Banken wenden, die freilich Bonitätsprüfungen und Sicherheiten verlangen. Während die Kreditläden 2006 drei Prozent ihres Geschäfts verloren, verzeichneten die Banken einen Zuwachs von gut 15 Prozent im Kreditgeschäft. Experten zufolge könnte das Geschäftsvolumen der 16 Verbraucherkreditspezialisten durch das neue Gesetz um fast die Hälfte sinken.
Im der Fernsehwerbung laufen warnende Spots: Ein Glas ist zu sehen, in das ein dünner Strahl Wasser läuft. Das Glas ist schon ziemlich voll, aber eine Stimme sagt: „Etwas geht noch.“ Als das Glas randvoll ist, sagt die Stimmer wieder: „Etwas geht noch.“ Als sich das Wasser oben schon über den Rand wölbt, sagt die Stimme noch einmal: „Etwas geht noch.“ Dann löst sich die Oberflächenspannung, und alles läuft über. Die Mahnung ist deutlich.
Initiiert hat die Kampagne das Verbraucherministerium, denn die Zahl der überschuldeten Japaner ist in den vergangenen 15 Jahren steil gestiegen. Der Finanzaufsicht zufolge haben 2,3 Millionen Japaner bei mehr als fünf Anbietern zugleich Geld aufgenommen, um die Obergrenzen zu umgehen. Die Löhne sind jedoch zuletzt kaum gestiegen – da ist häufig ein Kredit nötig, um einen anderen Kredit bedienen zu können. Vier der sechs großen Kreditanbieter legen wegen der Finanzprobleme ihrer Kunden seit einigen Wochen freiwillig strengere Kriterien an und lehnen jetzt im Schnitt 44 Prozent der Anträge ab. Auch aus Eigennutz, denn der Anteil der faulen Kredite wurde trotz der immensen Zinsen zur Belastung.
Mit den Bonitätsproblemen trat dann ein Phänomen auf, das vermutlich einzigartig für Japan ist. Einige der Kreditanbieter legten ihren Kunden in deutlichen Worten den Freitod nahe, um über verpfändete Lebensversicherungen ihre Schulden zu begleichen. Und die Kreditanbieter nahmen nach offiziellen Angaben im Jahr 2005 drei Milliarden Yen ein, die ihnen Lebensversicherer von Selbstmördern zahlten.
......
Quelle: Handelsblatt v. 19.02.2007
Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/doc_page/1/_p/200039/_t/ft/_b/1227124/default.aspx/der-run-in-die-schuldenfalle.html
18 Februar 2007
Banken: jetzt Samstags geöffnet?!
Die Commerbank möchte am 17.März -einem Samstag- die Filialen öffnen. So die Meldung auf der auf der Bilanzpressekonferenz am 13.Februar. So etwas aber auch!
Damit hat nun wieder einmal die Diskussion um geöffnete Filialen an Samstagen begonnen. Während die Commerzbank das für eine überaus originelle Idee hält, winken die Sparkassen müde ab: "... hatten und haben wir schon!"
Mehr Geschäft soll das bringen; neue Kunden, die sich am Samstag in Ruhe mal ausführlich beraten lassen wollen.
Als ich vor ca. 18 Jahren meine Ausbildung zum Bankkaufmann in einer norddeutschen Volksbank gemacht habe, war es -dort- völlig normal, dass die Hauptfiliale (und die der Sparkasse schräg gegenüber) am Samstagvormittag geöffnet war. Wer am Samstag in die Filiale kam, holte meistens Bargeld oder seine Kontoauszüge ab (Bargeldautomaten und Kontoauszugsdrucker waren noch was ganz neues und wurden nur zögerlich angebommen). Es kamen vor allem die Kunden, die auch unter der Woche genügend Zeit für einen Bankbesuch hatten: Hausfrauen und Rentner. Von gestressten Arbeitnehmern, die den Samstag für eine ausführliche Kundenberatung nutzen wollten, keine Spur.
Für uns Mitarbeiter war der Samstag interessant, weil wir die Arbeitszeit als Überstunden mit 50% Zuschlag verbuchen konnten. Da jeder Kollege im ca. 6-Wochen-Turnus einmal dran war (auch die, die normalerweise keinen direkten Kundenkontakt hatten), hielt sich der Aufwand einigermaßen in Grenzen.
Jetzt meint die Commerzbank mit einer Öffnung an den Samstagen das Ei des Kolumbus gefunden zu haben?! Na, wenn das mal nicht daneben geht. Schließlich sieht der Tarifvertrag für das Bankgewerbe immer noch vor, dass Samstagarbeit mit einem Zuschlag von 50% zu bezahlen oder abzugelten ist. Heisst: die neuen Öffnungszeiten kosten richtiges Geld. Und was kostet, muss auch wieder reinkommen. Sprich: von den Mitarbeitern wird Umsatz erwartet. Da sollte die Commerzbank doch hoffen, dass ihre Kunden nicht merken, dass Umsatzdruck ein schlechter Berater ist.
Damit hat nun wieder einmal die Diskussion um geöffnete Filialen an Samstagen begonnen. Während die Commerzbank das für eine überaus originelle Idee hält, winken die Sparkassen müde ab: "... hatten und haben wir schon!"
Mehr Geschäft soll das bringen; neue Kunden, die sich am Samstag in Ruhe mal ausführlich beraten lassen wollen.
Als ich vor ca. 18 Jahren meine Ausbildung zum Bankkaufmann in einer norddeutschen Volksbank gemacht habe, war es -dort- völlig normal, dass die Hauptfiliale (und die der Sparkasse schräg gegenüber) am Samstagvormittag geöffnet war. Wer am Samstag in die Filiale kam, holte meistens Bargeld oder seine Kontoauszüge ab (Bargeldautomaten und Kontoauszugsdrucker waren noch was ganz neues und wurden nur zögerlich angebommen). Es kamen vor allem die Kunden, die auch unter der Woche genügend Zeit für einen Bankbesuch hatten: Hausfrauen und Rentner. Von gestressten Arbeitnehmern, die den Samstag für eine ausführliche Kundenberatung nutzen wollten, keine Spur.
Für uns Mitarbeiter war der Samstag interessant, weil wir die Arbeitszeit als Überstunden mit 50% Zuschlag verbuchen konnten. Da jeder Kollege im ca. 6-Wochen-Turnus einmal dran war (auch die, die normalerweise keinen direkten Kundenkontakt hatten), hielt sich der Aufwand einigermaßen in Grenzen.
Jetzt meint die Commerzbank mit einer Öffnung an den Samstagen das Ei des Kolumbus gefunden zu haben?! Na, wenn das mal nicht daneben geht. Schließlich sieht der Tarifvertrag für das Bankgewerbe immer noch vor, dass Samstagarbeit mit einem Zuschlag von 50% zu bezahlen oder abzugelten ist. Heisst: die neuen Öffnungszeiten kosten richtiges Geld. Und was kostet, muss auch wieder reinkommen. Sprich: von den Mitarbeitern wird Umsatz erwartet. Da sollte die Commerzbank doch hoffen, dass ihre Kunden nicht merken, dass Umsatzdruck ein schlechter Berater ist.
17 Februar 2007
"Die Welt" über Risiken bei Immobilienvollfinanzierung
Die Welt v. 15.02.2007:Ohne Eigenkapital zum Eigenheim
Immer mehr Bundesbürger nutzen Vollfinanzierungsangebote ausländischer Banken. Inzwischen steigen auch deutsche Kreditinstitute in den Markt ein. Verbraucherschützer sehen den Trend kritisch.Wiesbaden - "In Deutschland entsteht eine neue Kreditkultur", sagt Thomas Arndt, Geschäftsführer der Baufinanzierungsvermittlers Creditweb. Bis vor kurzem mussten Eigenheimerwerber meist 30 Prozent des Kaufpreises mit Eigenkapital stemmen. Inzwischen bieten immer mehr ausländische Darlehensgeber Vollfinanzierungen an - und stoßen damit auf hohe Resonanz: Bei sieben von zehn Hypothekendarlehen, die Creditweb 2006 vermittelte, handelte es sich um 100- oder 110-Prozent-Kredite. In letzterem Fall werden zum Kaufpreis auch die Erwerbsnebenkosten in vollem Umfang finanziert. Den kompletten Artikel können Sie nachlesen unter: www.welt.de/data/2007/02/15/1212723.html
Leserbrief an "Die Welt" zu diesem Artikel:Zu: "Mit hohem Risiko zum Eigenheim"; WELT vom 15. FebruarVollfinazierungen mit hohem Risiko?Ich halte es auch aufgrund meiner 15jährigen Berufspraxis als Baufinanzierungsberater für ein Ammenmärchen, dass Vollfinanzierungen von Immobilien per se riskanter sein sollen als Finanzierungen mit hohen Eigenkapitalanteilen.Entscheidend dafür, ob eine Immobilienfinanzierung langfristig gesund (= tragbar) ist, ist nicht der reine Eigenkapitalanteil, sondern die Höhe der monatlichen Belastung an sich (im Verhältnis auch zu den Einkommenverhältnissen). Die Höhe der monatlichen Belastung richtet sich dabei nach der Höhe des/der Darlehen(s)und nicht nach dem Eigenlapitalanteil.Wir machen die Erfahrung, dass Bauherren -um die überholte Bauernregeln von "mind. 20% Eigenkapital" zu erreichen- oftmals alle zur Verfügung stehenden Reserven (inkl. Zuwendungen aus der Familie) mobilisieren und außerdem entsprechend groß bauen oder kaufen. Kommt es dann später zu Engpässen, z.B. durch Arbeitslosigkeit, Krankheit o.ä., stehen oft keine Reserven mehr zur Verfügung, um kurz- oder mittelfristige Engpässe auszugleichen. Das fatale: viele Bauherren/Käufer wähnen sich in Sicherheit, weil sie beim Bau/Kauf entsprechend viel Eigenkapital eingebracht haben. Dass dieses Eigenkapital nutzlos ist, wenn es mal "eng wird", ist vielen nicht bewusst. Unsere Erfahrung zeigt auch, dass "Vollfinanzierer" in ihren Immobilienwünschen eher bescheidener sind. Diese Kunden wünschen sich vor allem eine mietähnliche Belastung. Sie ordnen ihre Immobilienwünsche meist ihren finanziellen Möglichkeiten unter. Bauherren/Käufer mit hohem Eigenkapital gehen häufig den anderen Weg. Es muss DIE Traumimmobilie sein und "irgendwie schafft man das schon". Bei der Vollfinanzierung ergibt sich unter dem Strich eigentlich nur ein echtes Risiko: das des vorzeitigen Verkaufs. Je höher die Immobilie belastet ist, desto größer ist das Risiko bei einem Verkauf nach z.B. 5 Jahren nicht den Preis zu erzielen, um sämtliche Verbindlichkeiten ablösen zu können. Dieses Risiko ist bei einer Immobilie, in der viel Eigengeld steckt geringer, allerdings: wer viel Eigenkapital hat, baut/kauft meist individueller und muss bei einem späteren Verkauft oftmals höhere Abschläge machen als bei einer vollfinanierten Durchschnittsimmobilie.
Olaf VarlemannBaufinanzierungsberatung,22964 Steinburg
Immer mehr Bundesbürger nutzen Vollfinanzierungsangebote ausländischer Banken. Inzwischen steigen auch deutsche Kreditinstitute in den Markt ein. Verbraucherschützer sehen den Trend kritisch.Wiesbaden - "In Deutschland entsteht eine neue Kreditkultur", sagt Thomas Arndt, Geschäftsführer der Baufinanzierungsvermittlers Creditweb. Bis vor kurzem mussten Eigenheimerwerber meist 30 Prozent des Kaufpreises mit Eigenkapital stemmen. Inzwischen bieten immer mehr ausländische Darlehensgeber Vollfinanzierungen an - und stoßen damit auf hohe Resonanz: Bei sieben von zehn Hypothekendarlehen, die Creditweb 2006 vermittelte, handelte es sich um 100- oder 110-Prozent-Kredite. In letzterem Fall werden zum Kaufpreis auch die Erwerbsnebenkosten in vollem Umfang finanziert. Den kompletten Artikel können Sie nachlesen unter: www.welt.de/data/2007/02/15/1212723.html
Leserbrief an "Die Welt" zu diesem Artikel:Zu: "Mit hohem Risiko zum Eigenheim"; WELT vom 15. FebruarVollfinazierungen mit hohem Risiko?Ich halte es auch aufgrund meiner 15jährigen Berufspraxis als Baufinanzierungsberater für ein Ammenmärchen, dass Vollfinanzierungen von Immobilien per se riskanter sein sollen als Finanzierungen mit hohen Eigenkapitalanteilen.Entscheidend dafür, ob eine Immobilienfinanzierung langfristig gesund (= tragbar) ist, ist nicht der reine Eigenkapitalanteil, sondern die Höhe der monatlichen Belastung an sich (im Verhältnis auch zu den Einkommenverhältnissen). Die Höhe der monatlichen Belastung richtet sich dabei nach der Höhe des/der Darlehen(s)und nicht nach dem Eigenlapitalanteil.Wir machen die Erfahrung, dass Bauherren -um die überholte Bauernregeln von "mind. 20% Eigenkapital" zu erreichen- oftmals alle zur Verfügung stehenden Reserven (inkl. Zuwendungen aus der Familie) mobilisieren und außerdem entsprechend groß bauen oder kaufen. Kommt es dann später zu Engpässen, z.B. durch Arbeitslosigkeit, Krankheit o.ä., stehen oft keine Reserven mehr zur Verfügung, um kurz- oder mittelfristige Engpässe auszugleichen. Das fatale: viele Bauherren/Käufer wähnen sich in Sicherheit, weil sie beim Bau/Kauf entsprechend viel Eigenkapital eingebracht haben. Dass dieses Eigenkapital nutzlos ist, wenn es mal "eng wird", ist vielen nicht bewusst. Unsere Erfahrung zeigt auch, dass "Vollfinanzierer" in ihren Immobilienwünschen eher bescheidener sind. Diese Kunden wünschen sich vor allem eine mietähnliche Belastung. Sie ordnen ihre Immobilienwünsche meist ihren finanziellen Möglichkeiten unter. Bauherren/Käufer mit hohem Eigenkapital gehen häufig den anderen Weg. Es muss DIE Traumimmobilie sein und "irgendwie schafft man das schon". Bei der Vollfinanzierung ergibt sich unter dem Strich eigentlich nur ein echtes Risiko: das des vorzeitigen Verkaufs. Je höher die Immobilie belastet ist, desto größer ist das Risiko bei einem Verkauf nach z.B. 5 Jahren nicht den Preis zu erzielen, um sämtliche Verbindlichkeiten ablösen zu können. Dieses Risiko ist bei einer Immobilie, in der viel Eigengeld steckt geringer, allerdings: wer viel Eigenkapital hat, baut/kauft meist individueller und muss bei einem späteren Verkauft oftmals höhere Abschläge machen als bei einer vollfinanierten Durchschnittsimmobilie.
Olaf VarlemannBaufinanzierungsberatung,22964 Steinburg
01 Dezember 2006
Girokonto für Jedermann: Bankenverband auf Holzweg
Eher zufällig bin ich über die Webseite des Bundesverbandes auf einen Artikel in "Die Bank" gestossen. Dort rühmt man sich der "Erfolgsgeschichte" des sog. "Kontos für jedermann".
Hintergrund: um einer gesetzlichen Regelung zuvorzukommen, die Banken verpflichtet, auch für z.B. überschuldete Menschen ein Konto auf Guthabenbasis einzurichten, hat der Zentrale Kreditausschuss 1995 eine Empfehlung an seine Mitglieder herausgegeben.
Verbraucherschützer bemängeln immer wieder, dass diese Empfehlung von den Banken häufig unterlaufen wird. Menschen, die -aus welchen Gründen auch immer- in wirtschaftliche Not geraten sind, bekommen bei Banken kaum ein Girokonto auf Guthabenbasis. Im Gegenteil: einige Banken sind berüchtigt dafür, dass sie bestehende Konten z.B. bei Bekanntwerden eines Insolvenzverfahrens o.ä. kündigen.
In dem Artikel (siehe www.die-bank.de/index.asp?issue=122005&art=436) wird auf die Kritik der Verbraucherverbände reagiert: das sei ja alles gar nicht richtig und völlig übertrieben!
Was führt der Autor als Argument an? Er schreibt, dass laut Bundesagentur für Arbeit 97,25% der Zahlungen auf Girokonten gehen. Demnach kann die Zahl derer, die kein Girokonto haben ja nicht so groß sein. Das ist sein EINZIGES Argument und Instrument, um auf die Zahl derer zu schliessen, die kein Girokonto besitzen.
Gegenargument: die Frage ist, auf welche Konten die Bundesagentur für Arbeit Leistungen überweist, denn Leistungsempfänger und Kontoinhaber müssen nicht identisch sein. Dass Menschen ohne Girokonto das Konto von Freund, Freundin, Eltern, Oma und Opa usw. mitnutzen, ist leider häufige Realität. Von der Zahl der angegebenen Kontoverbindungen auf die Zahl der Menschen zu schliessen, die kein Girokonto besitzen, ist also - wohlwollend ausgedrückt- methodisch falsch.
Ausserdem: eine große Zahl von Menschen, denen Banken die Einrichtung eines Girokontos verweigern, beziehen überhaupt keine Leistungen von der Bundesagentur. sollte man auch hier mal ALLE Arbeigeber fragen, ob sie Gehälter immer auf eigene Konten ihrer Arbeitnehmer zahlen?
Auch die Anzahl der Kundenbeschwerden beim Zentralen Kreditausschuss soll ein Hinweis darauf sein, dass die Zahl derer, denen ein Girokonto verweigert wird. verschwindend gering ist. Was der Autor, der wahrscheinlich nie selbst in einer vergleichbaren Situation steckte, nicht berücksichtigt: wem von mehreren Banken ein solches Girokonto verweigert wurde, ist kaum motiviert, den Weg "durch die Instanzen zu gehen, sondern resigniert meistens. Abgesehen davon, dass wohl nur die wenigsten wissen, dass es überhaupt eine "Beschwerdemöglichkeit" gibt.
Zyniker mögen anmerken, dass es doch keine Rolle spielt, ob jemand einen direkten Kontozugang hat oder sich des Kontos eines Freundes oder Familienmitgliedes bedient. Diese Zyniker sollten dann allerdings mal daran denken, was mit diesem Umweg verbunden ist (Kosten, Aufwand, Abhängigkeiten und kein Selbstbestimmungsrecht über das eigene Geld).
Es wird dringend Zeit, dass der Gesetzgeber einschreitet. Die Selbstverpflichtung zum "Konto für Jedermann" ist das Geld nicht wert, auf der sie geschrieben wurde.
Hintergrund: um einer gesetzlichen Regelung zuvorzukommen, die Banken verpflichtet, auch für z.B. überschuldete Menschen ein Konto auf Guthabenbasis einzurichten, hat der Zentrale Kreditausschuss 1995 eine Empfehlung an seine Mitglieder herausgegeben.
Verbraucherschützer bemängeln immer wieder, dass diese Empfehlung von den Banken häufig unterlaufen wird. Menschen, die -aus welchen Gründen auch immer- in wirtschaftliche Not geraten sind, bekommen bei Banken kaum ein Girokonto auf Guthabenbasis. Im Gegenteil: einige Banken sind berüchtigt dafür, dass sie bestehende Konten z.B. bei Bekanntwerden eines Insolvenzverfahrens o.ä. kündigen.
In dem Artikel (siehe www.die-bank.de/index.asp?issue=122005&art=436) wird auf die Kritik der Verbraucherverbände reagiert: das sei ja alles gar nicht richtig und völlig übertrieben!
Was führt der Autor als Argument an? Er schreibt, dass laut Bundesagentur für Arbeit 97,25% der Zahlungen auf Girokonten gehen. Demnach kann die Zahl derer, die kein Girokonto haben ja nicht so groß sein. Das ist sein EINZIGES Argument und Instrument, um auf die Zahl derer zu schliessen, die kein Girokonto besitzen.
Gegenargument: die Frage ist, auf welche Konten die Bundesagentur für Arbeit Leistungen überweist, denn Leistungsempfänger und Kontoinhaber müssen nicht identisch sein. Dass Menschen ohne Girokonto das Konto von Freund, Freundin, Eltern, Oma und Opa usw. mitnutzen, ist leider häufige Realität. Von der Zahl der angegebenen Kontoverbindungen auf die Zahl der Menschen zu schliessen, die kein Girokonto besitzen, ist also - wohlwollend ausgedrückt- methodisch falsch.
Ausserdem: eine große Zahl von Menschen, denen Banken die Einrichtung eines Girokontos verweigern, beziehen überhaupt keine Leistungen von der Bundesagentur. sollte man auch hier mal ALLE Arbeigeber fragen, ob sie Gehälter immer auf eigene Konten ihrer Arbeitnehmer zahlen?
Auch die Anzahl der Kundenbeschwerden beim Zentralen Kreditausschuss soll ein Hinweis darauf sein, dass die Zahl derer, denen ein Girokonto verweigert wird. verschwindend gering ist. Was der Autor, der wahrscheinlich nie selbst in einer vergleichbaren Situation steckte, nicht berücksichtigt: wem von mehreren Banken ein solches Girokonto verweigert wurde, ist kaum motiviert, den Weg "durch die Instanzen zu gehen, sondern resigniert meistens. Abgesehen davon, dass wohl nur die wenigsten wissen, dass es überhaupt eine "Beschwerdemöglichkeit" gibt.
Zyniker mögen anmerken, dass es doch keine Rolle spielt, ob jemand einen direkten Kontozugang hat oder sich des Kontos eines Freundes oder Familienmitgliedes bedient. Diese Zyniker sollten dann allerdings mal daran denken, was mit diesem Umweg verbunden ist (Kosten, Aufwand, Abhängigkeiten und kein Selbstbestimmungsrecht über das eigene Geld).
Es wird dringend Zeit, dass der Gesetzgeber einschreitet. Die Selbstverpflichtung zum "Konto für Jedermann" ist das Geld nicht wert, auf der sie geschrieben wurde.
29 November 2006
Xing geht an die Börse
So,so...die Internetkontaktbörse Xing (ehemals openBC) will an die Börse...und dabei mal eben 100-200 Mio Euro an frischem Kapital einsacken...für die Expansion...vor allem in China...
Xing wäre nicht das erste Unternehmen, das bei seinen Geschäften in China vor allem eine Erfahrung macht: alles, was Profit verspricht, wird kopiert...und Xing zu kopieren, ist technisch überhaupt kein Problem...
Xing wäre nicht das erste Unternehmen, das bei seinen Geschäften in China vor allem eine Erfahrung macht: alles, was Profit verspricht, wird kopiert...und Xing zu kopieren, ist technisch überhaupt kein Problem...
12 November 2006
Commerzbank will Privatkundengeschäft ausbauen
Die Commerzbank will ihre renditeschwache Privatkundensparte durch eine Produktoffensive auf Trab bringen. Ziel sei es, die Kundenzahl von derzeit rund 5 Millionen in den nächsten drei Jahren um 800 000 zu erhöhen, kündigte Commerzbank-Vorstandsmitglied Achim Kassow an. Dazu will Deutschlands zweitgrößte Bank, die derzeit im Kreditgeschäft und in der Informationstechnologie 900 Stellen streicht, im Vertrieb kräftig einstellen: „Wir schaffen 700 Arbeitsplätze“, kündigte Kassow an. Rund 500 Mitarbeiter sollen im kommenden Jahr im Filialgeschäft eingestellt werden, der Rest werde nach und nach von der Online-Bank Comdirect angeheuert.
Rund 250 000 der Neukunden will Kassow im klassischen Filialgeschäft der Commerzbank gewinnen. Dreh- und Angelpunkt dafür ist eine Produktoffensive. Ab Dezember will die Bank ebenso wie einige Wettbewerber ein kostenloses Girokonto anbieten. Schon seit einem Monat bietet die Commerzbank ein hochverzinstes Anlageprodukt an. Damit seien bereits 30 000 Neukunden gewonnen worden, verkündete Kassow.
In den nächsten 3 Jahren will man so rund 400 Mio Euro investieren!
Dass 700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ist ja "nett", nur frage ich mich, unter welchen Bedingungen die Kollegen arbeiten werden. Auf jeden Fall werden sie unter ergeblichem Erfolgsdruck stehen. Und werden es wirklich Angestellte oder eher "Freiberufler" (selbständige Handelsvertreter) mit denen die ComBa ihre Ziele erreichen will?
Ich frage mich allerdings, wofür die ComBa 400 Mio ausgeben will? Allein die Gehälter der neuen Mitarbeiter (inkl. aller damit zusammenhängenden Kosten) können das ja nicht sein (entspräche rund 190.000 Euro je Mitarbeiter pro Jahr).
Vielleicht folgt man aber der Strategie der Comdirect und bietet die Produkte z.B. auch über sog. Partnerprogramme im Internet an, zu Provisionen, die jetzt schon deutlich über dem Durchschnitt liegen. Das wäre für uns fein, denn schließlich verkaufen wir über unsere Webseiten(n) einige Giro- und Tagesgeldkonten für die Comdirect. Damit wäre es alerdings in dem Augenblick vorbei, in dem die Comdirect auch Immobilienfinanzierungen anbietet.
Rund 250 000 der Neukunden will Kassow im klassischen Filialgeschäft der Commerzbank gewinnen. Dreh- und Angelpunkt dafür ist eine Produktoffensive. Ab Dezember will die Bank ebenso wie einige Wettbewerber ein kostenloses Girokonto anbieten. Schon seit einem Monat bietet die Commerzbank ein hochverzinstes Anlageprodukt an. Damit seien bereits 30 000 Neukunden gewonnen worden, verkündete Kassow.
In den nächsten 3 Jahren will man so rund 400 Mio Euro investieren!
Dass 700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ist ja "nett", nur frage ich mich, unter welchen Bedingungen die Kollegen arbeiten werden. Auf jeden Fall werden sie unter ergeblichem Erfolgsdruck stehen. Und werden es wirklich Angestellte oder eher "Freiberufler" (selbständige Handelsvertreter) mit denen die ComBa ihre Ziele erreichen will?
Ich frage mich allerdings, wofür die ComBa 400 Mio ausgeben will? Allein die Gehälter der neuen Mitarbeiter (inkl. aller damit zusammenhängenden Kosten) können das ja nicht sein (entspräche rund 190.000 Euro je Mitarbeiter pro Jahr).
Vielleicht folgt man aber der Strategie der Comdirect und bietet die Produkte z.B. auch über sog. Partnerprogramme im Internet an, zu Provisionen, die jetzt schon deutlich über dem Durchschnitt liegen. Das wäre für uns fein, denn schließlich verkaufen wir über unsere Webseiten(n) einige Giro- und Tagesgeldkonten für die Comdirect. Damit wäre es alerdings in dem Augenblick vorbei, in dem die Comdirect auch Immobilienfinanzierungen anbietet.
02 November 2006
Web 2.0-Blase schon wieder geplatzt?
Ja, da war die Freude gross: google übernimmt für über 1 Mrd Dollar das Internetportal youtube! Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich und schon sehen alle wieder die nächste grosse Internetblase heranwachsen. In Garagen geborene Unternehmen mit einer Idee aber ohne Substanz wechseln wieder für richtiges Geld den Besitzer. Heissa!
Tja, nur scheint die sog. "Web 2.0-Blase" gerade eindrucksvoll zu platzen. Und das ausgerechnet in dem Segment, dem man die Zukunft schlechthin bescheinigt hat: den Portalen, die die user selbst mit Inhalten füllen.
Das Problem dabei: diese Inhalte, z.B. selbstgebastelte Video-Clips, verletzten häufig Urheberrechte z.B. der Musikfirmen. Und die finden das alles andere als lustig. Gleiches gilt z.B. auch für die Sportligen in den USA.
Bisher hat eine Plattform wie Youtube eher Verluste prodiziert, aber jetzt dank google steckt ein Unternehmen mit Kapital dahinter. Und siehe da: Musikverlagen und Sportligen in den USA reagieren bereits und schicken ein paar saftige Abmahnungen an die neuen Chefs und Eigentümer.
Besonders "frech" von diesen Firmen: sie sehen überhaupt nicht ein, warum sie selbst sich die Arbeit machen sollen, um urheberrechtlich geschütze Inhalte zu finden. Youtube soll solche Inhalte gar nicht erst auf die Webseite lassen. Tja, und das wird dann schon etwas komplizierter und arbeitsintensiver. Das paast irgendwie nicht zu dem Konzept, andere die Arbeit machen zu lassen.
Wenn sich beispielsweise die Musikindustrie durchsetzt, bleiben die meisten Videoclips wahrscheinlich demnächst stumm. Und ob das dann noch die Anziehungskraft hat wie jetzt?
Die spitze Nadel ist schon dircht an der neuen Internetblase. Wir dürfen gespant sein, wann sie zusticht!
Tja, nur scheint die sog. "Web 2.0-Blase" gerade eindrucksvoll zu platzen. Und das ausgerechnet in dem Segment, dem man die Zukunft schlechthin bescheinigt hat: den Portalen, die die user selbst mit Inhalten füllen.
Das Problem dabei: diese Inhalte, z.B. selbstgebastelte Video-Clips, verletzten häufig Urheberrechte z.B. der Musikfirmen. Und die finden das alles andere als lustig. Gleiches gilt z.B. auch für die Sportligen in den USA.
Bisher hat eine Plattform wie Youtube eher Verluste prodiziert, aber jetzt dank google steckt ein Unternehmen mit Kapital dahinter. Und siehe da: Musikverlagen und Sportligen in den USA reagieren bereits und schicken ein paar saftige Abmahnungen an die neuen Chefs und Eigentümer.
Besonders "frech" von diesen Firmen: sie sehen überhaupt nicht ein, warum sie selbst sich die Arbeit machen sollen, um urheberrechtlich geschütze Inhalte zu finden. Youtube soll solche Inhalte gar nicht erst auf die Webseite lassen. Tja, und das wird dann schon etwas komplizierter und arbeitsintensiver. Das paast irgendwie nicht zu dem Konzept, andere die Arbeit machen zu lassen.
Wenn sich beispielsweise die Musikindustrie durchsetzt, bleiben die meisten Videoclips wahrscheinlich demnächst stumm. Und ob das dann noch die Anziehungskraft hat wie jetzt?
Die spitze Nadel ist schon dircht an der neuen Internetblase. Wir dürfen gespant sein, wann sie zusticht!
01 November 2006
Bundeswehr: von Totenschädeln und Wehrmachtssymbolen
Da schau doch einer mal hin: unsere Bundeswehr! Da laufen also ein paar Soldaten in Afghanistan rum und machen alberne Fotos mit irgendwelchen Schädeln, die sie auf einer Patrouille in irgendeiner Kiesgrube gefunden haben. Ja, das ist schon schlimm! Ein Unding! Ein Skandal! Das Ende der zivilisierten Welt ist nahe!
Sie finden solch ein Verhalten beschämend und unwürdig? Sie haben Recht! Nein, sie hätten recht! Sie hätten recht, wenn es sich dabei um irgendwelche Stabssoldaten mit Beamtenstatus handeln würde.
Aber: In Afghanistan als Soldat Dienst zu schieben, ist etwas anderes als in Deutschland Inventarlisten für Feldbetten zu prüfen! Die Jungs da unten müssen damit rechnen, dass sie beim nächsten Zählappell nicht mehr "Hier!" rufen können, sondern stattdessen in Plastikfolie eingepackt den Heimflug antreten.
Worüber regt man sich sich da im empörten Deutschland auf? Über alberne Fotos, mit denen unsere Soldaten ein bischen Dampf und Druck ablassen und letztlich sich selbst auf die Schippe nehmen?
Andernorts werden in vergleichbaren Militäreinsätzen wehrlose Gefangene misshandelt und Frauen vergewaltigt - und jetzt die Aufregung wegen solcher Fotos? Da werden Soldaten suspendiert und aus der Bundeswehr geschmissen, weil sie blöde und sicher auch geschmacklose Fotos gemacht haben? Da stimmt doch etwas mit den Relationen nicht!
Es ist sicher völlig daneben, Symbole von Rommels Africa-Corps auf irgendwelche Jeeps zu sprühen. Dafür würde ich den Übeltätern 20-40 Stunden politischen Unterricht inkl. Besichtigung einer KZ-Gedenkstätte auf´s Auge drücken. Das müsste eigentlich reichen, um diesen Leuten klar zu machen, dass sie -vor 6 Jahren!- komplette Deppen waren und die Glorifizierung von Personen wie Rommel unentschuldbar ist.
Über Strafen für Soldaten, die an solchen Aktionen beteiligt waren, sollten jetzt Menschen entscheiden, die sich bereits in einer ähnlichen Situation wie die Soldaten selbst befunden haben und nicht irgendwelche Bürokraten, die nicht einmal ansatzweise verstehen, was da unten so vorgeht.
Sie finden solch ein Verhalten beschämend und unwürdig? Sie haben Recht! Nein, sie hätten recht! Sie hätten recht, wenn es sich dabei um irgendwelche Stabssoldaten mit Beamtenstatus handeln würde.
Aber: In Afghanistan als Soldat Dienst zu schieben, ist etwas anderes als in Deutschland Inventarlisten für Feldbetten zu prüfen! Die Jungs da unten müssen damit rechnen, dass sie beim nächsten Zählappell nicht mehr "Hier!" rufen können, sondern stattdessen in Plastikfolie eingepackt den Heimflug antreten.
Worüber regt man sich sich da im empörten Deutschland auf? Über alberne Fotos, mit denen unsere Soldaten ein bischen Dampf und Druck ablassen und letztlich sich selbst auf die Schippe nehmen?
Andernorts werden in vergleichbaren Militäreinsätzen wehrlose Gefangene misshandelt und Frauen vergewaltigt - und jetzt die Aufregung wegen solcher Fotos? Da werden Soldaten suspendiert und aus der Bundeswehr geschmissen, weil sie blöde und sicher auch geschmacklose Fotos gemacht haben? Da stimmt doch etwas mit den Relationen nicht!
Es ist sicher völlig daneben, Symbole von Rommels Africa-Corps auf irgendwelche Jeeps zu sprühen. Dafür würde ich den Übeltätern 20-40 Stunden politischen Unterricht inkl. Besichtigung einer KZ-Gedenkstätte auf´s Auge drücken. Das müsste eigentlich reichen, um diesen Leuten klar zu machen, dass sie -vor 6 Jahren!- komplette Deppen waren und die Glorifizierung von Personen wie Rommel unentschuldbar ist.
Über Strafen für Soldaten, die an solchen Aktionen beteiligt waren, sollten jetzt Menschen entscheiden, die sich bereits in einer ähnlichen Situation wie die Soldaten selbst befunden haben und nicht irgendwelche Bürokraten, die nicht einmal ansatzweise verstehen, was da unten so vorgeht.
31 Oktober 2006
Krankenversicherer fälschen Unterschriften
Nach Beschluss der Gesundheitsreform haben private Krankenversicherungen dafür gesorgt, dass "aufgeregte Versicherte" (= deren Kunden) den Bundestag mit Protestschreiben bedenken. Ca. 100 solcher -handgeschriebenen- Briefe sollen bei jedem (!) Bundestagsabgeordneten angekommen sein.
Tolle Lobbyarbeit - könnte man meinen, aber: von einigen dieser Briefe wussten die Versicherten, also die Kunden, überhaupt nichts. Schon peinlich, wenn einer der Abgeordneten ein Protestschreiben von einem Freund bekommt, der aus allen Wolken fiel als er erfuhr, welch regen Schriftverkehr er da so führt. Und irgendwie fiel auch sonst auf, dass sich die Handschriften der Absender doch stark ähneln.
Tja, wirklich dumm gelaufen. Private Krankenversicherungen, die Unterschriften ihre Kunden fälschen?! Aber natürlich sind das alles Einzelfälle! Das sagt zumindest der Verband der Privaten Krankenversicherungen. Und wenn es nur ein einziger und damit echter Einzefall wäre: wir danken für den tiefen Einblick in das Geschäftsgebaren der Krankenversicherer und hoffen, dass die Staatsanwaltschaft die Damen und Herren, die das angezettelt haben, deutlich in die juristischen Schranken zurückweist.
Wenn Sie als DAK-, AOK- oder sonst wie gesetzlich Versicherter demnächst Pot von einer Privaten bekommen: es könnte Ihre Versicherungspolice sein, denn die unterschreiben die Versicherer künftig selbst. Ist doch auch viel einfacher als das ganze Rumgehampel mit Ihnen als Kunden!
Tolle Lobbyarbeit - könnte man meinen, aber: von einigen dieser Briefe wussten die Versicherten, also die Kunden, überhaupt nichts. Schon peinlich, wenn einer der Abgeordneten ein Protestschreiben von einem Freund bekommt, der aus allen Wolken fiel als er erfuhr, welch regen Schriftverkehr er da so führt. Und irgendwie fiel auch sonst auf, dass sich die Handschriften der Absender doch stark ähneln.
Tja, wirklich dumm gelaufen. Private Krankenversicherungen, die Unterschriften ihre Kunden fälschen?! Aber natürlich sind das alles Einzelfälle! Das sagt zumindest der Verband der Privaten Krankenversicherungen. Und wenn es nur ein einziger und damit echter Einzefall wäre: wir danken für den tiefen Einblick in das Geschäftsgebaren der Krankenversicherer und hoffen, dass die Staatsanwaltschaft die Damen und Herren, die das angezettelt haben, deutlich in die juristischen Schranken zurückweist.
Wenn Sie als DAK-, AOK- oder sonst wie gesetzlich Versicherter demnächst Pot von einer Privaten bekommen: es könnte Ihre Versicherungspolice sein, denn die unterschreiben die Versicherer künftig selbst. Ist doch auch viel einfacher als das ganze Rumgehampel mit Ihnen als Kunden!
29 Oktober 2006
Privater Geldverleih via Internet
Laut "Die Welt" kann bald jede Privatperson über das Internet Geld gegen Zinsen verleihen und so seine eigene Minibank werden. So soll es demnächst ein Portal geben, das Kredite vermittelt und dafür Provision erhält. Noch gibt es allerdings rechtliche Bedenken gegen diesen neuen Service.
Vorbild für diese neue Handelsplattform ist das britische Unternehmen Zopa Ltd. Wer zuviel Geld hat und es verleihen will, teilt dort Betrag, Zeitraum und seine Konditionen mit. Wer auf der anderen Seite einen Kredit benötigt, gibt dort ebenfalls Betrag, Zeitraum und den Zinssatz an, den er zu zahlen bereit ist. Stimmen Angebot und Nachfrage überein, vermittelt Zopa das Geschäft. Dafür verlangt das Unternehmen von beiden Beteiligten eine Gebühr in Höhe von je 0,5 Prozent des verliehenen Betrages. Kredite sollen so ca. 0,5% billiger sein als die von etablierten Banken.
Schattenseite des Modells ist der fehlende Einlagensicherungsfonds, der bei Banken die Kundengelder im Falle einer Insolvenz schützt. Deshalb hat Zopa eigene Sicherungsmechanismen entwickelt: Kreditnehmer werden genau wie bei den Banken überprüft und in Bonitätsklassen eingestuft, bei säumigen Kreditrückzahlern beauftragt Zopa ein Inkassounternehmen. Zudem wird eine Versicherung gegen Zahlungsausfall vermittelt.
Eine ähnliche Plattform ("ebay-credits"?) soll es bald auch bei uns geben. Allerdings könnte es Probleme mit dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG) geben. Für den Betreiber einer solchen Kreditplattform reicht ein Gewerbeschein, aber die einzelnen Geldverleiher müssen mit Konsequenzen rechnen, wenn sie ohne Erlaubnis gewerbsmäßig Kredite anbieten.
Vorbild für diese neue Handelsplattform ist das britische Unternehmen Zopa Ltd. Wer zuviel Geld hat und es verleihen will, teilt dort Betrag, Zeitraum und seine Konditionen mit. Wer auf der anderen Seite einen Kredit benötigt, gibt dort ebenfalls Betrag, Zeitraum und den Zinssatz an, den er zu zahlen bereit ist. Stimmen Angebot und Nachfrage überein, vermittelt Zopa das Geschäft. Dafür verlangt das Unternehmen von beiden Beteiligten eine Gebühr in Höhe von je 0,5 Prozent des verliehenen Betrages. Kredite sollen so ca. 0,5% billiger sein als die von etablierten Banken.
Schattenseite des Modells ist der fehlende Einlagensicherungsfonds, der bei Banken die Kundengelder im Falle einer Insolvenz schützt. Deshalb hat Zopa eigene Sicherungsmechanismen entwickelt: Kreditnehmer werden genau wie bei den Banken überprüft und in Bonitätsklassen eingestuft, bei säumigen Kreditrückzahlern beauftragt Zopa ein Inkassounternehmen. Zudem wird eine Versicherung gegen Zahlungsausfall vermittelt.
Eine ähnliche Plattform ("ebay-credits"?) soll es bald auch bei uns geben. Allerdings könnte es Probleme mit dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG) geben. Für den Betreiber einer solchen Kreditplattform reicht ein Gewerbeschein, aber die einzelnen Geldverleiher müssen mit Konsequenzen rechnen, wenn sie ohne Erlaubnis gewerbsmäßig Kredite anbieten.
20 Oktober 2006
So treibt man seinen Nachbarn in den Wahnsinn
Mit einer wahren Flut falscher Bestellungen hat ein Mann aus Schleswig-Holstein seinen Nachbarn beinahe in den Wahnsinn getrieben - nun hat der Fall sogar das Bundesverfassungsgericht beschäftigt (keine Ahnung warum). Bei 35 Firmen hatte der Mann Waren und Dienstleistungen unter dem Namen seinen ungeliebten Nachbarn bestellt. Dem geplagten Opfer sollte u.a. mehrmals Heizöl geliefert werden. Nicht bewiesen werden konnte der Vorwurf, einmal sei sogar der Pfarrer zur letzten Ölung erschienen.
Wer jetzt auf den Geschmack kommt und überlegt, wie er (oder sie) seinem bösen Nachbarn ähnliches Glück zuteil werden lassen kann, hier ein paar Ideen:
- kurzer Brief an die Zeugen Jehovas: sie hätten da gerne mal ein paar Infos...
- schreiben Sie in einem der einschlägigen Foren, dass sie im Lotto gewonnen hätten und nun nach sinnvollen Investitionsmöglichkeiten suchen (Name und Anschrift nicht vergessen!)
Wer es ausprobieren möchte, sollte allerdings damit rechnen, dass es mächtig Ärger gibt. Insoweit kann ich nur abraten, derartige Gelüste in die Tat umzusetzen!
Noch einer!
Folgenden Artikel habe ich heute in den Lübecker Nachrichten gelesen. Tauschen Sie doch einfach Ort und Alter aus, schicken das ganze per E-mail ein eine "liebe" Kollegin und fragen "Geht´s dir wieder besser?":
4,14 Promille - Polizisten finden volltrunkene Frau in Bad Segeberg
Bad Segeberg (dpa/lno) - Polizisten haben in der Nacht zum Freitag in Bad Segeberg eine volltrunkene Frau aufgegriffen. Anwohner hatten die hilflose 37-Jährige in einem Hauseingang entdeckt und die Beamten alarmiert, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Überprüfung der Frau registrierte eine Streifenwagenbesatzung einen Alkoholwert von 4,14 Promille. Ein Arzt stellte bei einer Untersuchung keine lebensbedrohlichen Auswirkungen ihres Vollrausches fest. Die 37- Jährige verbrachte den Rest der Nacht darum nicht im Krankenhaus sondern in einer Ausnüchterungszelle.
Wer jetzt auf den Geschmack kommt und überlegt, wie er (oder sie) seinem bösen Nachbarn ähnliches Glück zuteil werden lassen kann, hier ein paar Ideen:
- kurzer Brief an die Zeugen Jehovas: sie hätten da gerne mal ein paar Infos...
- schreiben Sie in einem der einschlägigen Foren, dass sie im Lotto gewonnen hätten und nun nach sinnvollen Investitionsmöglichkeiten suchen (Name und Anschrift nicht vergessen!)
Wer es ausprobieren möchte, sollte allerdings damit rechnen, dass es mächtig Ärger gibt. Insoweit kann ich nur abraten, derartige Gelüste in die Tat umzusetzen!
Noch einer!
Folgenden Artikel habe ich heute in den Lübecker Nachrichten gelesen. Tauschen Sie doch einfach Ort und Alter aus, schicken das ganze per E-mail ein eine "liebe" Kollegin und fragen "Geht´s dir wieder besser?":
4,14 Promille - Polizisten finden volltrunkene Frau in Bad Segeberg
Bad Segeberg (dpa/lno) - Polizisten haben in der Nacht zum Freitag in Bad Segeberg eine volltrunkene Frau aufgegriffen. Anwohner hatten die hilflose 37-Jährige in einem Hauseingang entdeckt und die Beamten alarmiert, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Überprüfung der Frau registrierte eine Streifenwagenbesatzung einen Alkoholwert von 4,14 Promille. Ein Arzt stellte bei einer Untersuchung keine lebensbedrohlichen Auswirkungen ihres Vollrausches fest. Die 37- Jährige verbrachte den Rest der Nacht darum nicht im Krankenhaus sondern in einer Ausnüchterungszelle.
19 Oktober 2006
REITs ohne Wohnimmobilien?
Wenn es nach Teilen der SPD und den Verbraucherverbänden geht, müssen sog. REITs ohne Wohnimmobilien auskommen.
Begründet wird das mit der Angst vor renditeorientierten Spekulanten, die nichts unversucht lassen würden, um über die Wohnungsmieten maximale Erträge zu generieren. Zitat von Edda Müller, der Chefin des Verbandes der Verbraucherzentralen: „Wer Wohnimmobilien allein als Renditeobjekt betrachtet, vernachlässigt die soziale Bedeutung für Bewohner und Stadtquartiere.“ (Quelle: Handelsblatt vom 19.10.2006)
Tja, Frau Müller, dann erzählen Sie doch mal, vorher die Gelder kommen sollen, um den bestehenden Wohnungsbestand zu erhalten oder sogar neue (bezahlbare) Wohnungen zu bauen! Mir als Mieter wäre doch ein renditeorientierter Eigentümer lieber als die Wohnungsgenossenschaft, die finanziell aus dem letzten Loch pfeifft und gar nicht in der Lage ist, die eigenen Wohnungsbestände in Schuss zu halten.
Oder warten Sie auf den sozial eingestellten privaten Investor, der nach dem Vorbild der Fuggerei, Wohnungen zum Nulltarif anbietet? Diese noblen Damen und Herren wachsen in Deutschland ja auch quasi auf den Bäumen.
Renditeorientierte Investoren, die Kapital in Wohnimmobilien stecken, haben meistens (nicht immer) langfristige Interessen. Dazu gehören u.a. stabile Mietverhältnisse und geringe Leerstände. Und wie so häufig im Wirtschaftsleben, regeln Angebot und Nachfrage auch hier die Preise.
Begründet wird das mit der Angst vor renditeorientierten Spekulanten, die nichts unversucht lassen würden, um über die Wohnungsmieten maximale Erträge zu generieren. Zitat von Edda Müller, der Chefin des Verbandes der Verbraucherzentralen: „Wer Wohnimmobilien allein als Renditeobjekt betrachtet, vernachlässigt die soziale Bedeutung für Bewohner und Stadtquartiere.“ (Quelle: Handelsblatt vom 19.10.2006)
Tja, Frau Müller, dann erzählen Sie doch mal, vorher die Gelder kommen sollen, um den bestehenden Wohnungsbestand zu erhalten oder sogar neue (bezahlbare) Wohnungen zu bauen! Mir als Mieter wäre doch ein renditeorientierter Eigentümer lieber als die Wohnungsgenossenschaft, die finanziell aus dem letzten Loch pfeifft und gar nicht in der Lage ist, die eigenen Wohnungsbestände in Schuss zu halten.
Oder warten Sie auf den sozial eingestellten privaten Investor, der nach dem Vorbild der Fuggerei, Wohnungen zum Nulltarif anbietet? Diese noblen Damen und Herren wachsen in Deutschland ja auch quasi auf den Bäumen.
Renditeorientierte Investoren, die Kapital in Wohnimmobilien stecken, haben meistens (nicht immer) langfristige Interessen. Dazu gehören u.a. stabile Mietverhältnisse und geringe Leerstände. Und wie so häufig im Wirtschaftsleben, regeln Angebot und Nachfrage auch hier die Preise.
16 Oktober 2006
Norisbank baut neues Filialnetz
Das ist doch schlau: erst verkauft die Noribank ihre gesamten Filialen (100) für 420 Mio an die Herren von der Deutschen Bank, um dann mit den Geld ein neues Filialnetz aufzubauen.
Bundesweit will die Norisbank 100 sog. "Easy-Credt-Shops" an Top-Standorten eröffnen, die ausschließlich die Ratenkredite der Norisbank verkaufen. Will der Interessent mehr, schickt man ihn zur nächsten Volks- und Raiffeisenbank um die Ecke. 38 solcher Shops gibt es bereits.
Jeder Shop kostet lt. einem Bericht der Welt rund 100.000 Euro und wird mit 5 Mitarbeitern besetzt. Bei 100 Shops sind das 10 Mio Euro. Na, dann bleibt ja vom Verkauf des alten Filialnetzes noch was übrig.
Die Investitionskosten könnte man bestimmt noch senken. Ich schlage Filialen in Litfaßsäulen vor. Die wären im Zweifel auch noch mobil und für eine kuschelige Atmosphäre zwischen Kunden und Beratern ist gesorgt!
Bundesweit will die Norisbank 100 sog. "Easy-Credt-Shops" an Top-Standorten eröffnen, die ausschließlich die Ratenkredite der Norisbank verkaufen. Will der Interessent mehr, schickt man ihn zur nächsten Volks- und Raiffeisenbank um die Ecke. 38 solcher Shops gibt es bereits.
Jeder Shop kostet lt. einem Bericht der Welt rund 100.000 Euro und wird mit 5 Mitarbeitern besetzt. Bei 100 Shops sind das 10 Mio Euro. Na, dann bleibt ja vom Verkauf des alten Filialnetzes noch was übrig.
Die Investitionskosten könnte man bestimmt noch senken. Ich schlage Filialen in Litfaßsäulen vor. Die wären im Zweifel auch noch mobil und für eine kuschelige Atmosphäre zwischen Kunden und Beratern ist gesorgt!
13 Oktober 2006
Die Bremer sparen am meisten!
Laut Hamburger Abendblatt hat eine Studie der Postbank ergeben, dass die Einwohner unseres kleinsten Bundeslandes (Bremmen, nicht Mallorca!) die sparsamsten sind. Die Sparquote liegt dort bei 9.493 Euro pro Kopf. Knapp dahinter liegen die Bayern mit 9.316 Euro. Und die sparsamen Schwaben (siehste, alles Vorurteile!) auf Platz 3 mit -keine Ahnung wieviel. Die Hamburger liegen mit knapp 7.000 Euro abgeschlagen auf Platz 7.
Da kannste mal sehen! Liegt das daran, dass das Land Bremen ständig vor der Pleite steht und die Bremer schon mal ´nen Notgroschen auf die Seite packen? Oder hat der Bremer einfach weniger Gelegenheit zum Geld ausgeben als der Hamburger (ja, die Nächte im Doll-House können teuer sein!).
Ein Aufruf an alle Bremer (ich bin ja nur ein halber): welchen Slogan können wir dafür statt "schaffe,schaffe, Häusle bauen" nehmen?
Da kannste mal sehen! Liegt das daran, dass das Land Bremen ständig vor der Pleite steht und die Bremer schon mal ´nen Notgroschen auf die Seite packen? Oder hat der Bremer einfach weniger Gelegenheit zum Geld ausgeben als der Hamburger (ja, die Nächte im Doll-House können teuer sein!).
Ein Aufruf an alle Bremer (ich bin ja nur ein halber): welchen Slogan können wir dafür statt "schaffe,schaffe, Häusle bauen" nehmen?
10 Oktober 2006
C & A beantragt Banklizenz
Wir haben uns ja schon daran gewöhnt, dass man bei Tchibo neben Kaffee und Sportsocken auch KfZ-Versicherungen bekommt und Kredite bei Einzelhändlern sind auch nix neues. Diese Angebote stammen dann aber immer von Drittanbietern.
Die Einzelhandelskette C&A geht jetzt einen anderen Weg: um künftig auch Ratenkredite anbieten zu können, haben die Düsseldorfer gleich eine Banklizenz beantragt.
Den wichtigsten Vertriebskanal sieht das Modehaus in den rund 380 Filialen sowie über das Telefon. Wird da demnächst Szene geben wie "Schatzi, ich schau mal nach Schuhen, kümmere du dich derweilen um die Finanzierung!".
Das Geschäft mit Ratenkrediten läuft für die meisten Banken derzeit nicht so prickelnd. Kommt da jetzt noch zusätzliche Konkurrenz auf?
Wir dürfen mal gespannt sein!
Die Einzelhandelskette C&A geht jetzt einen anderen Weg: um künftig auch Ratenkredite anbieten zu können, haben die Düsseldorfer gleich eine Banklizenz beantragt.
Den wichtigsten Vertriebskanal sieht das Modehaus in den rund 380 Filialen sowie über das Telefon. Wird da demnächst Szene geben wie "Schatzi, ich schau mal nach Schuhen, kümmere du dich derweilen um die Finanzierung!".
Das Geschäft mit Ratenkrediten läuft für die meisten Banken derzeit nicht so prickelnd. Kommt da jetzt noch zusätzliche Konkurrenz auf?
Wir dürfen mal gespannt sein!
07 Oktober 2006
Verbraucherzentralen vermitteln jetzt Baufinanzierungen
Hätte ich nicht schon vorher gewusst, wäre mir bei der heutigen Frühstücks-Lektüre des Hamburger Abendblattes glatt das Brötchen aus der Hand gefallen: die Verbraucherzentralen in Hamburg und Bremen bieten jetzt Immobilienfinanzierungen an. Grundlage dafür ist eine Zusammenarbeit mit einem namhaften Maklerpool/Internetmakler. Wer den Artikel liest, kann ahnen, welcher Maklerpool es ist (siehe http://www.abendblatt.de/daten/2006/10/07/621311.html)
Da ich selbst als sog. "Baufinanzierungsmakler" im Großraum Hamburg arbeite, war ich natürlich besonders neugierig, was die "neuen Kollegen" so vor haben.
Die Verbraucherzentralen wollen jetzt Interessenten gegen eine Gebühr von 400 Euro (ohne Finanzierungsberatung bzw. inkl. Beratung für 470 Euro) aus diesem Bankenpool eine möglichst günstige Bank/Finanzierung vermitteln. Bei der Angebotsfindung in dem Datenbanksystem dieses Maklerpools wird dann mit sog. "Null-Provisionen" gerechnet. Das führt natürlich dazu, dass die Zinskonditionen bei einer Reihe von Banken günstiger sind als bei Angeboten, bei denen eine Vermittlungsprovision in der Zinsmarge berücksichtigt ist (bei einem Anbieter wie der ING-DiBa funktioniert dies beisopielsweise nicht, da ein Provisiosverzicht dort nicht zur Konditionssenkung genutzt werden kann).
Eigentlich ist das noch nicht wirklich spektakulär. Schließlich kalkulieren wir im Internet-/Direktgeschäfts mit Provisionssätzen, die mit den Gebühren der Verbraucherzentrale durchaus vergleichbar sind.
Allerdings liegen mir 2 Punkte doch etwas auf dem Magen:
1. die Verbraucherzentralen binden sich in ihrem Angebot an einen ganz bestimmten Anbieter, sprich Internetmakler. Dadurch verlieren Sie meines Erachtens, vielleicht auch ungewollt, ihre Neutralität gegenüber allen anderen am Markt befindlichen Anbietern. Anders wäre es, wenn sie für die 400 Euro Gebühren eine breite Auswahl an z.B. Darlehnsgebern oder Finanzierungsmaklern ansprechen und dann deren Angebote für ihre Kunden auswerten bzw. vergleichen.
2. eine Gebühr von 400 Euro (oder inkl. einer Beratung 470 Euro) kann angesichts des Aufwandes und der hohen laufenden Kosten der Verbraucherzentralen für Personal usw. nicht kostendeckend sein, ausgenommen der Kunde steht nach Abschluss einer Finanzierung alleine -sprich ohne weitere Betreuung- da. Letzteres muss für erfahrene Kunden kein Nachteil sein, aber gerade unerfahrene Kunden schätzen oft die Möglichkeit, auch nach Vertragsunterschrift einen festen Ansprechpartner zu haben. Dieser Service ist aber für für 400 Euro nicht zu leisten.
Bei der Gebührengestaltung können die Verbraucherzentralen gegenüber anderen rein privatwirtschaftlichen Finanzierungsmaklern einen wesentlichen Vorteil nutzen: sie finanzieren sich hauptsächlich durch Zuschüsse z.B. der jeweiligen Bundesländer (Hamburg & Bremen). Dabei können sie zudem den erheblichen Bekanntheitsgrad und Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung für sich nutzen.
Ich (wir) haben(n) nichts gegen Wettbewerber, von denen es ohnehin schon eine ganze Menge gibt, aber: dieser neue Wettbewerber wird im Gegensatz zu allen anderen Wettbewerbern staatlich subventioniert und nutzt dabei auch noch seine besondere Vertrauensstellung in der Öffentlichkeit. Und da steckt - zu guter letzt- auch die gefahr für die Verbraucherzentralen selbst: die Verbraucher erwarten, dass man Ihnen in der Verbraucherzentrale das günstigste am Markt befindliche Angebot nennt, schließlich bezahlen sie dafür Gebühren. Aber: diesen Anspruch werden die Verbraucherzentralen nicht erfüllen können, denn auch der eine Internetmakler/Maklerpool bietet nicht immer die besten Konditionen. Und damit wird ggf. die Glaubwürdigkeit insgesamt auf der strecke bleiben?!
Da ich selbst als sog. "Baufinanzierungsmakler" im Großraum Hamburg arbeite, war ich natürlich besonders neugierig, was die "neuen Kollegen" so vor haben.
Die Verbraucherzentralen wollen jetzt Interessenten gegen eine Gebühr von 400 Euro (ohne Finanzierungsberatung bzw. inkl. Beratung für 470 Euro) aus diesem Bankenpool eine möglichst günstige Bank/Finanzierung vermitteln. Bei der Angebotsfindung in dem Datenbanksystem dieses Maklerpools wird dann mit sog. "Null-Provisionen" gerechnet. Das führt natürlich dazu, dass die Zinskonditionen bei einer Reihe von Banken günstiger sind als bei Angeboten, bei denen eine Vermittlungsprovision in der Zinsmarge berücksichtigt ist (bei einem Anbieter wie der ING-DiBa funktioniert dies beisopielsweise nicht, da ein Provisiosverzicht dort nicht zur Konditionssenkung genutzt werden kann).
Eigentlich ist das noch nicht wirklich spektakulär. Schließlich kalkulieren wir im Internet-/Direktgeschäfts mit Provisionssätzen, die mit den Gebühren der Verbraucherzentrale durchaus vergleichbar sind.
Allerdings liegen mir 2 Punkte doch etwas auf dem Magen:
1. die Verbraucherzentralen binden sich in ihrem Angebot an einen ganz bestimmten Anbieter, sprich Internetmakler. Dadurch verlieren Sie meines Erachtens, vielleicht auch ungewollt, ihre Neutralität gegenüber allen anderen am Markt befindlichen Anbietern. Anders wäre es, wenn sie für die 400 Euro Gebühren eine breite Auswahl an z.B. Darlehnsgebern oder Finanzierungsmaklern ansprechen und dann deren Angebote für ihre Kunden auswerten bzw. vergleichen.
2. eine Gebühr von 400 Euro (oder inkl. einer Beratung 470 Euro) kann angesichts des Aufwandes und der hohen laufenden Kosten der Verbraucherzentralen für Personal usw. nicht kostendeckend sein, ausgenommen der Kunde steht nach Abschluss einer Finanzierung alleine -sprich ohne weitere Betreuung- da. Letzteres muss für erfahrene Kunden kein Nachteil sein, aber gerade unerfahrene Kunden schätzen oft die Möglichkeit, auch nach Vertragsunterschrift einen festen Ansprechpartner zu haben. Dieser Service ist aber für für 400 Euro nicht zu leisten.
Bei der Gebührengestaltung können die Verbraucherzentralen gegenüber anderen rein privatwirtschaftlichen Finanzierungsmaklern einen wesentlichen Vorteil nutzen: sie finanzieren sich hauptsächlich durch Zuschüsse z.B. der jeweiligen Bundesländer (Hamburg & Bremen). Dabei können sie zudem den erheblichen Bekanntheitsgrad und Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung für sich nutzen.
Ich (wir) haben(n) nichts gegen Wettbewerber, von denen es ohnehin schon eine ganze Menge gibt, aber: dieser neue Wettbewerber wird im Gegensatz zu allen anderen Wettbewerbern staatlich subventioniert und nutzt dabei auch noch seine besondere Vertrauensstellung in der Öffentlichkeit. Und da steckt - zu guter letzt- auch die gefahr für die Verbraucherzentralen selbst: die Verbraucher erwarten, dass man Ihnen in der Verbraucherzentrale das günstigste am Markt befindliche Angebot nennt, schließlich bezahlen sie dafür Gebühren. Aber: diesen Anspruch werden die Verbraucherzentralen nicht erfüllen können, denn auch der eine Internetmakler/Maklerpool bietet nicht immer die besten Konditionen. Und damit wird ggf. die Glaubwürdigkeit insgesamt auf der strecke bleiben?!
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