Eine Überraschung ist/war es denn nicht mehr: die Commerzabnk übernimmt jetzt entgültig die Dresdner Bank. Im Gegenzug wird die Allianz größter Einzelaktionär der Commerzbank und Exklusivpartner für den Bereich Versicherungen (die Commerzbank gibt die Zusammenarbeit mit der Generali auf). Gleichzeit verkauft die Commerzbank die ComInvest an die Allianz, die wiederum die Oldenburgische Landesbank (OLB) behält.
Was ändert sich für die Kunden der beiden Banken?
Zunächst wird die Marke "Dresdner Bank" sicher verschwinden. Gleiches gilt für doppelte Filialen: rund ein Drittel der knapp 1.900 Filialen wird dichtmachen. Auch die neue Billigtochter der Dresdner Bank (Dresdner Bank 24) wird wahrscheinlich zu Gunsten der Comdirekt vom Markt genommen.
Dass für diesen Direktbankableger der Dresdner Bank noch Werbung läuft, hat einen gewissen schalen Beigeschmack, denn geworben wird u.a. mit der Präsenz vor Ort ("...wenn mal was ist..."). Und da dürfte wohl eine der Hauptveränderungen für Kunden liegen: wer wird in Zukunft Ansprechpartner? Welche Filialen bleiben bestehen? Welche Kundenberater/innen bleiben, welche gehen?
01 September 2008
20 August 2008
Isländische Bank muss Werbung für Tagesgeldkonto ändern
Quelle: www.wettbewerbszentrale.de
Eine isländische Bank bewarb u. a. im Internet die Eröffnung eines Tagesgeldkontos mit einer Zinsgarantie bis zum 1. Januar 2009. Es handelte sich um Tagesgeldanlagen bis zu einer Höhe von 10 Millionen Euro pro Person. Geworben wurde u. a. mit dem Hinweis auf die kostenlose Kontoführung und eine „umfassende Einlagesicherung“.
Tatsächlich waren aber Einlagen nicht bis zur maximalen Einlagehöhe von 10 Millionen Euro abgesichert, sondern lediglich bis zu einer Höhe von 20.887,00 € nach den einschlägigen isländischen Bestimmungen zum Einlagensicherungsfonds. Die Wettbewerbszentrale hat diese Werbung im Rahmen des außergerichtlichen Konfliktmanagements als irreführend beanstandet. Insbesondere im Hinblick auf die gleichzeitig erfolgende Nennung der Maximalhöhe der Einlage wird mit dem Hinweis auf eine umfassende Einlagesicherung der Eindruck erweckt, dass alle Einlagen vollständig und in ganzer Höhe abgesichert sind, was tatsächlich jedoch nicht der Fall ist. Die Bank hat sich verpflichtet, in Zukunft nicht mehr mit dem Hinweis auf eine umfassende Einlagesicherung zu werben, sofern der maximal mögliche Einlagebetrag nicht vollständig durch eine entsprechende Einlagesicherung abgesichert ist.
Eine isländische Bank bewarb u. a. im Internet die Eröffnung eines Tagesgeldkontos mit einer Zinsgarantie bis zum 1. Januar 2009. Es handelte sich um Tagesgeldanlagen bis zu einer Höhe von 10 Millionen Euro pro Person. Geworben wurde u. a. mit dem Hinweis auf die kostenlose Kontoführung und eine „umfassende Einlagesicherung“.
Tatsächlich waren aber Einlagen nicht bis zur maximalen Einlagehöhe von 10 Millionen Euro abgesichert, sondern lediglich bis zu einer Höhe von 20.887,00 € nach den einschlägigen isländischen Bestimmungen zum Einlagensicherungsfonds. Die Wettbewerbszentrale hat diese Werbung im Rahmen des außergerichtlichen Konfliktmanagements als irreführend beanstandet. Insbesondere im Hinblick auf die gleichzeitig erfolgende Nennung der Maximalhöhe der Einlage wird mit dem Hinweis auf eine umfassende Einlagesicherung der Eindruck erweckt, dass alle Einlagen vollständig und in ganzer Höhe abgesichert sind, was tatsächlich jedoch nicht der Fall ist. Die Bank hat sich verpflichtet, in Zukunft nicht mehr mit dem Hinweis auf eine umfassende Einlagesicherung zu werben, sofern der maximal mögliche Einlagebetrag nicht vollständig durch eine entsprechende Einlagesicherung abgesichert ist.
Datensicherheit: Führerschein für´s Internet?
Datenschutz, Datenklau, Mißbrauch und Abzocke: die Zeitungen und Nachrichten sind derzeit voll davon.
Dienstag, 19.08.2008: bei mir geht eine E-mail ein. Adresiert an info@1x1tagesgeld.de . Auf der Internetseite 1x1tagesgeld.de habe ich die Konditionen für Tagesgelder von verschiedenen Banken gegenübergestellt. Inhalt der E-Mail: "....bitte überweisen Sie von meinem Tagesgeld Konto-Nr. XXX auf mein Konto Nr. XXX bei der XXX-Bank 5.000 Euro...viele Grüsse..."
Deratige E-Mails erreichen mich ca. 7-10 mal pro Woche. Jedesmal antworte ich, dass es sich hierbei um einen Irrtum handelt und man sich doch bitte direkt an seine Bank wenden möchte. Seit gestern enthält die Standardanwort den Zusatz "....schützen Sie Ihre Daten und schauen genau nach, auf welcher Internetseite Sie sich befinden bevor ie Ihre Daten preisgeben..."
Ähnliches passiert uns auch im Baufinanzierungsbereich (unserem Kerngeschäft): wildfremde Menschen schicken uns ihre Kontodaten und bitten um Änderungen bei der Tilgung, Kopien von Jahreskontoauszügen usw.
Aufgrund dieser Erfahrungen bin ich doch sehr für die Einführung eines Internetführerscheins, insbesondere für all die Menschen, die das Internetbanking nutzen. Zugang zum Online-Banking nur noch gegen Nachweis, dass man einen Grundkurs in Sachen Internet absolviert hat!
Dienstag, 19.08.2008: bei mir geht eine E-mail ein. Adresiert an info@1x1tagesgeld.de . Auf der Internetseite 1x1tagesgeld.de habe ich die Konditionen für Tagesgelder von verschiedenen Banken gegenübergestellt. Inhalt der E-Mail: "....bitte überweisen Sie von meinem Tagesgeld Konto-Nr. XXX auf mein Konto Nr. XXX bei der XXX-Bank 5.000 Euro...viele Grüsse..."
Deratige E-Mails erreichen mich ca. 7-10 mal pro Woche. Jedesmal antworte ich, dass es sich hierbei um einen Irrtum handelt und man sich doch bitte direkt an seine Bank wenden möchte. Seit gestern enthält die Standardanwort den Zusatz "....schützen Sie Ihre Daten und schauen genau nach, auf welcher Internetseite Sie sich befinden bevor ie Ihre Daten preisgeben..."
Ähnliches passiert uns auch im Baufinanzierungsbereich (unserem Kerngeschäft): wildfremde Menschen schicken uns ihre Kontodaten und bitten um Änderungen bei der Tilgung, Kopien von Jahreskontoauszügen usw.
Aufgrund dieser Erfahrungen bin ich doch sehr für die Einführung eines Internetführerscheins, insbesondere für all die Menschen, die das Internetbanking nutzen. Zugang zum Online-Banking nur noch gegen Nachweis, dass man einen Grundkurs in Sachen Internet absolviert hat!
18 August 2008
Berliner Volksbank streicht rund 260 Stellen
Handelsblatt v. 18.08.2008: Die Volks- und Raiffeisenbanken müssen wegen der Finanzkrise und des harten Wettbewerbs um Privatkunden auf die Kostenbremse treten - und sparen dabei auch beim Personal. So kündigte die Berliner Volksbank am Montag den Abbau von über 2 60 Arbeitsplätzen bis 2011 an. Der Bundesverband der Genossenschaftsbanken rechnet auch weiterhin mit eher trüben Aussichten........
Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/volksbanken-streichen-mehr-als-2-600-stellen-in-berlin;2024313
Kommentar:
Die Volks- und Raiffeisenbanken haben nach meiner Meinung alle Voraussetzungen, um auch im "Haifischmarkt" zu überleben. Das Problem: fantasielosen und besitzstandswahrende Vorstände sind nicht in der Lage, echte Marktchancen zu nutzen und konsequent umzusetzen.
Die Diskussion um "Konditionen, Konditionen...." ist lediglich vorgeschoben. Und selbst wenn: man könnte daraus noch ein Geschäftsmodell machen, das mindestens ein bekömmliches Überleben sichert und Mitbewerber in einzelnen Spaten auf mittelfristige bis längere Sicht vom Markt (wieder) verdrängt.
Gewusst wie ;o)
Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/volksbanken-streichen-mehr-als-2-600-stellen-in-berlin;2024313
Kommentar:
Die Volks- und Raiffeisenbanken haben nach meiner Meinung alle Voraussetzungen, um auch im "Haifischmarkt" zu überleben. Das Problem: fantasielosen und besitzstandswahrende Vorstände sind nicht in der Lage, echte Marktchancen zu nutzen und konsequent umzusetzen.
Die Diskussion um "Konditionen, Konditionen...." ist lediglich vorgeschoben. Und selbst wenn: man könnte daraus noch ein Geschäftsmodell machen, das mindestens ein bekömmliches Überleben sichert und Mitbewerber in einzelnen Spaten auf mittelfristige bis längere Sicht vom Markt (wieder) verdrängt.
Gewusst wie ;o)
AWD übernimmt MLP?
Der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) möchte nur zu gerne den Konkurrenten MLP übernehmen. Zwar ist gerade auch der zweite Versuch erst einmal gescheitert, aber "immerhin" hält jetzt der Hauptaktionär des AWD, die Swiss Life, auch rund 27% der Aktien von MLP.
Auf mich macht das Ganze den Eindruck, dass Carsten Maschmeyer (Vorstand des AWD und ehemaliger Hauptaktionär) ganz bewusst für Aufregung bei MLP sorgen wollte. Die Vertriebsmitarbeiter vom AWD und von MLP können sich grundsätzlich kaum gegenseitig auf den Pelz gucken. Und nicht viele MLP´ler werden sich angesichts des Horrorszenarios, irgenwann zum AWD zu gehören, nach möglichen Alternativen umschauen (so vermute ich zumindest).
Welchen Sinn macht das? Nun, die goldenen Zeiten scheinen für Unternehmen wie AWD, MLP und wie sie noch alle heissen, vorbei zu sein. Ein organisches Wachstum ist kaum noch möglich. Will man dann seinen Platz als Nr. 2 unter den Finanzvertrieben in Deutschland halten, bleiben einem eigentlich nur 2 Möglichkeiten: erstens man wächst durch Übernahme anderer Finanzvertriebe oder zweitens man sorgt dafür, dass Mitbewerber Marktanteile verlieren. Da Herr Maschmeyer kaum davon ausgehen kann/konnte, dass MLP mit fliegenden Fahnen überläuft, vermute ich eher zweiteres.
Auf mich macht das Ganze den Eindruck, dass Carsten Maschmeyer (Vorstand des AWD und ehemaliger Hauptaktionär) ganz bewusst für Aufregung bei MLP sorgen wollte. Die Vertriebsmitarbeiter vom AWD und von MLP können sich grundsätzlich kaum gegenseitig auf den Pelz gucken. Und nicht viele MLP´ler werden sich angesichts des Horrorszenarios, irgenwann zum AWD zu gehören, nach möglichen Alternativen umschauen (so vermute ich zumindest).
Welchen Sinn macht das? Nun, die goldenen Zeiten scheinen für Unternehmen wie AWD, MLP und wie sie noch alle heissen, vorbei zu sein. Ein organisches Wachstum ist kaum noch möglich. Will man dann seinen Platz als Nr. 2 unter den Finanzvertrieben in Deutschland halten, bleiben einem eigentlich nur 2 Möglichkeiten: erstens man wächst durch Übernahme anderer Finanzvertriebe oder zweitens man sorgt dafür, dass Mitbewerber Marktanteile verlieren. Da Herr Maschmeyer kaum davon ausgehen kann/konnte, dass MLP mit fliegenden Fahnen überläuft, vermute ich eher zweiteres.
07 Juli 2008
Postbank: ein bisschen teuer?
Sie wird gehandelt als wäre sie das Sahnestückchen des deutschen Bankenmarktes: die Postbank. Nur leider will scheinbar niemand das Geld zahlen, das der Postaufsichtsrat gerne hätte. Der möchte einen zweilstelligen Milliardenbetrag, die bislang vorliegenden Angebote liegen angeblich bei 8-9 Mrd. Euro.
Laut Presseberichten sind noch 3 Kaufinteressenten im Rennen: die Deutsche Bank, die spanische Santander und die britische Lloyds TSB. Die Comerzbank hat sich angesichts des Preises für die kleine Lösung, die Übername bzw. den Zusammenschluss mit der Dresdner Bank, entschlossen. Man darf gespannt sein, ob ihr da nicht noch einer der Postbankinteressenten in die Parade fährt, der bei der Postbank leer ausgeht.
Ich frage mich ständig, was die o.g. Banken mit der Postbank wollen. Dass diese vor allem an dem großen Kundenstamm der Postbank interessiert sind, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe eher den Eindruck, dass es hier direkt um die vergleichsweise hohen Spareinlagen der Postbankkunden geht. Angesichts der weltweiten Banken- und Refinanzierungskrise scheinen diese Gold wert zu sein, insbesondere für eine Santanderbank, die damit ihr auch in Deutschland betriebenes Ratenkreditgeschäft puschen könnte.
Laut Presseberichten sind noch 3 Kaufinteressenten im Rennen: die Deutsche Bank, die spanische Santander und die britische Lloyds TSB. Die Comerzbank hat sich angesichts des Preises für die kleine Lösung, die Übername bzw. den Zusammenschluss mit der Dresdner Bank, entschlossen. Man darf gespannt sein, ob ihr da nicht noch einer der Postbankinteressenten in die Parade fährt, der bei der Postbank leer ausgeht.
Ich frage mich ständig, was die o.g. Banken mit der Postbank wollen. Dass diese vor allem an dem großen Kundenstamm der Postbank interessiert sind, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe eher den Eindruck, dass es hier direkt um die vergleichsweise hohen Spareinlagen der Postbankkunden geht. Angesichts der weltweiten Banken- und Refinanzierungskrise scheinen diese Gold wert zu sein, insbesondere für eine Santanderbank, die damit ihr auch in Deutschland betriebenes Ratenkreditgeschäft puschen könnte.
04 Juli 2008
Online-Banking: Bank haftet für Mißbrauch
Wer bei Geldüberweisungen vom Heimcomputer aus ein gängiges Virenschutzprogramm benutzt, haftet nicht, wenn Kriminelle trotzdem Daten abzapfen. Das hat das Amtsgericht Wiesloch in einem noch unveröffentlichten Urteil entschieden. Obwohl die Sorge vor Missbrauch beim Homebanking weit verbreitet ist, gibt es bislang nur wenige Gerichtsentscheidungen zu diesem Thema.
Dabei registrierte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr eine Zunahme solcher Diebstähle von Passwörtern (Phishing) um etwa 20 Prozent auf rund 4.200 Fälle. Wenn sich die Linie des aktuellen Richterspruchs durchsetzt, müssen Geldinstitute künftig in vergleichbaren Fällen die Haftung übernehmen. „Das Fälschungsrisiko eines Überweisungsauftrages trägt die Bank", heißt es in der Gerichtsentscheidung.
„Das Fälschungsrisiko eines Überweisungsauftrages trägt die Bank“!
....
Den vollständigen Artikel finden Sie in der FAZ unter www.faz.net/s/RubBD6B20C3D01A48D58DA92331B0A80BC3/Doc~E7035DB81AC9E4ECEAA96DE399E680092~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
Dabei registrierte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr eine Zunahme solcher Diebstähle von Passwörtern (Phishing) um etwa 20 Prozent auf rund 4.200 Fälle. Wenn sich die Linie des aktuellen Richterspruchs durchsetzt, müssen Geldinstitute künftig in vergleichbaren Fällen die Haftung übernehmen. „Das Fälschungsrisiko eines Überweisungsauftrages trägt die Bank", heißt es in der Gerichtsentscheidung.
„Das Fälschungsrisiko eines Überweisungsauftrages trägt die Bank“!
....
Den vollständigen Artikel finden Sie in der FAZ unter www.faz.net/s/RubBD6B20C3D01A48D58DA92331B0A80BC3/Doc~E7035DB81AC9E4ECEAA96DE399E680092~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
16 März 2008
Dresdner Bank wird aufgeteilt
Laut einigen Presseberichten soll die zum Allianz-Konzern gehörende Dresdner Bank aufgeteilt werden: In einen Privat- und Geschäftskundenbereich und das Investment-Banking (Dresdner Kleinwort).
Das trägt dem Umstand Rechnung, dass die Allianz-Versicherung für ihr eigenes Kerngeschäft eigentlich "nur" die klassische Bank benötigt (also das Geschäft mit privaten und gewerblichen Kunden) und das Investmentbanking eigentlich nur Minus produziert. Insoweit gilt auch der Verkauf der Dresdner Kleinwort als wahrscheinlich, aber: Wer will die gerade haben?
Die Aufteilung ändert auch nichts an der Tatsache, dass die Zusammenarbeit zwischen Allianz-Versicherung und Dresdner Bank wohl nicht so funktioniert wie man sich das -insbesondere bei der Allianz- vorgestellt hatte. Auch die Einreichtung einer Direktbank ("Dresdner Direkt 24") wird insbesondere bei den Allianz-Mitarbeitern nicht gerade für Euphorie sorgen. Allerdings haben die Vertreter schon bei der "Internet-KfZ-Versicherung" der Mutter bewiesen, dass sie sich gegen Billigangebote im Konzern erfolgreich wehren können.
Viele Kommentatoren vermuten jetzt, dass sich die Dresdner Bank (inkl. Allianz Versicherung) aufmachen wird, um mit der Übernahme der Postbank AG (oder alternativ der Commerzbank) den großen Schritt nach vorne zu machen. Ich habe eher den Eindruck als soll auch die "Privat- und Geschäftskundenbank" für einen Verkauf hübsch gemacht werden.
Das trägt dem Umstand Rechnung, dass die Allianz-Versicherung für ihr eigenes Kerngeschäft eigentlich "nur" die klassische Bank benötigt (also das Geschäft mit privaten und gewerblichen Kunden) und das Investmentbanking eigentlich nur Minus produziert. Insoweit gilt auch der Verkauf der Dresdner Kleinwort als wahrscheinlich, aber: Wer will die gerade haben?
Die Aufteilung ändert auch nichts an der Tatsache, dass die Zusammenarbeit zwischen Allianz-Versicherung und Dresdner Bank wohl nicht so funktioniert wie man sich das -insbesondere bei der Allianz- vorgestellt hatte. Auch die Einreichtung einer Direktbank ("Dresdner Direkt 24") wird insbesondere bei den Allianz-Mitarbeitern nicht gerade für Euphorie sorgen. Allerdings haben die Vertreter schon bei der "Internet-KfZ-Versicherung" der Mutter bewiesen, dass sie sich gegen Billigangebote im Konzern erfolgreich wehren können.
Viele Kommentatoren vermuten jetzt, dass sich die Dresdner Bank (inkl. Allianz Versicherung) aufmachen wird, um mit der Übernahme der Postbank AG (oder alternativ der Commerzbank) den großen Schritt nach vorne zu machen. Ich habe eher den Eindruck als soll auch die "Privat- und Geschäftskundenbank" für einen Verkauf hübsch gemacht werden.
05 März 2008
USA: wenn die Schuldenfalle zuschnappt
In den USA boomt der Markt für Zahltag-Kredite. Gegen den monatlichen Scheck vom Sozial- oder Versorgungsamt vergeben die Kreditgeber ihre hochverzinslichen Darlehen vor allem an ältere Menschen und Invalide. Dabei haben die Kreditgeber fast uneingeschränkte Kontrolle über die Finanzen ihrer Kundschaft. Wie aus einem Darlehen ein Schuldenberg wird.
WSJE. Morgens vor einer Filiale der Small Loans Inc. in Dothan, Alabama: Dutzende ältere Menschen und Invaliden drängeln sich in die Geschäftsräume. Einige stützen sich auf Gehhilfen und Stöcke. Viele haben sich Geld bei Small Loans geborgt. Dafür haben sie ihre Versorgungsansprüche, Sozialhilfe oder Invalidenrente verpfändet. Nun warten sie auf ihre Auszahlung: Ihre monatliche Stütze abzüglich der Forderungen von Small Loans.
Die Branche der Kreditgeber, die „Zahltag-Kredite“ vergeben, wächst schnell. Es handelt sich dabei um hochverzinsliche Darlehen gegen den monatlichen Scheck vom Sozial- oder Versorgungsamt. „Diese Leute bekommen ihr Geld immer, alle 30 Tage, ob es regnet oder die Sonne scheint“, sagt William Harrod, ein früherer Manager von Hochzinskreditläden im Großraum Washington, D.C. Zwar dürfen die Behörden keine Stütze oder Rente direkt an Kreditgeber überweisen. Aber diese haben ein Schlupfloch gefunden, indem sie mit Banken zusammenarbeiten, die das Geld ihrer Schuldner an sie weiterleiten. Dann werden Tilgung, Zinsen und Gebühren abgezogen und die Restbeträge den meist alten Menschen ausgezahlt. Im Ergebnis haben Kredithaie, die effektive Jahreszinsen von 400 Prozent und mehr berechnen, fast unbeschränkte Kontrolle über die Finanzen ihrer Kundschaft. „Diese Industrie bietet bequemen Zugang zu kleineren Geldbeträgen“, sagt Tommy Moore, Vizepräsident der Community Financial Services Association of America, die rund 60 Prozent der Zahltag-Kreditgeber vertritt. Zum Kundenkreis sagt er: „Es wäre sicherlich nicht in Ordnung, bei der Kreditvergabe je nach Einkommensquelle zu unterscheiden.“
Kritiker halten dagegen, dass der Kundenkreis der Empfänger öffentlicher Zahlungen nicht nur zuverlässig, sondern auch besonders lukrativ ist. Denn ältere oder invalide Menschen müssen meist von geringen Einkünften leben und können daher Kredite nicht rasch zurückzahlen. „Es ist nicht so, dass sie einfach Überstunden machen können“, sagt David Rothstein, Analyst des Wirtschaftsforschungsinitiative Policy Matters Ohio. „Diese Leute sitzen in der Falle.“....
Den volständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1399210/default.aspx/wenn-die-kreditfalle-zuschnappt.html
WSJE. Morgens vor einer Filiale der Small Loans Inc. in Dothan, Alabama: Dutzende ältere Menschen und Invaliden drängeln sich in die Geschäftsräume. Einige stützen sich auf Gehhilfen und Stöcke. Viele haben sich Geld bei Small Loans geborgt. Dafür haben sie ihre Versorgungsansprüche, Sozialhilfe oder Invalidenrente verpfändet. Nun warten sie auf ihre Auszahlung: Ihre monatliche Stütze abzüglich der Forderungen von Small Loans.
Die Branche der Kreditgeber, die „Zahltag-Kredite“ vergeben, wächst schnell. Es handelt sich dabei um hochverzinsliche Darlehen gegen den monatlichen Scheck vom Sozial- oder Versorgungsamt. „Diese Leute bekommen ihr Geld immer, alle 30 Tage, ob es regnet oder die Sonne scheint“, sagt William Harrod, ein früherer Manager von Hochzinskreditläden im Großraum Washington, D.C. Zwar dürfen die Behörden keine Stütze oder Rente direkt an Kreditgeber überweisen. Aber diese haben ein Schlupfloch gefunden, indem sie mit Banken zusammenarbeiten, die das Geld ihrer Schuldner an sie weiterleiten. Dann werden Tilgung, Zinsen und Gebühren abgezogen und die Restbeträge den meist alten Menschen ausgezahlt. Im Ergebnis haben Kredithaie, die effektive Jahreszinsen von 400 Prozent und mehr berechnen, fast unbeschränkte Kontrolle über die Finanzen ihrer Kundschaft. „Diese Industrie bietet bequemen Zugang zu kleineren Geldbeträgen“, sagt Tommy Moore, Vizepräsident der Community Financial Services Association of America, die rund 60 Prozent der Zahltag-Kreditgeber vertritt. Zum Kundenkreis sagt er: „Es wäre sicherlich nicht in Ordnung, bei der Kreditvergabe je nach Einkommensquelle zu unterscheiden.“
Kritiker halten dagegen, dass der Kundenkreis der Empfänger öffentlicher Zahlungen nicht nur zuverlässig, sondern auch besonders lukrativ ist. Denn ältere oder invalide Menschen müssen meist von geringen Einkünften leben und können daher Kredite nicht rasch zurückzahlen. „Es ist nicht so, dass sie einfach Überstunden machen können“, sagt David Rothstein, Analyst des Wirtschaftsforschungsinitiative Policy Matters Ohio. „Diese Leute sitzen in der Falle.“....
Den volständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1399210/default.aspx/wenn-die-kreditfalle-zuschnappt.html
04 Februar 2008
Großbritannien: Bank kündigt 160.000 Kreditkarten
Die Egg-Bank, eine reine Internetbank und 100%ige Tochter der Citibank, hat insgesamt 160.000 Kunden die Kreditkarte gekündigt. Begründet wurde dieses mit riskanten Darlehen an verschuldete Haushalte und deren schlechte Zahlungsmoral. Betroffene Kunden haben ketzt noch einen Monat Zeit, die Kreditkarte zu nutzen.
Die Citibank musste wegen der Kreditkrise bereits rund 17 Mrd. Dollar abschreiben. Die Aktion jetzt wird als deutliches Zeichen gesehen, dass die Kreditkrise vom Immobilienmarkt auch auf andere Bereiche übergreift.
Auf Deutschland übertragen wäre das so als ob die Citibank ihren Kunden den Dispo kündigt. In Großbritannien gibt es keinen Dispokredit auf den Girokonten. Statt dessen wird dort die Kreditkarte genutzt, um kurze Engpässe zu überbrücken.
Die Citibank musste wegen der Kreditkrise bereits rund 17 Mrd. Dollar abschreiben. Die Aktion jetzt wird als deutliches Zeichen gesehen, dass die Kreditkrise vom Immobilienmarkt auch auf andere Bereiche übergreift.
Auf Deutschland übertragen wäre das so als ob die Citibank ihren Kunden den Dispo kündigt. In Großbritannien gibt es keinen Dispokredit auf den Girokonten. Statt dessen wird dort die Kreditkarte genutzt, um kurze Engpässe zu überbrücken.
15 Januar 2008
Riester-Rente Unsinn?
Nach einem Bericht des ARD-Nachrichtenmagazins Monitor schlagen die Wellen hoch. Wesentlicher Kritikpunkt: die Riester-Rente lohnt sich nicht für Geringverdiener bzw. spätere Bezieher kleiner Renten, weil die Riesterrente auf die staatliche Grundsicherung angerechnet wird. Wer lebenslang in die Riesterrente eingezahlt hat, hat demnach im Rentenalter nicht mehr in der Haushaltskasse als der, der keine private Altersvorsorge hat.
Das schmeckt weder der Politik, die ja die Riesterrente mit lautem Trara beschlossen hat, noch Arbeitgeberverbänden und einigen anderen Organisationen. Kritik an dem bestehenden System der Förderung (und Anrechnung im Rentenalter) wird von diesen als Aufruf zum Sozialmißbrauch gedeutet.
Leider verstehe ich diesen Trubel um eine schon lange bekannte Tatsache nicht. Wo ist da der Aufruf zum Sozialmißbrauch, wenn man -z.B. als verantwortungsbewusster Berater- darauf hinweist, dass der Riester-Sparer am Ende ggf. keinen finanziellen Vorteil hat? Ganz im Gegenteil: ist ein(e) verantwortungsbewusste(r) Berater(in) schon aus Haftungsgründen nicht sogar verpflichtet, seine Kunden darauf hinzuweisen?
Dass sich jetzt sogar der Chefredakteur von Finanztest (Stiftung Warentest) hinstellt und die Riesterrente -mit ziemlich schwachen Argumenten- verteidigt, sehe ich eher als Kotau vor der Politik. Schließlich weist Finanztest z.B. in Untersuchungen zum Thema Berufs-/Erwerbsunfähigkeitsversicherungen regelmäßig darauf hin, dass sich kleine BU/EU-Renten nicht lohnen, weil diese eben auch auf die Grundsicherung ("Sozialhilfe") angerechnet werden. Bei Riester gelten plötzlich andere Maßstäbe?
So einfach ist es leider nicht, denn nicht wenige Experten gehen davon aus, dass das Rentenniveau (= die durchschnittliche Rente) in nicht einmal 20 Jahren schon allgemein nur noch auf der Höhe der Grunsicherung liegt.
Von der ganzen Diskussion sind Bezieher von Einkommen unter ca. 1.900 Euro brutto betroffen. Wer dann noch ca. 35 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, darf -wahrscheinlich seine Riester- und Betriebsrenten (o.ä.) voll für sich behalten. Wer unter diesem Einkommen liegt und/oder nicht wenigstens 35 Jahre eingezahlt hat, "wischt sich später die Nase".
Wie sollte man bei der Altersvorsorge vorgehen?
Letztlich gibt es für die Bezieher "kleinerer" Einkommen tatsächlich wohl nur 2 Möglichkeiten, um im Alter nicht ganz ohne dazustehen. Möglichkeit Nr. 1 wäre, die eigengenutzte Immobilie zu erwerben, um so im Alter zumindest die Miete zu sparen. Allerdings sollte diese Immobilie so aussehen, dass sie im Alter auch vernünftig nutzbar ist und -nach heutigen- Maßstäben nicht als verwertbares Vermögen bzw. auf die Grundversorgúng angerechnet wird.
Möglichkeit Nr. 2 ist tatsächlich das Ansparen von Kapital, um dieses dann im Rentenalter eigenständig zu verbrauchen (statt eine Rene zu beziehen).
Das schmeckt weder der Politik, die ja die Riesterrente mit lautem Trara beschlossen hat, noch Arbeitgeberverbänden und einigen anderen Organisationen. Kritik an dem bestehenden System der Förderung (und Anrechnung im Rentenalter) wird von diesen als Aufruf zum Sozialmißbrauch gedeutet.
Leider verstehe ich diesen Trubel um eine schon lange bekannte Tatsache nicht. Wo ist da der Aufruf zum Sozialmißbrauch, wenn man -z.B. als verantwortungsbewusster Berater- darauf hinweist, dass der Riester-Sparer am Ende ggf. keinen finanziellen Vorteil hat? Ganz im Gegenteil: ist ein(e) verantwortungsbewusste(r) Berater(in) schon aus Haftungsgründen nicht sogar verpflichtet, seine Kunden darauf hinzuweisen?
Dass sich jetzt sogar der Chefredakteur von Finanztest (Stiftung Warentest) hinstellt und die Riesterrente -mit ziemlich schwachen Argumenten- verteidigt, sehe ich eher als Kotau vor der Politik. Schließlich weist Finanztest z.B. in Untersuchungen zum Thema Berufs-/Erwerbsunfähigkeitsversicherungen regelmäßig darauf hin, dass sich kleine BU/EU-Renten nicht lohnen, weil diese eben auch auf die Grundsicherung ("Sozialhilfe") angerechnet werden. Bei Riester gelten plötzlich andere Maßstäbe?
Übrigens: wenn Finanztest logischerweise dazu aufruft, sich kurz vor Beginn der Rentenzahlen ggf. das gesamte angesparte Kapital auszahlen zu lassen (bei Rückzahlung der Förderung), um dann Geld zu haben, das nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird, ist das auch ein Aufruf zum Sozialmißbrauch?
Die Lösung des Problems wäre doch ganz einfach (auf dem Papier): der Gesetzgeber muss nur regeln, dass die Riesterrente nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird, also ein echter Zusatz ist. Damit wäre zumindest den Beziehern von Minirenten geholfen, oder?So einfach ist es leider nicht, denn nicht wenige Experten gehen davon aus, dass das Rentenniveau (= die durchschnittliche Rente) in nicht einmal 20 Jahren schon allgemein nur noch auf der Höhe der Grunsicherung liegt.
Von der ganzen Diskussion sind Bezieher von Einkommen unter ca. 1.900 Euro brutto betroffen. Wer dann noch ca. 35 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, darf -wahrscheinlich seine Riester- und Betriebsrenten (o.ä.) voll für sich behalten. Wer unter diesem Einkommen liegt und/oder nicht wenigstens 35 Jahre eingezahlt hat, "wischt sich später die Nase".
Wie sollte man bei der Altersvorsorge vorgehen?
Letztlich gibt es für die Bezieher "kleinerer" Einkommen tatsächlich wohl nur 2 Möglichkeiten, um im Alter nicht ganz ohne dazustehen. Möglichkeit Nr. 1 wäre, die eigengenutzte Immobilie zu erwerben, um so im Alter zumindest die Miete zu sparen. Allerdings sollte diese Immobilie so aussehen, dass sie im Alter auch vernünftig nutzbar ist und -nach heutigen- Maßstäben nicht als verwertbares Vermögen bzw. auf die Grundversorgúng angerechnet wird.
Möglichkeit Nr. 2 ist tatsächlich das Ansparen von Kapital, um dieses dann im Rentenalter eigenständig zu verbrauchen (statt eine Rene zu beziehen).
12 Januar 2008
GMAC RFC Bank beendet Baufinanzierungsgeschäft
Die ehemals zum General Motors Konzern gehörende GMAC RFC Bank stellt zu Mitte Januar das Neugeschäft mit Immobilienfinanzierungen in Deutschland ein.
GMAC hatte sich mit dem Produkt "Baufilligenz" insbesondere auf Vollfinanzierungen ohne Eigenkapital konzentriert und stand im Ruf einer eher "lockeren Darlehnsvergabe" auch an Selbständige.
Hintergrund für das Ende des Baufinanzierungsgeschäftes dürften Probleme bei der Refinanzierung sein. Aufgrund der "allgemeinen Banken- und Hypothekenkrise" wurde es für Anbieter wie die GMAC immer schwieriger Refinanzierungsmittel zu bekommen.
Die Abwicklung bereits vergebener Darlehen und auch die Betreuung der Kunden ist von dem Ende des Neugeschäftes zunächst nicht betroffen.
GMAC hatte sich mit dem Produkt "Baufilligenz" insbesondere auf Vollfinanzierungen ohne Eigenkapital konzentriert und stand im Ruf einer eher "lockeren Darlehnsvergabe" auch an Selbständige.
Hintergrund für das Ende des Baufinanzierungsgeschäftes dürften Probleme bei der Refinanzierung sein. Aufgrund der "allgemeinen Banken- und Hypothekenkrise" wurde es für Anbieter wie die GMAC immer schwieriger Refinanzierungsmittel zu bekommen.
Die Abwicklung bereits vergebener Darlehen und auch die Betreuung der Kunden ist von dem Ende des Neugeschäftes zunächst nicht betroffen.
06 Januar 2008
Postbank: Aus für 4,5% aufs Tagesgeld!
Die Postbank AG hat am 05.01.2008 ihre Sonderaktion "4,5% Zinsen auf das Tagesgeld" gestoppt und die Zinssätze -nach Anlagebetrag gestaffelt- deutlich reduziert. Gerade bei Anlagebeträgen bis 20.000 Euro sind die neuen Zinskonditionen der Postbank uninteressant.
Ausfürhliche Informationen zum Thema Tagesgeld und einen aktuellen Vergleich verschiedener Anbieter finden Sie unter www.1x1tagesgeld.de
Ausfürhliche Informationen zum Thema Tagesgeld und einen aktuellen Vergleich verschiedener Anbieter finden Sie unter www.1x1tagesgeld.de
28 Dezember 2007
Neue Informationspflicht bei Versicherungen: DVAG zittert!?
In einem kleinen Nebensatz im Handelsblatt (27.12.207) ist zu lesen, dass die Deutsche Vermögensberatung AG ("DVAG") mehrere Klagen gegen die neuen Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-InfoV) anstrebt.
Hintergrund: gem. den Infomationspflichten müssen Versicherer ab 01.01.2008 ihre Kunden bei Neuabschlüssen von Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen über die Höhe der Abschlusskosten, insbesondere auch die Vermittlerprovisionen aufklären.
Dass das einem Strukturvertrieb wie der DVAG nicht gefällt, dürfte klar sein. Schließlich erfahren so nicht nur die Kunden, wieviel Provisionen die DVAG insgesamt erhält, auch der "kleine Abschlussvermittler" vor Ort wird sich ggf. die Augen reiben. Erfährt er doch so (erstmalig?), welcher Provisionsanteil bei ihm selbst ankommt und wieviel sich die Struktur der DVAG "einsackt". Wahrscheinlich dürfte nicht einmal die Hälfte der Abschlussprovisionen bei "dem Mann oder der Frau vor Ort" ankommen.
Angeblich fürchtet die DVAG (wie andere auch) das "Geschacher" der eigenen Kunden um Provisionen und Rückerstattungen. Tatsächlich dürfte die DVAG aber sehr viel mehr das Provisionsgeschacher der eigenen Vertriebsmitarbeiter fürchten, zumal kleinere Vertriebe sicher auf diesen Zug aufspringen und mit höheren Provisionen werben werden (was viele ja eh schon tun).
Aber den Strukturvertieben bleibt ja noch ein Hintertürchen: Das Problem bei der ganzen Angelegenheit aus Verbrauchersicht ist nämlich, dass Versicherer künftig nur" die einkalkulierten und nicht die tatsächlichen Kosten ausweisen müssen. Diese kalkulierten Kosten dürften insbesondere bei fondsgebundenen Lebensversicherungen geringer ausfallen als die tatsächlich entstehenden Kosten (z.B. Vermittlungsprovisionen). Diese Differenz wird dann (für den Kunden unsichtbar) z.B. über die reinen Fonds ausgeglichen (die Fondsgesellschaften zahlen wiederum Provisionen an die Versicherungsgesellschaften). Da Strukturvertriebe liebend gerne (meist völlig unsinnige!) fondsgebundene Lebensversicherungen verkaufen, ist es schon Essig mit der Transparenz für den Kunden.
Merke: Transparenz ist der Feind eines jedes Strukturvertriebs!?
Hintergrund: gem. den Infomationspflichten müssen Versicherer ab 01.01.2008 ihre Kunden bei Neuabschlüssen von Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen über die Höhe der Abschlusskosten, insbesondere auch die Vermittlerprovisionen aufklären.
Dass das einem Strukturvertrieb wie der DVAG nicht gefällt, dürfte klar sein. Schließlich erfahren so nicht nur die Kunden, wieviel Provisionen die DVAG insgesamt erhält, auch der "kleine Abschlussvermittler" vor Ort wird sich ggf. die Augen reiben. Erfährt er doch so (erstmalig?), welcher Provisionsanteil bei ihm selbst ankommt und wieviel sich die Struktur der DVAG "einsackt". Wahrscheinlich dürfte nicht einmal die Hälfte der Abschlussprovisionen bei "dem Mann oder der Frau vor Ort" ankommen.
Angeblich fürchtet die DVAG (wie andere auch) das "Geschacher" der eigenen Kunden um Provisionen und Rückerstattungen. Tatsächlich dürfte die DVAG aber sehr viel mehr das Provisionsgeschacher der eigenen Vertriebsmitarbeiter fürchten, zumal kleinere Vertriebe sicher auf diesen Zug aufspringen und mit höheren Provisionen werben werden (was viele ja eh schon tun).
Aber den Strukturvertieben bleibt ja noch ein Hintertürchen: Das Problem bei der ganzen Angelegenheit aus Verbrauchersicht ist nämlich, dass Versicherer künftig nur" die einkalkulierten und nicht die tatsächlichen Kosten ausweisen müssen. Diese kalkulierten Kosten dürften insbesondere bei fondsgebundenen Lebensversicherungen geringer ausfallen als die tatsächlich entstehenden Kosten (z.B. Vermittlungsprovisionen). Diese Differenz wird dann (für den Kunden unsichtbar) z.B. über die reinen Fonds ausgeglichen (die Fondsgesellschaften zahlen wiederum Provisionen an die Versicherungsgesellschaften). Da Strukturvertriebe liebend gerne (meist völlig unsinnige!) fondsgebundene Lebensversicherungen verkaufen, ist es schon Essig mit der Transparenz für den Kunden.
Merke: Transparenz ist der Feind eines jedes Strukturvertriebs!?
04 Dezember 2007
AWD: vorbei mit "uanbhängiger Finanzoptimierer"
Die Börse feiert das Übernahmeangebot der Swiss Life für den AWD schon als Beginn einer neuen Übernahmewelle. Auf der anderen Seite ist genau das aber auch das Ende eines ohnehin nicht wirklich "unabhängigen Finanzoptimierers".
Auch wenn der Noch-Vorstand Carsten Maschmeyer immer wieder betont, dass der AWD seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bewahren wird: wer das ernsthaft glaubt, kann wohl schmeichelnd ausgedrückt als naiv bezeichnet werden.
Die Swiss Life als größter Lebensbersicherer in der Schweiz wird kaum rund 1 Mrd Euro für einen Vertrieb ausgeben, wenn dieser nicht in Zukunft vor allem Produkte der Mutter verkaufen soll. Und so lobte auch der Chef der Swiss Life auf der Pressekonferenz die tollen Möglichkeiten, die sich Swiss Life dadurch bieten würden.
Ein weiteres Problem: Unternehmen wie der AWD leben vor allem von den "charismatischen Führungspersönlichkeiten". Verlassen diese ein Unternehmen, geht meist die Hälfte der Vertriebsmannschaft mit. So ist schließlich auch mal der AWD selbst entstanden, nachdem Carsten Maschmeyer die OVB verlasen hat. Und auch diesmal werden sicher eine Reihe von Vertriebsmitarbeitern gehen, die sich nicht für den Verkaufskarren eines schweizer Versicherers spannen und ihre vermeintliche Unabhängigkeit bewahren wollen. Und wahrscheinlich geht sogar mittelfristig Carsten Maschmeyer selbst. Und macht dann was?
Für Swiss Life könnte sich der Deal mit dem AWD somit als echter Fehlgriff erweisen. Und die, gerade als "Berater" beim AWD bleiben, dürfte es vorbei sein mit der -irreführenden- Werbung vom "unabhängigen Finanzoptimierer".
Auch wenn der Noch-Vorstand Carsten Maschmeyer immer wieder betont, dass der AWD seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bewahren wird: wer das ernsthaft glaubt, kann wohl schmeichelnd ausgedrückt als naiv bezeichnet werden.
Die Swiss Life als größter Lebensbersicherer in der Schweiz wird kaum rund 1 Mrd Euro für einen Vertrieb ausgeben, wenn dieser nicht in Zukunft vor allem Produkte der Mutter verkaufen soll. Und so lobte auch der Chef der Swiss Life auf der Pressekonferenz die tollen Möglichkeiten, die sich Swiss Life dadurch bieten würden.
Ein weiteres Problem: Unternehmen wie der AWD leben vor allem von den "charismatischen Führungspersönlichkeiten". Verlassen diese ein Unternehmen, geht meist die Hälfte der Vertriebsmannschaft mit. So ist schließlich auch mal der AWD selbst entstanden, nachdem Carsten Maschmeyer die OVB verlasen hat. Und auch diesmal werden sicher eine Reihe von Vertriebsmitarbeitern gehen, die sich nicht für den Verkaufskarren eines schweizer Versicherers spannen und ihre vermeintliche Unabhängigkeit bewahren wollen. Und wahrscheinlich geht sogar mittelfristig Carsten Maschmeyer selbst. Und macht dann was?
Für Swiss Life könnte sich der Deal mit dem AWD somit als echter Fehlgriff erweisen. Und die, gerade als "Berater" beim AWD bleiben, dürfte es vorbei sein mit der -irreführenden- Werbung vom "unabhängigen Finanzoptimierer".
26 November 2007
Postbank vor dem Verkauf?
Offiziell ist gar nichts, aber hinter den Kullissen wird schon länger über den Verkauf der Postbank spekuliert. Heissester Aspirant ist derzeit die Deutsch Bank. Die sieht zwar laut Herrn Ackermann derzeit keinen Handlungsbedarf, denn schließlich habe man ja gerade erst die Norisbank erworben (was für ein Vergleich!).
Auch die Post hat bisher alle Verkaufsangebot ausgeschlagen, aber Herr Zumwinckel will nach der Liberalisierung der Post zum 01.01.2008 ggf. über einen Verkauf der Postbank nachdenken (klingt nach "Kriegskasse" auffüllen). Unter Einbeziehung der Pokerphase wissen wir vielleicht im zweiten Halbjahr 2008 mehr.
Auch die Post hat bisher alle Verkaufsangebot ausgeschlagen, aber Herr Zumwinckel will nach der Liberalisierung der Post zum 01.01.2008 ggf. über einen Verkauf der Postbank nachdenken (klingt nach "Kriegskasse" auffüllen). Unter Einbeziehung der Pokerphase wissen wir vielleicht im zweiten Halbjahr 2008 mehr.
18 November 2007
Wie die Bankfilialen sich verändert haben...
Wer mal einen Blick auf das Aussehen und die Entwicklung von Bankfilialen seit den letzten 50 Jahren werfen möchte, kann dies gerade bei der Financial Times Deutschland tun; siehe www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/273448.html
11 November 2007
Ein Gespenst geht um...die Inflation...
Sie sind ein Sicherheitsbewusster Anleger, der Risiken grundsätzlich scheut und genau wissen möchte, wie sich sein mühsam gespartes Geld in Zukunft entwickelt? Sie möchten am liebsten wissen, wann was auf Ihrem Konto steht?
Dann gibt es ein gute Nachricht: das können Sie mit Tages-/Festgeldanlagen oder festverzinslichen Wertpapieren erreichen. Kein Risiko und eine normale, halbwegs berrechenbare Verzinsung.
Die schlechte Nachricht, die Sie auf keinem Konto- oder Depotauszug finden: trotz vielleicht akzeptabler Verzinsung haben Sie am Ende ggf. ein Minus auf dem Konto; kein Minus in Zahlen, aber ein Minus bei dem, was Sie mit dem angesparten Kapital anfangen können.
Das Zauberwort heisst: Inflation
Wir haben derzeit eine Inflationsrate von rund 2,6% (der Durchschnitt der letzten 50 Jahre lag bei rund 2,8%). Aber was bedeutet das? Die Infaltionsrate spiegelt den Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen wieder oder -umgekehrt- den Wertverlust des Geldes. Zahle ich für eine Ware heute 100 Euro, kostet mich diese in einem Jahr schon 102,60 Euro. Umgekehrt kann man sagen: 100 Euro heute sind in 30 Jahren nur noch rund 50 Euro wert (bei einer Inflationsrate von gut 2%).
Diese Inflation trifft ganz besonders den "typischen deutschen Sparer", der sein Geld klassisch auf vergleichsweise niedrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten anlegt. Nach Abzug von Steuern und nach "Abzug" der Inflationsrate ergibt sich derzeit - im besten Fall- ein Wertzuwachs von 0 %.
Dies ist besonders fatal, wenn es um die private Altersversorgung geht. Berater/innen von Banken, Versicherungen usw. legen ihren Kunden gerne tolle Berechnungen vor, die zeigen, wie hoch das angesparte Kapital in z.B. 20 oder 30 Jahren ist. Dabei kommen Beträge heraus, die dem normalen Anleger immens hoch vorkommen. ein solcher Betrag heute auf dem Konto, was könnte man sich dafür alles leisten!? Dies sorgt für ein Gefühl der Sicherheit: das Thema Altersversorgung ist damit erledigt und man muss sich künftig nicht mehr kümmern. Und genau in diesem Moment schnappt die Infaltionsfalle zu, denn in 30 Jahren sind das angesparte Kapital oder die Zusatzrente nur noch die Hälfte wert.
Die Infaltion trifft grundsätzlich alle Anlageformen mehr oder weniger direkt, also auch Aktien- oder Immobilienanlagen. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, sollte daher seine Sparraten daher zumindest "dynamisieren", also der Teuerungs-/Infaltionsrate anpassen.
Dann gibt es ein gute Nachricht: das können Sie mit Tages-/Festgeldanlagen oder festverzinslichen Wertpapieren erreichen. Kein Risiko und eine normale, halbwegs berrechenbare Verzinsung.
Die schlechte Nachricht, die Sie auf keinem Konto- oder Depotauszug finden: trotz vielleicht akzeptabler Verzinsung haben Sie am Ende ggf. ein Minus auf dem Konto; kein Minus in Zahlen, aber ein Minus bei dem, was Sie mit dem angesparten Kapital anfangen können.
Das Zauberwort heisst: Inflation
Wir haben derzeit eine Inflationsrate von rund 2,6% (der Durchschnitt der letzten 50 Jahre lag bei rund 2,8%). Aber was bedeutet das? Die Infaltionsrate spiegelt den Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen wieder oder -umgekehrt- den Wertverlust des Geldes. Zahle ich für eine Ware heute 100 Euro, kostet mich diese in einem Jahr schon 102,60 Euro. Umgekehrt kann man sagen: 100 Euro heute sind in 30 Jahren nur noch rund 50 Euro wert (bei einer Inflationsrate von gut 2%).
Diese Inflation trifft ganz besonders den "typischen deutschen Sparer", der sein Geld klassisch auf vergleichsweise niedrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten anlegt. Nach Abzug von Steuern und nach "Abzug" der Inflationsrate ergibt sich derzeit - im besten Fall- ein Wertzuwachs von 0 %.
Dies ist besonders fatal, wenn es um die private Altersversorgung geht. Berater/innen von Banken, Versicherungen usw. legen ihren Kunden gerne tolle Berechnungen vor, die zeigen, wie hoch das angesparte Kapital in z.B. 20 oder 30 Jahren ist. Dabei kommen Beträge heraus, die dem normalen Anleger immens hoch vorkommen. ein solcher Betrag heute auf dem Konto, was könnte man sich dafür alles leisten!? Dies sorgt für ein Gefühl der Sicherheit: das Thema Altersversorgung ist damit erledigt und man muss sich künftig nicht mehr kümmern. Und genau in diesem Moment schnappt die Infaltionsfalle zu, denn in 30 Jahren sind das angesparte Kapital oder die Zusatzrente nur noch die Hälfte wert.
Die Infaltion trifft grundsätzlich alle Anlageformen mehr oder weniger direkt, also auch Aktien- oder Immobilienanlagen. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, sollte daher seine Sparraten daher zumindest "dynamisieren", also der Teuerungs-/Infaltionsrate anpassen.
16 September 2007
MiFID: Anleger erhalten mehr Rechte
Handelsblatt: Künftig sollen Anleger eine umfassendere Anlageberatung bekommen und detailliert über die Höhe der Provisionen informiert werden. Das sieht die neue EU-Richtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) vor, die ab November 2007 in Kraft tritt. Der Nutzen der neuen Regeln für die Anleger ist jedoch nicht unumstritten.
Den kompletten Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Vorsorge-Anlage/Aktuell/_pv/_p/203903/_t/ft/_b/1323503/default.aspx/anleger-erhalten-mehr-rechte-gegenueber-kreditinstituten.html
Den kompletten Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Vorsorge-Anlage/Aktuell/_pv/_p/203903/_t/ft/_b/1323503/default.aspx/anleger-erhalten-mehr-rechte-gegenueber-kreditinstituten.html
06 September 2007
Bundesregierung beschliesst Girokonto mit Pfändungsschutz
Wer als Schuldner sein Konto vor Pfändungen schützen will, muss -noch- den beschwerlichen Rechtsweg einschlagen. Nur mit einem Gerichtsbeschluss, der der Hausbank vorgelegt werden muss, kann diese dazu gebracht werden, Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse zu ignorieren.
Die Bundesregierung hat jetzt (05.09.2007) beschlossen, ein sog. “Pfändungsschutzkonto” einzuführen bzw. Banken dazu zu verpflichten, ein solches Konto auf einfachen Kundenwunsch hin einzurichten. Ein Guthaben von bis zu 985,15 Euro ist dann grundsätzlich von Kontopfändungen ausgenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um Guthaben aus dem Bezug von Arbeitslohn, Hartz 4 oder Einkommen aus selbständiger Tätigkeit handelt.
Das entsprechende Gesetz soll im November in den Bundesrat und dann Anfang nächsten Jahres vom Bundestag entgültig beschlossen werden.
Die Bundesregierung hat jetzt (05.09.2007) beschlossen, ein sog. “Pfändungsschutzkonto” einzuführen bzw. Banken dazu zu verpflichten, ein solches Konto auf einfachen Kundenwunsch hin einzurichten. Ein Guthaben von bis zu 985,15 Euro ist dann grundsätzlich von Kontopfändungen ausgenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um Guthaben aus dem Bezug von Arbeitslohn, Hartz 4 oder Einkommen aus selbständiger Tätigkeit handelt.
Das entsprechende Gesetz soll im November in den Bundesrat und dann Anfang nächsten Jahres vom Bundestag entgültig beschlossen werden.
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