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02 Juni 2011

Ökotest zu Riesterrenten: Kosten fressen Förderung auf

Ökotest: Die Kosten von Riester-Renten sind teilweise fast so hoch, wie die Zulagen, die der Staat in über 30 Jahren spendiert. Das zeigt erstmals eine Untersuchung in der aktuellen Juni-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins. Zudem brachte der Test einen sozialpolitischen Skandal ans Licht: Ausgerechnet Geringverdiener und durchschnittlich verdienende Familien mit Kindern, für die die staatliche geförderte Zusatzrente besonders wichtig ist, werden von der Allianz bei der Verteilung von Überschüssen benachteiligt....

Die vollständige Pressemitteilung von Ökotest finden Sie unter http://presse.oekotest.de/presse/PM-M1106-Riesterrenten.pdf

01 Juni 2011

Bank of Scotland erhöht Zinsen für Tagesgeld

Die "durch Funk und Fernsehen" bekannte Bank of Scotland hat per 01.06.2011 die Zinsen für das Tagesgeldkonto von 2,30% auf 2,40% erhöht.

Die Zinssätze gelten für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen.

Weitere Infos zum Thema Tagesgeld und einen neutralen Vergleich finden Sie unter: http://www.bankmitarbeiter.de/html/tagesgeld.html

19 Mai 2011

Hamburg-Mannheimer lud Vertreter zu Sex-Party ein...

Spiegel-Online: 20 Prostituierte und Himmelbetten zur freien Verfügung: Die Versicherung Hamburg-Mannheimer hat ihre besten Vertreter im Juni 2007 zu einer ausschweifenden Sex-Party in Budapest eingeladen. Das hauseigene Vertretermagazin schwärmte anschließend von einem "Mordsspaß"....

Siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,763461,0...


Eine kleine Posse zu diesem Thema (Achtung Satire!):

Laut unbestätigten Gerüchten aus dem ungarischen Familienministerium kam es im Februar/März 2008 zu einem signifikanten Anstieg der Geburtenrate im Großraum Budapest. Auffällig war zudem, dass viele der alleinstehenden Mütter den Nachnamen des Vaters mit "Kaiser" angegeben haben. Nick W., der die Figur des Herrn Kaiser jahrelang in der Werbung spielte, sieht wegen der Gefahr unberechtigter Unterhaltsforderungen vorerst von Reisen nach Ungarn ab. Zudem weigerte er sich spontan, die Rolle des Herrn Kaiser in einer geplanten Verfilmung der Ereignisse unter der Regie von Lars von Trier zu spielen.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen des Ergo-Konzerns zu erfahren ist, überlegt man, das in Budapest erprobte System mit roten und weißen Bändchen jetzt auch für die weiblichen Angestellten des Ergo-Konzerns einzuführen (Weißes Band= darf nur mit dem Vorstand po... - Rotes Band = muss mit jedem po...). "Effizenz im Tagesgeschäft ist unser höchstes Prinzip" so ein namentlich nicht genannte Unternehmenssprecher. Ungeklärt ist aber noch, wo man künftig die Himmelbetten aufstellen will. Im Gespräch ist, einen Teil der Kantine(n) zu nutzen. Allerdings kann man sich auch eine entsprechende Ausstattung der Kopierräume vorstellen. Die noch vorhandenen Besenkammern sind für Verwaltungsangestellte aufgrund häufiger Rückenleiden nicht geeignet. Gleichstellungsbeauftragte bundesweit bereiten wegen dieser Diskriminierung bereits einen entsprechenden Protest vor. Der könnte allerdings ins Leere laufen, da es im Vorstand von Ergo keine weiblichen Mitglieder gibt.

Als unrichtig hat sich dagegen herausgestellt, dass man auf der Webseite von Ergo (Startseite rechts) unter der Rubrik "Soforthelfer" die Telefonnummern der 20 in Budepest betiligten Damen findet.....auch wenn sich beim Klick auf das "Soforthelfer" ein sog. POP-up-Fenster öffnet....

Es grüsst mit sichtlichem Vergnügen
Ihr Olaf Varlemann

23 März 2011

Provision verschwiegen: OLG verurteilt Sparkasse und nennt Verhalten kriminell

Inzwischen sollte es sich bei Banken und Sparkassen herumgesprochen haben, dass das Verschweigen von Provisionen, die eine Bank beispielsweise für die Vermittlung von Fondsanlagen erhält, immer wieder zur Schadensersatzpflicht gegenüber Kunden führt. Hierzu gibt es bereits zahlreiche Gerichtsurteile verschiedener Instanzen.

Eine ganze neue Qualität hat das jüngste Urteil des OLG Stuttgart (Az. 9 U 129/10) . Dieses beschied der beklagten Sparkasse Tübingen kriminelles Verhalten. Sollte das Urteil rechtskräftig werden und die Sparkasse mit einem möglichen Berufungsverfahren keinen Erfolg haben, hätte dies eherblich Folgen für ähnliche Rechtsstreitigkeiten und könnte auch zu zahlreichen neuen Schadensersatzforderungen führen. Ein Grund: im Falle kriminellen Handels würde sich die Frist für zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen von 3 auf 30 Jahre verlängern.

Ein echter Durchbruch für Verbraucher?

Das Urteil des OLG ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits macht es absolut Sinn, Kunden im Verkaufsgespräch darüber aufzuklären, dass der Berater (Verkäufer) bzw. dessen Arbeitgeber für bestimmte Produktempfehlungen Provisionen erhält. Andererseits wäre es ziemlich naiv zu glauben, dass Finanzdienstleister sich u.a. die Zeit für eine Beratung (Verkaufsgespräch) nehmen und dann Produkte anbieten, die ihnen keinen Ertrag bringen. Vor allem Banken und Sparkassen aber ein Problem damit, Ihren Kunden erklären zu müssen, dass sie jahrelang auf das Märchen von der "kostenlosen Beratung" hereingefallen sind.

Allerdings sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass dieses Urteil ein weiterer Schritt in die Richtung ist (sein kann), dass der Verbraucher eigentlich für nichts verantwortlich ist. Läuft beispielsweise eine Kapitalanlage bestens, freut sich der Kunde. Läuft sie nicht, versucht man von der Bank Schadensersatz wegen Falschberatung zu bekommen. Das Anlagerisiko wird so immer mehr vom Verbraucher auf die Bank/Sparkasse verlagert. Gerichte scheinen den Verbrauchern zunehmend jede Eigenverantwortung abzusprechen.

In der Folge kann es durchaus sein, dass "normalen" Privatkunden künftig nur noch sehr standardisierte Finanzprodukte angeboten werden. Diese werden vergleichsweise wenig Ertrag für die Bank/Sparkasse abwerfen. Und das wird dazu führen, dass aus der sehr persönlichen Hausbankverbindung, die vielen Bankkunden noch immer wichtig ist, letztlich eine reichlich anonyme Bank-Kundenbeziehung wird. Denkbar ist auch, dass das Thema "Honorarberatung" dadurch wieder an Aktualität gewinnt. Der deutsche Bankkunden sollte sich schon einmal mit dem Gedanken vertraut machen, dass eine objektive, verbraucherorientierte und nicht auf Provisionsmaximierung ausgerichtete Beratung nicht umsonst sein kann. Alles andere widerspricht den Grundprinzipien des Wirtschaftslebens.

02 März 2011

EuGH: Geschlecht darf Versicherungsprämien nicht beeinflussen

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass unterschiedliche Prämien für "Männlein und Weiblein" unrechtmäßig sind. Die Versicherer haben bis Dezember 2012 Zeit, die Tarife und Kosten anzupassen.

In der Folge dürften Versicherungsverträge insgesamt teurer werden, denn zum einen müssen die Versicherer Reserven bilden, um tatsächlich vorhandene statitische Unterschiede zwischen Männern und Frauen auszugleichen (siehe z.B. unterschiedliche Lebenserwartung) und zum anderen dürften einige Versicherer sich die Gelegenheit zur Prämienerhöhung "durch die Hintertür" ohnehin nicht entgehen lassen.

Für Männer und Frauen dürften sich in einigen Sparten jeweils Verbesserungen, in anderen Verschlechterungen ergeben. Lebensversicherungen müssten für Männer eigentlich günstiger werden, wohingegen sich private Krankenversicherungen verteuern dürften. Aus Sicht der Frauen ist es genau umgekehrt.

Ob das Urteil des EuGH auch bereits bestehende Versicherungsverträge beeinflusst, war bis lang nicht in Erfahrung zu bringen.

01 März 2011

MCT Fonds: Postbankkunden betrogen?

Die Postbank hat bis Ende 2009 über ihren selbständigen Finanzberater Kunden fleißig den Fonds "MTC Südafrika 3" vertrieben. Das ist kein Wunder, denn schließlich zahlte der Fondsinitiator dr Postbank 15% Provision. Wieviel davon bei den Finanzberatern angekommen ist, ist derzeit nicht bekannt, aber auch die werden ein erhebliches Interesse gehabt haben, diesen Fonds zu vertreiben. Laut Medienberichten sollen 150 Anleger rund 3 Mio Euro in den Fonds investiert haben.

Das Problem bei diesem Fonds: das damit zu finanzierenende Hotelprojekt in Südafrika ist geplatzt und die Gelder aus Deutschland sind wahrscheinlich komplett verloren. Ob und in welcher Form die Postbank jetzt Kunden entschädigen muss (z.B. wegen fehlerhafter Risikohinweise) werden die Gerichte klären müssen. Anleger und Anwälte bereiten derzeit entsprechende Klagen vor.

25 Februar 2011

Investmentfonds: Verbraucherzentrale mahnen hohe Gebühren ab

Nach einem Bericht des Handelsblattes hat Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen jetzt 3 große Fondsanbieter wegen unrechtmäßiger Gebühren abgemahnt.

Von Verbraucherschützern besonders kritisiert werden vergleichsweise hohe und intransparente Gebühren. Bei einer Untersuchung von insgesamt 50 Fonds kam die Verbraucherzentrale auf bis zu 60 verschiedene Gebührenpositionen bei einem Fond/einer Fondsgesellschaft. Der obligatorische Ausgabeaufschlag ist also nur ein Teil der Wahrheit.

Besonders dreist: als die Fondspreise im Keller waren und es eigentlich nur nach oben gehen konnte, haben einige Fondsgesellschaften eine sog. "Performance Fee" eingeführt, mit der sie an steigenen Anteilswerten partizipieren.

28 Januar 2011

Barclays Bank stellt Beratung für Kleinanleger ein- ist das die Zukunft auch in Deutschland?

Die britische Barclays Bank stellt die Finanz- und Anlageberatung für Kleinanleger in den Filialen ein. Eine persönliche Beratung gibt es künftig nur noch für Anlager mit mindestens 500.000 Pfund Vermögen. Wer weniger Vermögen mitbringt muss seine Spar- und Fondsanlagen künftig online abschließen und verwalten. Grund für diese neue Geschäftspolitik: das Geschäft mit "normalen" Sparern ist kostenintensiv, wirft aber kaum noch Margen (Erträge) ab. Barclays kann durch diesen Schritt rund 1.000 Mitarbeiter in den Filialen einsparen. Andere Banken in Großbritannien überlegen ähnliche Schritte.

Wäre ein solcher Schritt von Banken auch in Deutschland denkbar?

Denkbar ist grundsätzlich alles und jedes, allerdings unterscheidet sich der Bankenmarkt in Großbritannien doch deutlich vom dem in Deutschland. Während "auf der Insel" einige wenige Großbanken den Markt beherrschen, haben wir eine deutlich höhere Bankenvielfalt und damit einen größeren Wettbewerb. Zudem leben unsere Banken ganz gut von den Margen bei Dispokrediten, die es in dieser Form bei britsichen Banken nicht gibt (Briten nutzen für "Kontoüberziehungen" ihre Kreditkarte, die dort auch eine echte Kreditkarte ist).

Trotzdem ist eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland nicht ganz unmöglich. Schließlich sind die Deutschen Weltmeister im Feilschen um Kosten und Gebühren bei Banken. Das Girokonto muss kostenlos sein, der Dispo soll maximal 7% kosten und das Tagesgeld sollte derzeit mindestens 3% bringen. Ausgabeaufschläge bei Investmentfonds oder sonstige Verkaufsprovisionen für Banken gelten als unanständig. Die Beratung in den Banken soll umfassend, solide, verbraucherorientiert und vor allem kostenlos sein. Kurzum: Banken und Sparkassen sollen die eierlegende Wollmichsau bieten. Nur: Banken sind Wirtschaftsunternehmen und keine caritativen Einrichtungen. Ohne Erträge auf Zinsgeschäften, Gebühren oder Provisionen für den Verkauf von Anlageprodukten wird keine Bank -sei sie noch so verbraucherfreundlich- überleben können.

03 Januar 2011

Einlagensicherung verdoppelt

Seit 01.01.2011 gilt in der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung eine Absicherungen von 100.000 Euro je Kreditinstut und Kontoinhaber (vormals 50.000 Euro).

Für die meisten Anleger verändert sich durch die Änderung kaum etwas, denn die meisten Banken und Sparkassen verfügen neben der gesetzlichen Einlagensicherung über einen weitergehende Einlagensicherung durch ihre jeweiligen Verbände.

Auch in anderen EU-Ländern liegt die gesetzliche Einlagensicherung bei 100.000 Euro. Angehoben wurde auch die Einlagensicherung in Großbritannien, was vor allem alle Anleger der Bank of Scotland freuen dürfte. Dort stieg die staatliche britische Einlagensicherung von 50.000 Pfund auf 85.000 Pfund (ca. 98.000 Euro).

27 Dezember 2010

Bundesverbraucherministerin will Bankberater prüfen

Das Handelsblatt berichtet in der heutigen Ausgabe, dass Bundesverbraucherministerin Aigner die staatliche Überprüfung von Anlageberatern/-beraterinnen bei Banken und Sparkassen plant. Dazu will man -ähnlich wie Finanztest/Stiftung Warentest- Testkunden in die einzelnen Banken schicken. So soll kontrolliert werden, ob beispielsweise die Vorgaben/Anforderungen hinsichtlich des Beratungsprotokolls eingehalten werden.

Es wird spannend werden, ob und in welcher Form beispielsweise die Bafin die Anlageberatung in den Banken prüfen will. Die Frage ist auch, ob die Kundenberater/-innen den Braten riechen, wenn vermehrt fremde Kunden nach einer Beratung fragen.

08 Dezember 2010

Nur gesetzliche Einlagensicherung einklagbar

Die privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken werben gerne mit ihre eigenen Einlagensicherung, die Anleger über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus entschädigen soll. Das Problem bei dieser freiwilligen Einlagensicherung: sie ist vor Gericht nicht einklagbar.

Dass die Ansprüche nicht einklagbar sind, ist unter Juristen seit längerem bekannt bzw. "vorherrschende Rechtsmeinung". Diese Meinung wurde jetzt durch ein Urteil des Landgerichts Berlin bekräftigt (AZ 10 O 360/09).

Gerade bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken sollte man bedenken, dass diese Institute sich für den Fall einer Pleite gegenseitig absichern, aber letztlich keine Sparkasse oder Genossenschaftsbank einen Rechtsanspruch darauf hat, von den Kollegen gerettet zu werden. Sofern "hier und da" mal eine dieser Banken in Schieflage gerät, ist es sicher kein Problem, diese Banken innerhalb des Verbundes aufzufangen. Anders könnte es aussehen, wenn mehrere Institute gleichzeit am Abgrund stehen. Und seit der Banken- und Finanzkrise sollte man immerhin nichts grundsätzlich ausschliessen.

Bei den privaten Banken ist die Situation noch ernster als bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die freiwillige Einlagesicherung der privaten Banken, der beispielsweise die Deutsche Bank und Commerzbank angehören, wurde nach der Lehman-Pleite schon kräftig in Anspruch genommen und konnte die Anleger nur mit Hilfe des Bankenrettungsfonds Soffin entschädigen. Die Kassen des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB) sind angeblich leer. Eine weitere Bankenpleite könnte wahrscheinlich wieder auch nur mit Hilfe anderer aufgefangen werden. Jeder Anleger muss selbst entscheiden, ob er auf diese Form der Absicherung vertrauen möchte.

Mehr Informationen zum Thema Einlagensicherung bei Banken und Sparkassen finden Sie unter www.bankmitarbeiter.de/html/sicherheit_tagesgeld.html

02 November 2010

Genossenschaftsbanken: Rechenzentren sollen fusionieren

Die Genossenschaftsbanken leisten sich -nohc- zwei unterschiedliche IT-System und Rechenzentren: die GAD und die Fiducia. Wenn es nach dem Willen der Eigentümer dieser Rechenzentren geht, sollen beide über Kurz oder Lang zusammenarbeiten und am Ende zusammengelegt werden.



Da beide IT-Systeme völlig unterschiedlich sind, werden sich die Genossenschaftsbanken auf ein System einigen müssen. Das Problem: die Banken, die bislang das andere System nutzten, müssen -gegen entsprechende Kosten- komplett umrüsten. Da darf man gespannt sein, wann die Genossen sich in diesem Gebiet auf ein System einigen.

Umsatzsteuer: ausgelagerte Bankdienstleistungen bleiben steuerpflichtig

Die Bankenverbände sind mit dem Vorhaben gescheitert, an externe Firmen ausgelagerte Bankdienstleistungen (z.B. Kreditabwicklung) von der Umsatzsteuer befreien zu lassen. Während Bundesrat und FDP dieses Vorhaben begrüssten, stellte sich die Union quer.

Banken und Sparkassen haben in der Vergangenheit zahlreiche externe Tochergesellschaften gegründet, die im Auftrag der Banken und Sparkassen beispielsweise den Zahlungsverkehr oder die Kreditabwicklung übernehmen. Dies erfolgt teilweise in Kooperation verschiedener Banken. Sinn und Zweck dieser Auslagerung ist, bestehende Tarifverträge im Bankengewerbe zu unterlaufen und Mitarbeiter zu -aus Bankensicht- günstigeren Konditionen zu beschäftigen. Die Zahlungen der Banken an diese "Dienstleister" unterliegen der Umsatzsteuer, sind also ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Die Genossenschaftsbanken und Sparkassen berufen sich bei ihrem Bestreben um eine Befreiung von der Umsatzsteuer darauf, dass sonst Finanzdienstleistungen, die innerhalb eines Bankkonzerns an Tochterunternehmen ausgelagert werden, umsatzsteuerfrei sind. Man möchte hier lediglich eine Gleichstellung mit den privaten Banken erreichen.

24 Oktober 2010

EU: Einlagensicherung wird auf 100.000 Euro begrenzt

Die deutsche Bundesregierung ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, die Begrenzung der Einlagensicherung für Bankkonten auf 100.000 Euro zu verhindern. Es bleibt in der EU bei dieser gesetzlichen Höchstgrenze (ab 01.01.2011).

In Deutschland wird es auch dabei bleiben, dass beispielsweise die Sparkasse und Volksbanken zusätzlich zur gesetzlichen Mindestsicherung ihre eigenen Sicherungssysteme behalten, die eine 100%ige Absicherung versprechen. Diese Banken fürchten allerdings eine doppelte Belastung, weil sie dann für zwei Sicherungssysteme zahlen müssen.

Weitere Infos zum Thema Einlagensicherung finden Sie unter www.bankmitarbeiter.de/html/einlagensicherung.html

17 Oktober 2010

Finanzindustrie: Verdi befürchtet Jobabbau

Süddeutsche Zeitung: Verdi befürchtet bei den Banken Stellenabbau und Lohndumping - wegen einer Bundesratsinitiative. Angesichts der vielen Meldungen über Boni und Millionen-Gehälter klingt das merkwürdig, doch Experten teilen die Einschätzung.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass deutsche Banken viele Arbeitsplätze abbauen oder in schlecht bezahlte Jobs umwandeln könnten. Hintergrund ist eine Gesetzesinitiative des Bundesrats. Demnach sollen Servicegesellschaften, die Finanzdienstleister ausgelagert haben, von der Umsatzsteuer befreit werden. Dem Fiskus entgingen so zudem fast eine Milliarde Euro Steuern im Jahr, schätzt die Gewerkschaft.

Der Trend ist in der Branche schon seit Jahren zu beobachten: Banken erledigen zunehmend Arbeiten nicht mehr selbst, sondern gründen dafür ausgelagerte Servicegesellschaften. Das betrifft besonders Tätigkeiten im Hintergrund der Bank, bei denen die Mitarbeiter nicht im direkten Kontakt zum Kunden stehen. Beispiele dafür sind die Abwicklung von Zahlungsverkehr, die Versorgung mit Bargeld, die Verwaltung des Telefonverkehrs oder EDV-Dienstleistungen.

Der Vorteil für Banken ist dabei, dass die Mitarbeiter solcher ausgelagerter Gesellschaften nicht dem geltenden Tarifvertrag unterliegen. Doch es gibt auch einen Nachteil: Sobald eine Bank Geschäfte mit anderen Firmen abwickelt, werden 19 Prozent Umsatzsteuer fällig. Erledigt sie die Prozesse dagegen selbst, fällt keine Umsatzsteuer an. Dies führt dazu, dass die Auslagerung von Dienstleistungen für die Banken weniger rentabel ist...

Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.sueddeutsche.de/geld/finanzindustrie-verdi-befuerchtet-jobabbau-bedrohte-banker-1.1012944

01 Oktober 2010

Arbeitsrecht: Vorsicht beim Abwerben von Kunden

Im Finanzdienstleistungsbereich ist es üblich, dass Vertriebsmitarbeiter bei einem Arbeitgeberwechsel Kunden "mitzunehmen" versuchen. Die Methoden, dieses zu erreichen, sind unterschiedlich, aber einer Methode hat das Bundesgerichtshof jetzt einen Riegel vorgeschoben: "Abschiedsbriefen" mit einer Danksagung für die bisherige Zusammenarbeit.

Laut Gericht stelle ein solcher Hinweis auf die "vertrauensvolle Zusammenarbeit" einen Verstoss gegen Wettbewerbsrecht dar (Bundesgerichtshof Düsseldorf Az.: I ZR 303/01)

27 September 2010

Geschlossene Fonds: Klagewelle gegen Banken

Den Banken in Deutschland droht eine gigantische Klagewelle von enttäuschten Anlegern, die ihr Geld in geschlossenen Fonds investiert haben. Grund: in Folge der Finanzkrise sind viele dieser geschlossenen Fonds in Schwierigkeiten geraten, teilweise sogar insolvent geworden. Anleger sollen zum Teil erhebliche Beträge "nachschiessen", um eine solche Insolvent zu verhindern.

Hauptargument bei Klagen gegen Banken sind die verschwiegenen Provisionen für die Vermittlung der Fonds (auch "Kick-Backs" genannt). Der Bundesgerichtshof sieht es als erwiesen an, dass Banken -seit 1990 (!) auf derartige Kick-Backs hinweisen müssen. Ansonsten verletzten diese Banken wesentliche Aufklärungspflichten.

Banken verfolgen bei Klagen eine recht einfache Taktik: sie lassen sich in der Hoffung darauf, dass dem Anleger die Prozesskosten zu hoch werden durch alle Instanzen verklagen und lenekn unmittelbar vor einer Klage bzw. Entscheidung des BGH ein. So möchte man "allgemeingültige" Urteile verhindern.

Übrigens: wer Fonds über einen freien Vermittler gekauft hat, kann nicht wegen des Verschweigens von Kick-Back-Zahlungen klagen.

26 September 2010

Traumberuf Investmentbanker?

Das Berufsbild des Investmentbankers bzw. dessen Image hat in Zeiten der Finanz- und Bankenkrise deutliche Blessuren erfahren müssen. Letztlich ist das Image nach einer "Erholungsphase" wieder an dem Punkt angelangt, wo es schon mal war: irgendwo bei Gordon Gekko aus dem Film "Wall Street" von 1987.

Auch im realen Leben müssen sich die Banker in New York, London, Frankfurt usw. wieder auf deutlich härtere Zeiten einstellen. Ab dem zweiten Quartal 2010 sind die Umsätze im Bereich Wertpapierhandel bei den Banken um ca. 35% eingebrochen (Quelle: Handelsblatt). Und man geht scheinbar nicht davon aus, dass sich diese Umsätze -mit denen die Banken und Banker viel Geld verdienen können- kurzfristig wieder erholen werden. Schon ist von Stellenabbau und Entlassungen die Rede. Weltweit könnten in den nächsten 18 Monaten rund 80.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

Wer jetzt an eine Karriere als Investmentbanker denkt, hat derzeit nicht gerade die besten Startbedingungen und sollte mögliche Alternativen für sich in petto haben.

02 Juni 2010

Deutsche Banken mitten in der Konsolidierung?

Immer wieder wird über die zersplitterte deutsche Bankenlandschaft diskutiert. Wir haben angeblich zu viele kleine Banken. Selbst der Branchenprimus Deutsche Bank kommt nicht auf einen Marktanteil von mehr 4 Prozent, der sich allerdings nach vollständiger Übernahme der Postbank noch leicht erhöhen wird. In anderen europäischen Ländern bestimmen Großbanken mit Marktanteilen von 15-20 Prozent das Geschehen. Die "Kultur" der zahlreichen kleinen und regional tätigen Genosschaftsbanken und Sparkassen ist bei unseren Nachbarn und dem Rest der Welt nahezu unbekannt.

Und immer wieder wird das Lied von der notwendigen Konsolidierung gesungen. Unsere Banken sind angeblich zu klein und nicht wettbewerbsfähig. Die Frage ist, um welchen Wettbewerb es dabei geht und ob man sich an diesem Wettbewerb tatsächlich beteiligen muss. In diesem Zusammenhang fallen dann allerdings immer wieder die gleichen Namen wie beispielsweise IKB Bank oder BHF-Bank, also von Banken, die vernehmlich im Gewerbe- und Industriebereich tätig sind - und sich dort gründlich verhoben haben. Dass sie sich, wie auch die WestLB, verhoben haben und jetzt zum Verkauf stehen (also "konsolidiert" werden müssen), ist allerdings nicht auf Fehler im deutschen Bankensystem an sich, sondern auf Fehler im Management dieser Banken zurückzuführen.

16 Mai 2010

SEB-Filialen vor dem Verkauf

Laut einem Bericht im Handelsblatt will die schwedische Wallenberg-Gruppe die deutschen Filialen der SEB-Bank verkaufen. Als Interessent ist unter anderem die Unicredit (mit der HypoVereinsbank in Deutschland vertreten) im Gespräch.

Die SEB Bank betreibt in Deutschland 174 Filialen mit rund 3.700 Mitarbeitern. Die SEB Bank Deutschland ist 2000 aus der Übernahme der BfG-Bank hervorgegangen.