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21 September 2009

Versicherungsvermittler: Allianz und Alte Leipziger boten die schlechteste Beratung

Pressemitteilung Stiftung Warentest/Finanztest: Versicherungsvermittler beraten ihre Kunden nicht gut. Bei einem Test des Versicherungsaußendienstes 26 großer Versicherer boten die Vertreter von Allianz und Alte Leipziger besonders dürftige Beratungen. Aber auch die anderen Unternehmen konnten insgesamt nicht überzeugen, kein Versicherer erreichte das Qualitätsurteil „Gut“. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Oktoberausgabe, nachdem sie in 182 Testgesprächen die Beratungsleistung des Außendienstes bei der Vermittlung von Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen getestet hat.

Beim Test stellte sich heraus, dass der vermittelte Versicherungsschutz in den wenigsten Fällen dem tatsächlichen Bedarf entsprach. Besonders ungenügend waren die Vorschläge für alleinerziehende Frauen. Auch die wichtigen Angaben der Kunden zu Vorerkrankungen wurden oft nicht in die Versicherungsformulare eingetragen, z.B. mit dem Hinweis: „Das lassen wir besser weg“. Damit riskiert der Kunde, dass die Versicherung die Leistung später verweigert. Die Information der Kunden über die angebotenen Verträge ließ zu wünschen übrig. Vielfach waren Versicherungsbedingungen und Produktinformationsblätter so schlecht aufbereitet, dass sie für den Kunden praktisch wertlos waren. Ein Allianz-Vertreter übergab sogar 165 lose Seiten.

Insgesamt gab es bei allen Versicherern einzelne gute Beratungen. Nirgends aber konnte man sich auf eine durchgängige Beratungsqualität verlassen. Von den 26 Lebensversicherungsgesellschaften erhielten 20 ein „Befriedigend“, 6 weitere noch ein „Ausreichend“. Insgesamt am besten schnitten die Vermittler von HDI Gerling und VGH ab.
Der ausführliche Test findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter
www.test.de/versicherungsvermittler.

16 September 2009

Finanztest warnt vor riskanten Finanzprodukten in neuer Verpackung

Verständlichere Zertifikate und Anleihen – das haben die Banken in der heißen Phase der Finanzkrise versprochen. Doch jetzt stellt die Stiftung Warentest fest, dass sie weiter mit den gleichen Tricks arbeiten, um für den Kunden ungünstige Finanzprodukte in neuer Verpackung zu verkaufen. Außerdem bringen sie weiterhin Papiere auf den Markt, die so kompliziert gestrickt sind, dass weder die Anleger noch die Berater in den Banken sie verstehen, so die Experten der Zeitschrift Finanztest in der Oktober-Ausgabe.


Ob Variozins-Garant D 09/09 bei der DZ Bank, Commerzbank Global Champion II oder BRIC Performance Express Zertifikat bei Morgan Stanley – wenn die Zins- und Rückzahlung einer Geldanlage von 50 oder gar 210 Bedingungen abhängt, dann ist das Anlageprodukt unverständlich. Nach Einschätzung von Finanztest sind bereits Papiere mit mehr als fünf Bedingungen schwer zu durchschauen – und normale Anleger sollten ihre Finger davon lassen.
Zurzeit arbeiten die Banken vor allem mit zwei Tricks, um ihre Anlageprodukte zu verkaufen. Trick 1: Sie benennen das Produkt um. Statt Zertifikat – nach dem Desaster mit den Lehman-Zertifikaten ein Begriff mit schlechtem Image – heißen die Finanzprodukte nun Anleihe. Gelogen ist das zwar nicht, weil Zertifikate rechtlich Anleihen sind. Trotzdem sollten Anleger nicht auf dieses Ablenkungsmanöver hereinfallen.



Trick 2: Viele ihrer neuen Finanzprodukte statten die Banken mit einer Kapitalgarantie aus – so lässt sich das Papier besser verkaufen. Der Haken daran: Die Garantie ist nur so viel wert wie die Kreditwürdigkeit der Bank, die das Zertifikat herausgibt. Geht sie pleite, ist das Geld ebenso verloren wie bei Lehman Brothers. Außerdem gilt: Eine Geldanlage, die nur das angelegte Geld sichert und keine oder kaum Rendite bringt, ist wenig sinnvoll.


Von welchen Finanzprodukten der Banken Anleger besser ihre Finger lassen sollten steht in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und im Internet unter www.test.de.

ING-DiBa: neue Form der Kundeninformation

Die ING-DiBa führt für Finanzprodukte einen "Beipackzettel" ein, der auf "Risiken und Nebenwirkungen" der von der ING-DiBa angebotenen Finanzprodukte hinweisen soll. Zu jedem Produkt, beispielsweise dem Tagesgeldkonto ("Extra-Konto") gibt es auf einer DIN-A-4 Seite eine kurze Produktbeschreibung mit entsprechenden Hinweisen zu Chancen und Risiken. Diese Kundeninformationen sind online im PDF-Format abrufbar und können so auch auf dem eigenen Rechner gespeichert werden.

Stichwort "Extra-Konto" der ING-DiBa...die Zinskonditionen liegen mit derzeit 2,5% jährlich im oberen Bereich...mehr Informationen dazu finden Sie auch unter www.bankmitarbeiter.de/html/extra-konto_ing-diba.html

06 Juli 2009

Riester-Rente: Online-Rechner meist mangelhaft

Das "Versicherungsmagazin" hat 50 Online-Rechner zur Riester-Rente getestet und festgestellt, dass gerade mal 2 davon die Riesterförderung tatsächlich richtig berechnen. 5 weitere Rechner von Versicherungsgesellschaften konnten immerhin die reinen Riesterzulagen richtig berechnen, haben aber bei der Berechnung der Steuervorteile versagt. Die übrigen Online-Rechner konnten nicht einmal die einfachen Zuslagen korrekt berechnen.

Wer sich auf die eigenen Berechnungen auf Internetseiten verlässt, ist also meist verlassen. Gerade beim Thema Riesterrente sollte man auf die Beratung echter Fachleute und nicht auf die Künste von Programmierern setzen.

04 Juli 2009

Ratenkredite: misslungene Reform

Der Bundestag wollte die Rechte der Verbraucher bei dem Abschluss von Ratenkrediten stärken. Unter anderem sollen sog. "Lockvorgelangebot" mit Traumzinssätzen, die in der Realität niemand bekommt, unterbleiben.

Der Grundgedanke war nichts schlecht, herausgekomen ist aber nur ein Reförmchen, das bei genauerer Betrachtung sogar verbraucherfeindlich ist. Zum einen müssen Banken auch zukünftig nicht die teilweise horrenden Kosten für Restschuldversicherungen im Effektivzins berücksichtigen. Zum anderen können Ratenkredite künftig nicht mehr nach 6 Monaten Laufzeit mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten gekündigt werden. Die Kündigung ist künftig jederzeit möglich - aber nur gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Über die Höhe dieser Vorfäligkeitsentschädigung wird es -erfahrungsgemäß- immer wieder zu Streit kommen.

Mehr Infos zum Thema Ratenkredite finden Sie unter: www.bankmitarbeiter.de/html/ratenkredite.html

25 Juni 2009

Null-Pozent-Finanzierungen können teuer werden

Auf Spiegel-Online ist derzeit zu lesen, dass Verbraucherschützer vor den "hohen Kosten" sog. Null-Prozent-Finanzierungen warnen, wie sie immer wieder von Handelsunternehmen angeboten werdeb. Demnach können Gebühren zu tatsächlichen Kreditkosten von rund 5% führen.

Man kann sicher trefflich darüber streiten, ob Unternehmen, die derartige Finanzierungsmodelle anbieten, in der Werbung auch die Nebenkosten angeben müssen. Sicher ist es nicht richtig mit "Kost nix!" zu werben, wenn diese Kredite eben doch nicht ganz kostenlos sind.

Viel dramatischer ist aber, dass diese Null-Prozent-Finanzierungen von vielen Verbrauchern nicht als Kredite verstanden werden und das sog. Schufa-Scoring verschlechtern. Das kann vor allem dann ärgerlich und auch teuer werden, wenn Verbraucher größere Kredite, beispielsweise auch eine Immobilienfinanzierung, benötigen. Die "Null-Prozent-Kredite" stehen in der Schufa. Werden sie bei der Beantragung einer Immobilienfinanzierung nicht angegeben, weil man sie nicht als Kredit versteht, werden Banken mindestens nachfragen , warum keine richtigen Angaben gemacht wurden. Mehrere dieser Kredite verschlechtern zudem -auch wenn sie erledigt (= bezahlt) sind- das Schufa-Scoring. Das wiederum kann sehr schnell dazu führen, dass man von einer Bank schlechtere Ziskonditionen angeboten bekommt oder die Immobilienfinanzierung komplett abgelehnt wird. Und spätestens dann wird eine Null-Prozent-Finanzierung richtig teuer.

Mehr Infos zum Thema "Kredite und Finanzieren" finden Sie unter www.bankmitarbeiter.de/html/kredite_und_finanzierung.html

23 Juni 2009

Lehman-Pleite: Hamburger Sparkasse muss Schadensersatz leisten

Das hatte sich die Hamburger Sparkasse (HASPA) wohl nicht recht träumen lassen, denn sie wurde vom Hamburger Landgericht dazu verurteilt, einem ihrer Kunden 10.000 Euro zu erstatten. Diese 10.000 Euro hatte der Kunde auf Anraten seines HASPA-Beraters in Zertifikate von Lehman-Brothers investiert.

Das Landgericht Hamburg begründete den vollständigen Schadensersatz damit, dass dem Kunden nicht deutlich gemacht wurde, dass die Zertifikate nicht der deutschen Einlagensicherung unterliegen und sie zudem wegen Provisionszahlungen ein sehr eigenes Interesse am Verkauf der Papiere hatte.

Die HASPA hatte vereinzelt geschädigten Kunden Vergleichsangebote gemacht (wahrscheinlich, um Klagen auf vollen Schadensersatz zu vermeiden), die bei ca. 20-30 Prozent der Anlagesumme gelegen haben.

Auch jetzt mag die HASPA noch nicht daran glauben, dass sie Schadensersatz leisten muss, denn sie ist sofort in Berufung gegangen.

22 Juni 2009

Falschberatung bei Banken: Bundesgerichtshof stärkt Verbraucher

Deutsche Anleger können Banken wegen falscher Beratung auch noch in Fällen belangen, die bis zu 30 Jahre zurückreichen. Mit einem Urteil stärkt der Bundesgerichtshof ("BGH") die Rechte von Bankkunden grundlegend.

In dem aktuellen Fall gaben die BGH-Richter einem Kunden Recht, der im Jahr 2000 für 140.000 Euro Aktienfonds bei der Hypo-Vereinsbank gekauft hat. Der angestellte Finanzberater der Hypo-Vereinsbank hatte dem Kunden verschwiegen, dass die Bank von der Fondsgesellschaft Verkaufsprovisionen ("Kickbacks") erhält. Die Richter des BGH stellten fest, dass die Kreditinstitute schon lange wissen müssen, dass sie über diese Rückvergütungen aufklären müssen. Und das auch nicht, wie viele Juristen bislang geglaubt haben erst seit Inkrafttreten der sog. europäische MiFID-Richtlinie 2007.

Banken können sich auch nicht mehr damit herausreden, dass die Angestellten der Bank nichts von den Kickbacks wussten. Sie hätten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen müssen.

Aktenzeichen des Urteils: XI ZR 586/07

16 Juni 2009

Finanztest: Girokonten - 17 sind kostenlos ohne Bedingungen

Bei einem Vergleich der Preise für Girokonten von 67 Kreditinstituten hat die Zeitschrift Finanztest 17 kostenlose Girokonten mit EC-Karte ermittelt. Mit solchen Angeboten gehen sowohl Groß- und Direktbanken als auch Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparda- und PSD-Banken auf Kundenfang.

Für Filialkunden ist die Auswahl allerdings beschränkt. Nur das Top-Girokonto der norisbank ist bundesweit zu haben und es spielt keine Rolle, ob der Kunde das Konto per PC oder Telefon führt oder dafür die Filiale nutzt. Bargeld bekommt der Kunde gebührenfrei an 7.000 Geldautomaten. Ein vergleichbares Angebot machen sonst nur viele regionale PSD-Banken. Onlinekunden sind bei comdirekt bank, ING-Diba, MBS in Potsdam, Wüstenrot Bank und der regionalen Saalesparkasse ebenso gut aufgehoben.

Neben dem Kontopreis ist es wichtig, kostenlos Geld am Automaten ziehen zu können. Die ING-Diba, zum Beispiel, erlaubt es ihren Kunden, mit der Visa-Kreditkarte an allen Automaten in Euroland Geld abzuheben. Bares gibt es inzwischen im Supermarkt an den Kassen von Rewe und Penny. Bei einer Mindesteinkaufssumme kann der Kunde bis zu 200 Euro pro Tag und Markt kostenfrei ausgezahlt bekommen. Laut Finanztest wollen Lidl und Netto nachziehen.

33 Banken im Test knüpfen das kostenlose Konto an Bedingungen, zum Beispiel einen bestimmten monatlichen Geldeingang oder den Kauf von Genossenschaftsanteilen.
Das Überziehen des Girokontos bleibt weiterhin sehr teuer, auch bei den Gratiskonten. Hier fallen Dispozinsen bis zu 14,25 Prozent (bei der Postbank) an, im Durchschnitt sind es rund 12 Prozent.


Der ausführliche Test findet sich in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und im Internet unter www.test.de

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Eine Auwahl kostenloser Girokonten finden Sie auch unter www.bankmitarbeiter.de/html/kostenloses_girokonto.html

10 Juni 2009

Urteil zur privaten Krankenversicherung: Basistarif und Aufnahmezwang rechtmäßig

Die privaten Krankenversicherungen in Deutschland sind jetzt mit ihrer Klage gegen Teile der letzten Gesundheitsreform vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert.

Mehrere private Krankenversicherungen und privat Versicherte hatten dagegen geklagt, dass die privaten Krankenversicherer seit diesem Jahr einen einheitlichen Basistarif anbieten müssen und Privatversicherte bei einem Wechsel des Unternehmens zum Teil ihre Altersrückstellungen mitnehmen können.

Auch der vom Gesetzgeber verordnete Aufnahmezwang sogenannter "schlechter Risiken", wie beispielsweise Menschen mit niedrigem Einkommen, sei laut Bundesverfassungsgericht rechtens.

Aktenzeichen: 1 BvR 706/08

08 Mai 2009

EU-Auflagen für Commerzbank

Die Commerzbank AG muss aufgrund der Stürzung durch den Bund Auflagen der EU umsetzen. dazu gehören u.a. der Verkauf der Eurohypo (Hypothekenbanktochter der Commerzbank) sowie das Verbot, am Markt "Kampfkonditionen" anzubieten.

Insbesondere der letzte Punkt dürfte interessant werden, denn die Direktbank der Commerzbank (comdirect) lockt immer noch mit einem gebührenfreien Girokonto und vergleichsweise hohen Zinsen für Tagesgeld (bis 10.000 €). Ob das als "Kampfkonditionen" gilt?

01 Mai 2009

Tagesgeld: weitere Banken senken Zinssätze

Die Abwärtstrend bei den Tagesgeldzinssätzen setzt sich fort. Zum 01.05.2009 hat die ING-DiBa die Zinsen für das sog. Extra-Konto auf 1,50% gesenkt.

Eine Übersicht der aktuellen Tagesgeldzinssätze finden Sie unter www.bankmitarbeiter.de/html/tagesgeld.html

27 April 2009

BGH: Urteil gegen Sparkassen

Der Bundesgerichtshof hat mit einem weitreichenden Grundsatzurteil die Rechte von Sparkassenkunden gestärkt. So dürfen die Institute künftig nicht mehr willkürlich ihre Gebühren und Zinsen bei Kreditverträgen anheben. Die Sparkassen müssen sogar viel Geld an ihre Kunden zurückzahlen....AZ: XI ZR 55/08 und XI ZR 78/08,,,

Quelle: "Die Welt" vom 21.04.2009 (siehe www.welt.de/finanzen/article3595655/BGH-staerkt-die-Rechte-der-Sparkassenkunden.html)

16 Februar 2009

Kreditkarten: Revolving-Cards auf dem Vormarsch

In Deutschland sind die meisten Kreditkarten sog. Debitcards, bei denen der aufgelaufene Sollsaldo einmal monatlich vom Girokonto abgebucht wird. Dagegen stehen die sog. "Revolving-Cards" (auch "echte Kreditkarten genannt). Der Karteninhaber muss nicht den kompletten Sollsaldo zum Monatsende ausgleichen, sondern kann diesen mit bestimmten Mindestzahlungen "abstottern". Diese Art der Kreditkarte ist z.B. in den USA oder Großbritannien üblich, wo man keinen Dispokredit bei Girokonten kennt.

Die Revolving-Card wird inzwischen von einigen Banken angeboten. Das Problem: erstens kann man schnell den Überblick über seine Verbindlichkeiten verlieren und zweitens sind die Zinskonditionen i.d.R. recht happig.

Fazit: Revolving-Cards braucht eigentlich kein Mensch!

10 Februar 2009

Kaupthing Edge: Deutsche Anleger gehen leer aus!

"Die Welt" meldet am 10.02.2009, dass die deutschen Kunden von Kaupthing Edge wahrscheinlich leer ausgehen und nicht vom isländischen Staat entschädigt werden.

Der isländische Staatspräsident begründet das damit, dass es den Isländern kaum zu vermitteln sei, dass sie durch die Finanzkrise oftmals alles (Geld, Job,...) verloren haben und nun auch noch für die Gelder der ausländischen Kapitalanleger aufkommen sollen.

Richtig so! Schließlich sind/waren die Anleger, die ihr Geld bei Kaupthing Edge angelegt haben, überwiegend selbst schuld. Warnhinweise gab es rechtzeitig und zahlreich.

Wer auf Empfehlung von Finanzberatern (oder sogar den Verbraucherzentralen!) sein Geld bei Kaupthing Edge angelegt hat, sollte diese "Finanzberater" in die Haftung nehmen (oder es zumindest versuchen). Ob das Erfolg hat?

16 Januar 2009

Jede dritte Bank will ihre Belegschaft reduzieren

Die Banken in Deutschland sind pessimistisch: Sie wollen restriktiver Kredite vergeben und Arbeitsplätze abbauen: Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young will fast jede dritte Bank in den kommenden sechs Monaten die Zahl der Mitarbeiter reduzieren......

Erschienen im handelsblatt am 16.01.2009. Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/jede-dritte-bank-will-ihre-belegschaft-reduzieren;2125250

12 Januar 2009

Commerzbank & Comdirect nicht mehr in unseren Vergleichen

Wir haben die Angebot der Commerzbank und deren Direktbanktochter Comdirect bis auf weiteres aus unseren Vergleichen für Girokonten, Tagelsgelder etc. herausgenommen.

Grund hierfür ist die Tatsache, dass Commerzbank und Comdirect weiterhin mit "Sonderkonditionen" werben, für die -ganz offensichtlich- am Ende der Steuerzahler die Rechnung zahlen muss. Eine solche Vorgehensweise ist in unseren Augen keine echter und fairer Wettbewerb um Kunden sondern Wettbewerbsverzerung.

Wir werden die Angebote der Commerzbank und Comdirect erst dann wieder in die Vergleiche aufnehmen, wenn erkennbar ist, dass beide Banken ihre Konditionen nach betriebswirtschaftlichen Erfordernissen kalkulieren und nicht mit staatlich subventionierten "Sonderkonditionen" auf Kundenfang gehen.

Olaf Varlemann

10 Januar 2009

Commerzbank: eine Bank ohne Commerz

Die Commerzbank (inkl. der Dresdner Bank) wird die erste private Bank in Deutschland, die quasi teilverstaatlicht wird. Der Bund beteilgt sich jetzt insgesamt mit rund 18 Mrd Euro und bekommt dafür 25% der Aktien (genauer 25% + 1 Aktie). Beim aktuellen Börsenkurs der Commerzbank häte das ausgereicht, um die Commerzbank 5x komplett (!) zu übernehmen.

Den größten Teild es Geldes steckt der Bund in stille Beteiligungen. Diese stillen Beteiligungen müssen mit 9% verzinst werden (= ca. 1,5 Mrd Euro pro Jahr). Klingt nach einem guten Geschäft für den Bund, hat allerdings einen Haken: Die Commerzbank hat in ihrem besten Jahr (2007) gerade mal einen Gewinn von 1,9 Mrd Euro gemacht. Das klingt nicht gerade nach einem ausgereiften Finanzierungskonzept.

Aber an dieser Situation ist ja nicht die Comerzbank schuld, sondern die Dresdner Bank. Diese Meinung kristallisiert sich jedenfalls in den Medien heraus. Ich sehe das als Anfang der Legendenbildung, denn schließlich wird die Dresdner Bank an sich vom Markt verschwinden. Es war schon immer leichter auf "ein totes Pferd einzuschlagen" als auf ein lebendes.

Wenn wir schon bei Legendenbildung sind: ich bin zwar kein Freund von sog. "Verschwörungstheorien", aber ich habe den Eindruck, dass hier "großes Kino" gespielt wird. Für mich sieht es eher so aus, als ob schon länger feststeht, dass Dresdner Bank und Commerzbank einige Leichen im Keller haben. Ohne den Zusammenschluss würden vielleicht beide Banken "gegen die Wand fahren" und damit auch die Allianz ein erhebliches Problem bekommen. Durch den Zusammenschluss und die Möglichkeit des eleganten Austiegs der Allianz hatte man das Druckmittel gegenüber der Politik.

Wenn es tatsächlich so ist, dass ommerzbank, Dresdner Bank und Allianz keine Ahnung von den Risiken und dem Abschreibungsbedarf in den beiden Banken hatten, gehören deren Manager vor die Tür gesetzt!

Olaf Varlemann

06 Januar 2009

Volksfürsorge: ein Name verschwindet

Die Volksfürsorge Versicherungen (Sitz Hamburg) hängen heute neue Firmenschilder auf. Darauf wird künftig der Name des italienischen Mutterkonzerns, der Generali, zu lesen sein. Unter dem Namen "Volksfürsorge" wird in Zukunft nur noch die Vertriebsmannschaft der Generali unterwegs sein.

05 Januar 2009

2009 wird für Bankenwelt spannend

2009 dürfte aus Sicht der Banken und Sparkasse und insbesondere deren Mitarbeiter ein spannendes Jahr werden. Die Führungsspitzen der Kreditinstitute wären sicher froh, wenn "ihre" Unternehmen aus den immer neuen negativen Schlgazeilen verschwinden. Die Mitarbeiter/innen wären dagegen froh, wenn Sie in 2009 und darüber hinaus ihren Job behalten. Schließlich will laut einschlägigen Presseberichten jede fünfte Bank mehr als 10% ihrer Mitarbeiter "einsparen.

In diesem Jahr werden wir sehen, welche Banken sich unter den Retungsschirm der Bundesregierung flüchten (müssen). Wir werden sehen, wie die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank weiter abläuft. Wir werden sehen, ob sich die Prognosen von Experten bewahrheiten, dass nach den Großbanken Ende 2009 und 2010 auch die kleineren Sparkassen und Genossenschaftsbanken in den Strudel der Rezession geraten. Und wir werden u.a. sehen, was die Deutsche Bank mit ihrer Beteiligung an der Postbank vor hat.

Insgesamt scheint es so wie immer in der Bankenwelt zu sein: Der Dampfer geht volle Kraft in eine Richtung. 2009 dürfte das Jahr der Privatkunden werden, auf die sich jetzt alle Banken gerne "rückbesinnen". Diese Rückbesinnung wird sicherlich mit einem weiteren Rückgang der Margen einhergehen. Da wird es spannend, welche Banken diesen Wettberwerb überstehen - und wie.

Für uns als (hauptberufliche) Baufinanzierungsmakler wird es spannend, ob und in welchem Umfang weitere Banken Immobilienfinanzierungen über die einschlägig bekannten Plattformen anbieten und so in den Wettbewerb mit uns gehen. Sehr viel spannender als das ist aber noch die Frage, ob die jüngste Diskussion um die "Beratungsqualität" bei Banken und Finanzdienstleistern endlich dazu führen wird, dass die gesetzlichen Mindestanforderungen an Berater/Vermittler verschärft werden. Gerade in unserem Bereich (Vermittlung von Immobilienfinanzierungen) tummeln sich viele "Kollegen", denen es an der notwendigen Qualifikation ("Bettkantenmakler") und Gewissen fehlt.

03 Januar 2009

Es rumort bei der Desdner Bank

Der Zusammenschluss von Dresdner Bank und Commerzbank läuft scheinbar nicht sehr harmonisch. Spiegel-Online berichtet am 03.02.2009, dass die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates der Dresdner Bank sich weigerten, Vertreter der Commerzbank (u.a. Commerzbankchef Martin Blessing) in den Vorstand der Dresner Bank zu wählen. Diese Wahl sollte den zusammenschluss beider Banken beschleunigen.

Spiegel-Online berichtet auch, dass Mitarbeiter der Dresdner Bank bei Übernahme durch die Commerzbank wie neue Mitarbeiter eingestuft werden sollen. Das führt u.a. zu ziemlichen Einschnitten bei der betrieblichen Altersversorgung.

Die "freundlichen Übernahme" durch die Commerzbank scheint sich alles andere als freundlich zu entwickeln. Dafür sorgt nicht nur der geplante Abbau von ca. 9.000 Arbeitsplätzen. Die Mitarbeiter der Dresdner Bank haben sicher eine ungefähre Ahnung davon, wo diese Stellen hauptsächlich eingespart werden (?).

30 Dezember 2008

Was ändert sich 2009?

Vom 01.01.2009 greifen in Deutschland zahlreiche neue Gesetze, Verordnungen usw. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie in einer Übersicht zusammengestellt. Siehe http://www.bankmitarbeiter.de/html/was_andert_sich_2009.html

04 November 2008

Commerzbank nutzt Rettungsschirm

Mit der Commerzbank schlüpft erstmals eine "echte" Privat- und Privatkundenbank unter den sog. Rettungsschirm des Bundes. Insgeheim haben ja viele damit gerechnet, also war dieser Schritt keine echte Überraschung. Für mich eine Überraschung war aber eine Randnotiz in dieser Sache: Commerzbank wird künftig - wenn sie denn 2010 wieder aus der staatlichen Obhut entlassen ist- die Bonuszahlungen insbesondere ihrer Vorstände an langfristigen Erfolgen festmachen. Das wäre dann tatsächlich mal ein neuer Denkansatz im privaten Bankgewerbe. Schließlich war auch die Gier nach immer höheren Erfolgsbeteiligungen ein Grund für die aktuelle Bankenkrise.

Man kann nur hoffen, dass diese Denkweise auch auf andere Banken überspringt und dann auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wird. Ich habe da noch meine Zweifel, denn bis 2010 ist es noch lang hin. Warten wir es ab.

Olaf Varlemann

21 Oktober 2008

ING erhält 10 Mrd - Folgen für ING-DiBa?

Die niederländische ING-Gruppe hat eine staatliche Hilfe i.H.v. 10 Mrd Euro beantragt. Hintergrund hierfür sei der starke Rückgang des Aktienkurses, dem man mit dieser -zeitlich beschränkten- Eigenkapitalhilfe entgegenwirken wolle. Zudem möchte man die ING fit machen für den Wettbewerb mit anderen Banken, die eine staatliche Hilfe erhalten. Man fürchtet Wettbewerbsnachteile gegenüber diesen Banken. Ansonsten - so heisst es- sei die Bank bzw. der Konzern aber gesund.

In Deutschland ist die ING insbesondere mit der ING-DiBa vertreten. Da die ING-DiBa in Deutschland ansässig ist und dem Bundesverband privater Banken angehört, besteht eine Einlagensicherung von praktisch 100%. Demnach gibt es erst einmal keinen Grund zur Unruhe bei den Kunden der ING-DiBa.

07 Oktober 2008

Kleinanlegerschutz nur heisse Luft?

Kaum hatte Kanzlerin Merkel am Sonntag über die Medien verbreiten lassen, dass die Einlagen von Sparern bei den deutschen Banken sicher sind und man an einer staatlichen Garantie arbeite, fängt das Rätselraten an. Was meint "Angie" überhaupt? Und kann, darf, soll es tatsächlich eine Art Staatsbürgschaft für die Spareinlagen bei den Banken geben?

Gestern (Montag) schien es jedenfalls so, dass eigentlich keiner mehr wusste, was uns unsere Kanzlerin überhaupt sagen wollte. Aus dem Finanzministerium war dann auch zu hören, dass es kein neues Gesetz geben wird, das eine solche Garantie beinhaltet. Aber ohne Gesetz klingt das "Die einlagen sind sicher" wie das "Die Renten sind sicher" von Norbert Blühm. Wir wissen inzwischen, was daraus geworden ist.

Angesichts der aktuellen Entwicklung sollten wir -so meine Meinung- den "schwedischen Weg" gehen: Banken werden, wenn notwendig, staatlich unterstützt, aber dafür im Gegenzug auch verstaatlicht. Ist die Bank wieder auf Kurs, kann sie reprivatisiert werden und die Erträge daraus kommen wieder dem Staat (= dem Steuerzahler) zu Gute. Der "irische Weg", sprich die pauschale Garantie für Kundengelder, ist dagegen problematisch. Mit einer solchen Garantie im Nacken wäre der Wildwuchs bei den Banken vorprogrammiert.

05 Oktober 2008

Staat will Kleinanleger schützen

Angesichts der Krise am Finanzmarkt und um Panikreaktionen der Anleger zu vermeiden, will die Bundesregierung eine Staatsgarantie für Sparanlagen geben. Diese Garantie soll für alle Girokonten, Spareinlagen und Termingelder von Privatpersonen bei nationalen Kreditinstituten gelten. Die Bundesregierung folgt damit Irland und Griechenland, die bereits eine solche Staatsgarantie abgegeben haben.

Würden Sparer und Anleger aufgrund der Finanzmarktkrise losgehen und ihre (Spar-)Einlagen in größerem Stil von den Banken abziehen, wären diese wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit zahlungsunfähig. Schließlich liegt der Spargroschen der Kunden nicht in Pappkartons im Keller der Banken, sondern wurde/wird z.B. in Form von Krediten an andere Kunden weitergegeben.

Mit der Staatsgarantie soll die ohnehin schon als beste der Welt geltende deutsche Einlagensicherung ergänzt werden.

Bislang haben private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken jeweils eigene Einlagensicherungssysteme. Gerät eine private Bank (z.B. Commerzbank) in Turbulenzen, kommt die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zum Tragen. Bei einer Pleite sind so 90 Prozent der Spareinlagen durch diese gesetzliche Einlagensicherung geschützt, allerdings maximal nur 20.000 Euro. Für die übrigen 10 Prozent und Schäden über 20.000 Euro hinaus springt der Einlagensicherungsfonds der Privatbanken ein. Daran beteiligen sich die privaten Institute freiwillig. Der Fonds steht für jeden Einzelkunden bis zu einer Summe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank gerade - und sichert damit "normale" Privatkunden praktisch vollständig ab. Aber: durch die Pleiten oder Fastpleiten von IKB und Lehman-Brothers wird die Einlagensicherung der Provatbanken ohnehin schon mit ca. 7 Mrd. Euro belastet. Das Geld wird also auch dort knapp.

Bei den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken greift wiederum eine sog. Institutshaftung: Im Falle eines Falles springen die anderen "Schwester-Institute" ein. Sollten Bankkunden aber im großen Stil dort ihre Einlagen abziehen, wird es auch für die Sparkassen und Volksbanken eng.

Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob die Bundesregierung im Falle der "Hypo Real Estate" nicht ähnlich handeln und beispielsweise die Pfandbriefanlagen von Kleinsparern übernehmen sollte (z.B. bis max. 20.000 Euro pro Person). Somit wäre "dem kleinen Manne" gedient (?) und die Großanleger müssen selbst sehen wie sie klar kommen. Fraglich ist allerdings, ob nicht beispielsweise auch Pensionsfonds und Versicherer investiert haben und Verluste somit wieder den kleinen Mann treffen (?).

20 September 2008

Tagesgeld: seriöse 5,75% p.a.

Die Credit-Europe-Bank (ehemals Finansbank) hat die Zinsen für das Tagesgeld auf 5,75% erhöht. Diese Konditionen gelten allerdings nru für Neukunden. Weitere Informationen (auch zur einlagensicherung) finden Sie unter: www.bankmitarbeiter.de/html/credit_europe_bank.html

16 September 2008

Zinsdifferenzfonds: Tüv-Siegel geben keine Sicherheit

Pressemitteilung Stiftung Warentest v. 16.09.2008:

Vor hochspekulativen Geldanlagen, die der Tüv oder der Bund der Verbraucher mit Prüfsiegeln versehen, warnt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Oktober-Ausgabe. Bei den Anlagen handelt es sich um Zinsdifferenzgeschäfte mit Fonds. Die Stiftung Warentest hat diese Fonds wegen des hohen Verlustrisikos auf ihre Warnliste gesetzt.

Tausende Anleger haben insgesamt bereits mehr als 100 Millionen Euro in den Fonds „DSS Premium Select 3“ der Münchner DSS AG, in den F.I.P. Maxi Fo der F.I.P. Vermögensverwaltungs GmbH in Benediktbeuern und in den Garantie-Hebel-Plan '09 der Cis Deutschland AG aus Frankfurt am Main investiert. Für Investitionen als Einmalanlagen oder in monatlichen Raten sollen die Fonds bis zu 18 Prozent Rendite einfahren. Doch die Kosten und Risiken der Zinsdifferenzgeschäfte sind hoch, und die angeblich überaus rentablen Anlagen sind kaum zu durchschauen.

Die diffusen Milchmädchenrechnungen der Fondsanbieter gehen nur auf, wenn mit dem angelegten Geld des Kunden die Wunschrenditen erreicht werden. Bringen die Anlagen nicht mehr Einnahmen, als der Kredit kostet, geht der Schuss nach hinten los: Die Rendite auf das eingesetzte Kapital wird, statt nach oben gehebelt zu werden, nach unten gezogen und gerät ins Minus.

Der komplette Artikel findet sich in der Oktober-Ausgabe von Finanztest.

Private Rentenversicherung: Unterschiede bei garantierter und prognostizierter Rente

Pressemitteilung Stiftung Warentest v. 16.09.2008:

Bei einem Test von 29 klassischen Riester-Rentenversicherungen gab es große Unterschiede bei der garantierten und der prognostizierten Rente. Die Angebote von CosmosDirekt und Hanse-Merkur erhielten das Qualitätsurteil „sehr gut“, acht Angebote schnitten mit „gut“ ab. Von diesen verfehlte die Debeka nur knapp das „Sehr gut“. 13 waren „befriedigend“, 2 „ausreichend“. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Oktober-Ausgabe.

Die Tester bewerteten die vom Versicherer garantierte Rente, die Kosten und den Anlageerfolg der letzten Jahre sowie die Transparenz der Verträge. Der fast 40-jährige kinderlose Modellkunde, der jährlich einen Betrag von 1200 Euro einzahlt, bekommt je nach Anbieter lebenslang eine garantierte Rente zwischen 177 und 144 Euro. Hierbei sind die Überschüsse noch nicht eingerechnet. Wenn das Unternehmen künftig so gut wirtschaftet wie in den vergangenen Jahren, erhöht Testsieger CosmosDirekt z.B die garantierte Rente des Modellkunden von 168 Euro auf eine prognostizierte Rente von 255 Euro.

Ebenso wichtig wie die garantierte Rente ist der Anlageerfolg, bei dem es bei den Untenehmen ebenfalls große Unterschiede gab. So schaffte die Debeka in den vergangenen Jahren eine Verzinsung von 5,6 Prozent, die Victoria hingegen nur 4,2 Prozent.

Die Stiftung Warentest empfiehlt die Riester-Rente als wichtigen privaten Baustein zur Altersvorsorge. Allerdings sollten Sparer Riester-Versicherungsverträge nicht leichtfertig wechseln. Ein frühzeitiger Aus- oder Umstieg ist teuer.

Der ausführliche Test findet sich in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

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Kommentar: die Riester-Rente über Versicherungen sehen wir sehr kritisch, denn häufig wird die staatliche Förderung durch die Abschlusskosten und laufende Kosten aufgezehrt. Wer mit Versicherungen "riestern" will, sollte daher vor allem auf die Kosten achten.

01 September 2008

Commerzbank übernimmt Dresdner Bank

Eine Überraschung ist/war es denn nicht mehr: die Commerzabnk übernimmt jetzt entgültig die Dresdner Bank. Im Gegenzug wird die Allianz größter Einzelaktionär der Commerzbank und Exklusivpartner für den Bereich Versicherungen (die Commerzbank gibt die Zusammenarbeit mit der Generali auf). Gleichzeit verkauft die Commerzbank die ComInvest an die Allianz, die wiederum die Oldenburgische Landesbank (OLB) behält.

Was ändert sich für die Kunden der beiden Banken?

Zunächst wird die Marke "Dresdner Bank" sicher verschwinden. Gleiches gilt für doppelte Filialen: rund ein Drittel der knapp 1.900 Filialen wird dichtmachen. Auch die neue Billigtochter der Dresdner Bank (Dresdner Bank 24) wird wahrscheinlich zu Gunsten der Comdirekt vom Markt genommen.

Dass für diesen Direktbankableger der Dresdner Bank noch Werbung läuft, hat einen gewissen schalen Beigeschmack, denn geworben wird u.a. mit der Präsenz vor Ort ("...wenn mal was ist..."). Und da dürfte wohl eine der Hauptveränderungen für Kunden liegen: wer wird in Zukunft Ansprechpartner? Welche Filialen bleiben bestehen? Welche Kundenberater/innen bleiben, welche gehen?

20 August 2008

Isländische Bank muss Werbung für Tagesgeldkonto ändern

Quelle: www.wettbewerbszentrale.de

Eine isländische Bank bewarb u. a. im Internet die Eröffnung eines Tagesgeldkontos mit einer Zinsgarantie bis zum 1. Januar 2009. Es handelte sich um Tagesgeldanlagen bis zu einer Höhe von 10 Millionen Euro pro Person. Geworben wurde u. a. mit dem Hinweis auf die kostenlose Kontoführung und eine „umfassende Einlagesicherung“.

Tatsächlich waren aber Einlagen nicht bis zur maximalen Einlagehöhe von 10 Millionen Euro abgesichert, sondern lediglich bis zu einer Höhe von 20.887,00 € nach den einschlägigen isländischen Bestimmungen zum Einlagensicherungsfonds. Die Wettbewerbszentrale hat diese Werbung im Rahmen des außergerichtlichen Konfliktmanagements als irreführend beanstandet. Insbesondere im Hinblick auf die gleichzeitig erfolgende Nennung der Maximalhöhe der Einlage wird mit dem Hinweis auf eine umfassende Einlagesicherung der Eindruck erweckt, dass alle Einlagen vollständig und in ganzer Höhe abgesichert sind, was tatsächlich jedoch nicht der Fall ist. Die Bank hat sich verpflichtet, in Zukunft nicht mehr mit dem Hinweis auf eine umfassende Einlagesicherung zu werben, sofern der maximal mögliche Einlagebetrag nicht vollständig durch eine entsprechende Einlagesicherung abgesichert ist.

Datensicherheit: Führerschein für´s Internet?

Datenschutz, Datenklau, Mißbrauch und Abzocke: die Zeitungen und Nachrichten sind derzeit voll davon.

Dienstag, 19.08.2008: bei mir geht eine E-mail ein. Adresiert an info@1x1tagesgeld.de . Auf der Internetseite 1x1tagesgeld.de habe ich die Konditionen für Tagesgelder von verschiedenen Banken gegenübergestellt. Inhalt der E-Mail: "....bitte überweisen Sie von meinem Tagesgeld Konto-Nr. XXX auf mein Konto Nr. XXX bei der XXX-Bank 5.000 Euro...viele Grüsse..."

Deratige E-Mails erreichen mich ca. 7-10 mal pro Woche. Jedesmal antworte ich, dass es sich hierbei um einen Irrtum handelt und man sich doch bitte direkt an seine Bank wenden möchte. Seit gestern enthält die Standardanwort den Zusatz "....schützen Sie Ihre Daten und schauen genau nach, auf welcher Internetseite Sie sich befinden bevor ie Ihre Daten preisgeben..."

Ähnliches passiert uns auch im Baufinanzierungsbereich (unserem Kerngeschäft): wildfremde Menschen schicken uns ihre Kontodaten und bitten um Änderungen bei der Tilgung, Kopien von Jahreskontoauszügen usw.

Aufgrund dieser Erfahrungen bin ich doch sehr für die Einführung eines Internetführerscheins, insbesondere für all die Menschen, die das Internetbanking nutzen. Zugang zum Online-Banking nur noch gegen Nachweis, dass man einen Grundkurs in Sachen Internet absolviert hat!

18 August 2008

Berliner Volksbank streicht rund 260 Stellen

Handelsblatt v. 18.08.2008: Die Volks- und Raiffeisenbanken müssen wegen der Finanzkrise und des harten Wettbewerbs um Privatkunden auf die Kostenbremse treten - und sparen dabei auch beim Personal. So kündigte die Berliner Volksbank am Montag den Abbau von über 2 60 Arbeitsplätzen bis 2011 an. Der Bundesverband der Genossenschaftsbanken rechnet auch weiterhin mit eher trüben Aussichten........

Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/volksbanken-streichen-mehr-als-2-600-stellen-in-berlin;2024313

Kommentar:

Die Volks- und Raiffeisenbanken haben nach meiner Meinung alle Voraussetzungen, um auch im "Haifischmarkt" zu überleben. Das Problem: fantasielosen und besitzstandswahrende Vorstände sind nicht in der Lage, echte Marktchancen zu nutzen und konsequent umzusetzen.

Die Diskussion um "Konditionen, Konditionen...." ist lediglich vorgeschoben. Und selbst wenn: man könnte daraus noch ein Geschäftsmodell machen, das mindestens ein bekömmliches Überleben sichert und Mitbewerber in einzelnen Spaten auf mittelfristige bis längere Sicht vom Markt (wieder) verdrängt.

Gewusst wie ;o)

AWD übernimmt MLP?

Der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD) möchte nur zu gerne den Konkurrenten MLP übernehmen. Zwar ist gerade auch der zweite Versuch erst einmal gescheitert, aber "immerhin" hält jetzt der Hauptaktionär des AWD, die Swiss Life, auch rund 27% der Aktien von MLP.

Auf mich macht das Ganze den Eindruck, dass Carsten Maschmeyer (Vorstand des AWD und ehemaliger Hauptaktionär) ganz bewusst für Aufregung bei MLP sorgen wollte. Die Vertriebsmitarbeiter vom AWD und von MLP können sich grundsätzlich kaum gegenseitig auf den Pelz gucken. Und nicht viele MLP´ler werden sich angesichts des Horrorszenarios, irgenwann zum AWD zu gehören, nach möglichen Alternativen umschauen (so vermute ich zumindest).

Welchen Sinn macht das? Nun, die goldenen Zeiten scheinen für Unternehmen wie AWD, MLP und wie sie noch alle heissen, vorbei zu sein. Ein organisches Wachstum ist kaum noch möglich. Will man dann seinen Platz als Nr. 2 unter den Finanzvertrieben in Deutschland halten, bleiben einem eigentlich nur 2 Möglichkeiten: erstens man wächst durch Übernahme anderer Finanzvertriebe oder zweitens man sorgt dafür, dass Mitbewerber Marktanteile verlieren. Da Herr Maschmeyer kaum davon ausgehen kann/konnte, dass MLP mit fliegenden Fahnen überläuft, vermute ich eher zweiteres.

07 Juli 2008

Postbank: ein bisschen teuer?

Sie wird gehandelt als wäre sie das Sahnestückchen des deutschen Bankenmarktes: die Postbank. Nur leider will scheinbar niemand das Geld zahlen, das der Postaufsichtsrat gerne hätte. Der möchte einen zweilstelligen Milliardenbetrag, die bislang vorliegenden Angebote liegen angeblich bei 8-9 Mrd. Euro.

Laut Presseberichten sind noch 3 Kaufinteressenten im Rennen: die Deutsche Bank, die spanische Santander und die britische Lloyds TSB. Die Comerzbank hat sich angesichts des Preises für die kleine Lösung, die Übername bzw. den Zusammenschluss mit der Dresdner Bank, entschlossen. Man darf gespannt sein, ob ihr da nicht noch einer der Postbankinteressenten in die Parade fährt, der bei der Postbank leer ausgeht.


Ich frage mich ständig, was die o.g. Banken mit der Postbank wollen. Dass diese vor allem an dem großen Kundenstamm der Postbank interessiert sind, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe eher den Eindruck, dass es hier direkt um die vergleichsweise hohen Spareinlagen der Postbankkunden geht. Angesichts der weltweiten Banken- und Refinanzierungskrise scheinen diese Gold wert zu sein, insbesondere für eine Santanderbank, die damit ihr auch in Deutschland betriebenes Ratenkreditgeschäft puschen könnte.

04 Juli 2008

Online-Banking: Bank haftet für Mißbrauch

Wer bei Geldüberweisungen vom Heimcomputer aus ein gängiges Virenschutzprogramm benutzt, haftet nicht, wenn Kriminelle trotzdem Daten abzapfen. Das hat das Amtsgericht Wiesloch in einem noch unveröffentlichten Urteil entschieden. Obwohl die Sorge vor Missbrauch beim Homebanking weit verbreitet ist, gibt es bislang nur wenige Gerichtsentscheidungen zu diesem Thema.

Dabei registrierte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr eine Zunahme solcher Diebstähle von Passwörtern (Phishing) um etwa 20 Prozent auf rund 4.200 Fälle. Wenn sich die Linie des aktuellen Richterspruchs durchsetzt, müssen Geldinstitute künftig in vergleichbaren Fällen die Haftung übernehmen. „Das Fälschungsrisiko eines Überweisungsauftrages trägt die Bank", heißt es in der Gerichtsentscheidung.

„Das Fälschungsrisiko eines Überweisungsauftrages trägt die Bank“!

....

Den vollständigen Artikel finden Sie in der FAZ unter www.faz.net/s/RubBD6B20C3D01A48D58DA92331B0A80BC3/Doc~E7035DB81AC9E4ECEAA96DE399E680092~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

16 März 2008

Dresdner Bank wird aufgeteilt

Laut einigen Presseberichten soll die zum Allianz-Konzern gehörende Dresdner Bank aufgeteilt werden: In einen Privat- und Geschäftskundenbereich und das Investment-Banking (Dresdner Kleinwort).

Das trägt dem Umstand Rechnung, dass die Allianz-Versicherung für ihr eigenes Kerngeschäft eigentlich "nur" die klassische Bank benötigt (also das Geschäft mit privaten und gewerblichen Kunden) und das Investmentbanking eigentlich nur Minus produziert. Insoweit gilt auch der Verkauf der Dresdner Kleinwort als wahrscheinlich, aber: Wer will die gerade haben?

Die Aufteilung ändert auch nichts an der Tatsache, dass die Zusammenarbeit zwischen Allianz-Versicherung und Dresdner Bank wohl nicht so funktioniert wie man sich das -insbesondere bei der Allianz- vorgestellt hatte. Auch die Einreichtung einer Direktbank ("Dresdner Direkt 24") wird insbesondere bei den Allianz-Mitarbeitern nicht gerade für Euphorie sorgen. Allerdings haben die Vertreter schon bei der "Internet-KfZ-Versicherung" der Mutter bewiesen, dass sie sich gegen Billigangebote im Konzern erfolgreich wehren können.

Viele Kommentatoren vermuten jetzt, dass sich die Dresdner Bank (inkl. Allianz Versicherung) aufmachen wird, um mit der Übernahme der Postbank AG (oder alternativ der Commerzbank) den großen Schritt nach vorne zu machen. Ich habe eher den Eindruck als soll auch die "Privat- und Geschäftskundenbank" für einen Verkauf hübsch gemacht werden.

05 März 2008

USA: wenn die Schuldenfalle zuschnappt

In den USA boomt der Markt für Zahltag-Kredite. Gegen den monatlichen Scheck vom Sozial- oder Versorgungsamt vergeben die Kreditgeber ihre hochverzinslichen Darlehen vor allem an ältere Menschen und Invalide. Dabei haben die Kreditgeber fast uneingeschränkte Kontrolle über die Finanzen ihrer Kundschaft. Wie aus einem Darlehen ein Schuldenberg wird.

WSJE. Morgens vor einer Filiale der Small Loans Inc. in Dothan, Alabama: Dutzende ältere Menschen und Invaliden drängeln sich in die Geschäftsräume. Einige stützen sich auf Gehhilfen und Stöcke. Viele haben sich Geld bei Small Loans geborgt. Dafür haben sie ihre Versorgungsansprüche, Sozialhilfe oder Invalidenrente verpfändet. Nun warten sie auf ihre Auszahlung: Ihre monatliche Stütze abzüglich der Forderungen von Small Loans.
Die Branche der Kreditgeber, die „Zahltag-Kredite“ vergeben, wächst schnell. Es handelt sich dabei um hochverzinsliche Darlehen gegen den monatlichen Scheck vom Sozial- oder Versorgungsamt. „Diese Leute bekommen ihr Geld immer, alle 30 Tage, ob es regnet oder die Sonne scheint“, sagt William Harrod, ein früherer Manager von Hochzinskreditläden im Großraum Washington, D.C. Zwar dürfen die Behörden keine Stütze oder Rente direkt an Kreditgeber überweisen. Aber diese haben ein Schlupfloch gefunden, indem sie mit Banken zusammenarbeiten, die das Geld ihrer Schuldner an sie weiterleiten. Dann werden Tilgung, Zinsen und Gebühren abgezogen und die Restbeträge den meist alten Menschen ausgezahlt. Im Ergebnis haben Kredithaie, die effektive Jahreszinsen von 400 Prozent und mehr berechnen, fast unbeschränkte Kontrolle über die Finanzen ihrer Kundschaft. „Diese Industrie bietet bequemen Zugang zu kleineren Geldbeträgen“, sagt Tommy Moore, Vizepräsident der Community Financial Services Association of America, die rund 60 Prozent der Zahltag-Kreditgeber vertritt. Zum Kundenkreis sagt er: „Es wäre sicherlich nicht in Ordnung, bei der Kreditvergabe je nach Einkommensquelle zu unterscheiden.“


Kritiker halten dagegen, dass der Kundenkreis der Empfänger öffentlicher Zahlungen nicht nur zuverlässig, sondern auch besonders lukrativ ist. Denn ältere oder invalide Menschen müssen meist von geringen Einkünften leben und können daher Kredite nicht rasch zurückzahlen. „Es ist nicht so, dass sie einfach Überstunden machen können“, sagt David Rothstein, Analyst des Wirtschaftsforschungsinitiative Policy Matters Ohio. „Diese Leute sitzen in der Falle.“....

Den volständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1399210/default.aspx/wenn-die-kreditfalle-zuschnappt.html

04 Februar 2008

Großbritannien: Bank kündigt 160.000 Kreditkarten

Die Egg-Bank, eine reine Internetbank und 100%ige Tochter der Citibank, hat insgesamt 160.000 Kunden die Kreditkarte gekündigt. Begründet wurde dieses mit riskanten Darlehen an verschuldete Haushalte und deren schlechte Zahlungsmoral. Betroffene Kunden haben ketzt noch einen Monat Zeit, die Kreditkarte zu nutzen.

Die Citibank musste wegen der Kreditkrise bereits rund 17 Mrd. Dollar abschreiben. Die Aktion jetzt wird als deutliches Zeichen gesehen, dass die Kreditkrise vom Immobilienmarkt auch auf andere Bereiche übergreift.

Auf Deutschland übertragen wäre das so als ob die Citibank ihren Kunden den Dispo kündigt. In Großbritannien gibt es keinen Dispokredit auf den Girokonten. Statt dessen wird dort die Kreditkarte genutzt, um kurze Engpässe zu überbrücken.

15 Januar 2008

Riester-Rente Unsinn?

Nach einem Bericht des ARD-Nachrichtenmagazins Monitor schlagen die Wellen hoch. Wesentlicher Kritikpunkt: die Riester-Rente lohnt sich nicht für Geringverdiener bzw. spätere Bezieher kleiner Renten, weil die Riesterrente auf die staatliche Grundsicherung angerechnet wird. Wer lebenslang in die Riesterrente eingezahlt hat, hat demnach im Rentenalter nicht mehr in der Haushaltskasse als der, der keine private Altersvorsorge hat.

Das schmeckt weder der Politik, die ja die Riesterrente mit lautem Trara beschlossen hat, noch Arbeitgeberverbänden und einigen anderen Organisationen. Kritik an dem bestehenden System der Förderung (und Anrechnung im Rentenalter) wird von diesen als Aufruf zum Sozialmißbrauch gedeutet.

Leider verstehe ich diesen Trubel um eine schon lange bekannte Tatsache nicht. Wo ist da der Aufruf zum Sozialmißbrauch, wenn man -z.B. als verantwortungsbewusster Berater- darauf hinweist, dass der Riester-Sparer am Ende ggf. keinen finanziellen Vorteil hat? Ganz im Gegenteil: ist ein(e) verantwortungsbewusste(r) Berater(in) schon aus Haftungsgründen nicht sogar verpflichtet, seine Kunden darauf hinzuweisen?

Dass sich jetzt sogar der Chefredakteur von Finanztest (Stiftung Warentest) hinstellt und die Riesterrente -mit ziemlich schwachen Argumenten- verteidigt, sehe ich eher als Kotau vor der Politik. Schließlich weist Finanztest z.B. in Untersuchungen zum Thema Berufs-/Erwerbsunfähigkeitsversicherungen regelmäßig darauf hin, dass sich kleine BU/EU-Renten nicht lohnen, weil diese eben auch auf die Grundsicherung ("Sozialhilfe") angerechnet werden. Bei Riester gelten plötzlich andere Maßstäbe?

Übrigens: wenn Finanztest logischerweise dazu aufruft, sich kurz vor Beginn der Rentenzahlen ggf. das gesamte angesparte Kapital auszahlen zu lassen (bei Rückzahlung der Förderung), um dann Geld zu haben, das nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird, ist das auch ein Aufruf zum Sozialmißbrauch?

Die Lösung des Problems wäre doch ganz einfach (auf dem Papier): der Gesetzgeber muss nur regeln, dass die Riesterrente nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird, also ein echter Zusatz ist. Damit wäre zumindest den Beziehern von Minirenten geholfen, oder?

So einfach ist es leider nicht, denn nicht wenige Experten gehen davon aus, dass das Rentenniveau (= die durchschnittliche Rente) in nicht einmal 20 Jahren schon allgemein nur noch auf der Höhe der Grunsicherung liegt.

Von der ganzen Diskussion sind Bezieher von Einkommen unter ca. 1.900 Euro brutto betroffen. Wer dann noch ca. 35 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, darf -wahrscheinlich seine Riester- und Betriebsrenten (o.ä.) voll für sich behalten. Wer unter diesem Einkommen liegt und/oder nicht wenigstens 35 Jahre eingezahlt hat, "wischt sich später die Nase".

Wie sollte man bei der Altersvorsorge vorgehen?

Letztlich gibt es für die Bezieher "kleinerer" Einkommen tatsächlich wohl nur 2 Möglichkeiten, um im Alter nicht ganz ohne dazustehen. Möglichkeit Nr. 1 wäre, die eigengenutzte Immobilie zu erwerben, um so im Alter zumindest die Miete zu sparen. Allerdings sollte diese Immobilie so aussehen, dass sie im Alter auch vernünftig nutzbar ist und -nach heutigen- Maßstäben nicht als verwertbares Vermögen bzw. auf die Grundversorgúng angerechnet wird.

Möglichkeit Nr. 2 ist tatsächlich das Ansparen von Kapital, um dieses dann im Rentenalter eigenständig zu verbrauchen (statt eine Rene zu beziehen).

12 Januar 2008

GMAC RFC Bank beendet Baufinanzierungsgeschäft

Die ehemals zum General Motors Konzern gehörende GMAC RFC Bank stellt zu Mitte Januar das Neugeschäft mit Immobilienfinanzierungen in Deutschland ein.

GMAC hatte sich mit dem Produkt "Baufilligenz" insbesondere auf Vollfinanzierungen ohne Eigenkapital konzentriert und stand im Ruf einer eher "lockeren Darlehnsvergabe" auch an Selbständige.

Hintergrund für das Ende des Baufinanzierungsgeschäftes dürften Probleme bei der Refinanzierung sein. Aufgrund der "allgemeinen Banken- und Hypothekenkrise" wurde es für Anbieter wie die GMAC immer schwieriger Refinanzierungsmittel zu bekommen.

Die Abwicklung bereits vergebener Darlehen und auch die Betreuung der Kunden ist von dem Ende des Neugeschäftes zunächst nicht betroffen.

06 Januar 2008

Postbank: Aus für 4,5% aufs Tagesgeld!

Die Postbank AG hat am 05.01.2008 ihre Sonderaktion "4,5% Zinsen auf das Tagesgeld" gestoppt und die Zinssätze -nach Anlagebetrag gestaffelt- deutlich reduziert. Gerade bei Anlagebeträgen bis 20.000 Euro sind die neuen Zinskonditionen der Postbank uninteressant.

Ausfürhliche Informationen zum Thema Tagesgeld und einen aktuellen Vergleich verschiedener Anbieter finden Sie unter www.1x1tagesgeld.de

28 Dezember 2007

Neue Informationspflicht bei Versicherungen: DVAG zittert!?

In einem kleinen Nebensatz im Handelsblatt (27.12.207) ist zu lesen, dass die Deutsche Vermögensberatung AG ("DVAG") mehrere Klagen gegen die neuen Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-InfoV) anstrebt.

Hintergrund: gem. den Infomationspflichten müssen Versicherer ab 01.01.2008 ihre Kunden bei Neuabschlüssen von Lebens-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherungen über die Höhe der Abschlusskosten, insbesondere auch die Vermittlerprovisionen aufklären.

Dass das einem Strukturvertrieb wie der DVAG nicht gefällt, dürfte klar sein. Schließlich erfahren so nicht nur die Kunden, wieviel Provisionen die DVAG insgesamt erhält, auch der "kleine Abschlussvermittler" vor Ort wird sich ggf. die Augen reiben. Erfährt er doch so (erstmalig?), welcher Provisionsanteil bei ihm selbst ankommt und wieviel sich die Struktur der DVAG "einsackt". Wahrscheinlich dürfte nicht einmal die Hälfte der Abschlussprovisionen bei "dem Mann oder der Frau vor Ort" ankommen.

Angeblich fürchtet die DVAG (wie andere auch) das "Geschacher" der eigenen Kunden um Provisionen und Rückerstattungen. Tatsächlich dürfte die DVAG aber sehr viel mehr das Provisionsgeschacher der eigenen Vertriebsmitarbeiter fürchten, zumal kleinere Vertriebe sicher auf diesen Zug aufspringen und mit höheren Provisionen werben werden (was viele ja eh schon tun).

Aber den Strukturvertieben bleibt ja noch ein Hintertürchen: Das Problem bei der ganzen Angelegenheit aus Verbrauchersicht ist nämlich, dass Versicherer künftig nur" die einkalkulierten und nicht die tatsächlichen Kosten ausweisen müssen. Diese kalkulierten Kosten dürften insbesondere bei fondsgebundenen Lebensversicherungen geringer ausfallen als die tatsächlich entstehenden Kosten (z.B. Vermittlungsprovisionen). Diese Differenz wird dann (für den Kunden unsichtbar) z.B. über die reinen Fonds ausgeglichen (die Fondsgesellschaften zahlen wiederum Provisionen an die Versicherungsgesellschaften). Da Strukturvertriebe liebend gerne (meist völlig unsinnige!) fondsgebundene Lebensversicherungen verkaufen, ist es schon Essig mit der Transparenz für den Kunden.


Merke: Transparenz ist der Feind eines jedes Strukturvertriebs!?

04 Dezember 2007

AWD: vorbei mit "uanbhängiger Finanzoptimierer"

Die Börse feiert das Übernahmeangebot der Swiss Life für den AWD schon als Beginn einer neuen Übernahmewelle. Auf der anderen Seite ist genau das aber auch das Ende eines ohnehin nicht wirklich "unabhängigen Finanzoptimierers".

Auch wenn der Noch-Vorstand Carsten Maschmeyer immer wieder betont, dass der AWD seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bewahren wird: wer das ernsthaft glaubt, kann wohl schmeichelnd ausgedrückt als naiv bezeichnet werden.

Die Swiss Life als größter Lebensbersicherer in der Schweiz wird kaum rund 1 Mrd Euro für einen Vertrieb ausgeben, wenn dieser nicht in Zukunft vor allem Produkte der Mutter verkaufen soll. Und so lobte auch der Chef der Swiss Life auf der Pressekonferenz die tollen Möglichkeiten, die sich Swiss Life dadurch bieten würden.

Ein weiteres Problem: Unternehmen wie der AWD leben vor allem von den "charismatischen Führungspersönlichkeiten". Verlassen diese ein Unternehmen, geht meist die Hälfte der Vertriebsmannschaft mit. So ist schließlich auch mal der AWD selbst entstanden, nachdem Carsten Maschmeyer die OVB verlasen hat. Und auch diesmal werden sicher eine Reihe von Vertriebsmitarbeitern gehen, die sich nicht für den Verkaufskarren eines schweizer Versicherers spannen und ihre vermeintliche Unabhängigkeit bewahren wollen. Und wahrscheinlich geht sogar mittelfristig Carsten Maschmeyer selbst. Und macht dann was?

Für Swiss Life könnte sich der Deal mit dem AWD somit als echter Fehlgriff erweisen. Und die, gerade als "Berater" beim AWD bleiben, dürfte es vorbei sein mit der -irreführenden- Werbung vom "unabhängigen Finanzoptimierer".

26 November 2007

Postbank vor dem Verkauf?

Offiziell ist gar nichts, aber hinter den Kullissen wird schon länger über den Verkauf der Postbank spekuliert. Heissester Aspirant ist derzeit die Deutsch Bank. Die sieht zwar laut Herrn Ackermann derzeit keinen Handlungsbedarf, denn schließlich habe man ja gerade erst die Norisbank erworben (was für ein Vergleich!).

Auch die Post hat bisher alle Verkaufsangebot ausgeschlagen, aber Herr Zumwinckel will nach der Liberalisierung der Post zum 01.01.2008 ggf. über einen Verkauf der Postbank nachdenken (klingt nach "Kriegskasse" auffüllen). Unter Einbeziehung der Pokerphase wissen wir vielleicht im zweiten Halbjahr 2008 mehr.

18 November 2007

Wie die Bankfilialen sich verändert haben...

Wer mal einen Blick auf das Aussehen und die Entwicklung von Bankfilialen seit den letzten 50 Jahren werfen möchte, kann dies gerade bei der Financial Times Deutschland tun; siehe www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/273448.html

11 November 2007

Ein Gespenst geht um...die Inflation...

Sie sind ein Sicherheitsbewusster Anleger, der Risiken grundsätzlich scheut und genau wissen möchte, wie sich sein mühsam gespartes Geld in Zukunft entwickelt? Sie möchten am liebsten wissen, wann was auf Ihrem Konto steht?

Dann gibt es ein gute Nachricht: das können Sie mit Tages-/Festgeldanlagen oder festverzinslichen Wertpapieren erreichen. Kein Risiko und eine normale, halbwegs berrechenbare Verzinsung.

Die schlechte Nachricht, die Sie auf keinem Konto- oder Depotauszug finden: trotz vielleicht akzeptabler Verzinsung haben Sie am Ende ggf. ein Minus auf dem Konto; kein Minus in Zahlen, aber ein Minus bei dem, was Sie mit dem angesparten Kapital anfangen können.

Das Zauberwort heisst: Inflation

Wir haben derzeit eine Inflationsrate von rund 2,6% (der Durchschnitt der letzten 50 Jahre lag bei rund 2,8%). Aber was bedeutet das? Die Infaltionsrate spiegelt den Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen wieder oder -umgekehrt- den Wertverlust des Geldes. Zahle ich für eine Ware heute 100 Euro, kostet mich diese in einem Jahr schon 102,60 Euro. Umgekehrt kann man sagen: 100 Euro heute sind in 30 Jahren nur noch rund 50 Euro wert (bei einer Inflationsrate von gut 2%).

Diese Inflation trifft ganz besonders den "typischen deutschen Sparer", der sein Geld klassisch auf vergleichsweise niedrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten anlegt. Nach Abzug von Steuern und nach "Abzug" der Inflationsrate ergibt sich derzeit - im besten Fall- ein Wertzuwachs von 0 %.

Dies ist besonders fatal, wenn es um die private Altersversorgung geht. Berater/innen von Banken, Versicherungen usw. legen ihren Kunden gerne tolle Berechnungen vor, die zeigen, wie hoch das angesparte Kapital in z.B. 20 oder 30 Jahren ist. Dabei kommen Beträge heraus, die dem normalen Anleger immens hoch vorkommen. ein solcher Betrag heute auf dem Konto, was könnte man sich dafür alles leisten!? Dies sorgt für ein Gefühl der Sicherheit: das Thema Altersversorgung ist damit erledigt und man muss sich künftig nicht mehr kümmern. Und genau in diesem Moment schnappt die Infaltionsfalle zu, denn in 30 Jahren sind das angesparte Kapital oder die Zusatzrente nur noch die Hälfte wert.

Die Infaltion trifft grundsätzlich alle Anlageformen mehr oder weniger direkt, also auch Aktien- oder Immobilienanlagen. Wer keine bösen Überraschungen erleben will, sollte daher seine Sparraten daher zumindest "dynamisieren", also der Teuerungs-/Infaltionsrate anpassen.

16 September 2007

MiFID: Anleger erhalten mehr Rechte

Handelsblatt: Künftig sollen Anleger eine umfassendere Anlageberatung bekommen und detailliert über die Höhe der Provisionen informiert werden. Das sieht die neue EU-Richtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) vor, die ab November 2007 in Kraft tritt. Der Nutzen der neuen Regeln für die Anleger ist jedoch nicht unumstritten.

Den kompletten Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/News/Vorsorge-Anlage/Aktuell/_pv/_p/203903/_t/ft/_b/1323503/default.aspx/anleger-erhalten-mehr-rechte-gegenueber-kreditinstituten.html

06 September 2007

Bundesregierung beschliesst Girokonto mit Pfändungsschutz

Wer als Schuldner sein Konto vor Pfändungen schützen will, muss -noch- den beschwerlichen Rechtsweg einschlagen. Nur mit einem Gerichtsbeschluss, der der Hausbank vorgelegt werden muss, kann diese dazu gebracht werden, Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse zu ignorieren.

Die Bundesregierung hat jetzt (05.09.2007) beschlossen, ein sog. “Pfändungsschutzkonto” einzuführen bzw. Banken dazu zu verpflichten, ein solches Konto auf einfachen Kundenwunsch hin einzurichten. Ein Guthaben von bis zu 985,15 Euro ist dann grundsätzlich von Kontopfändungen ausgenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um Guthaben aus dem Bezug von Arbeitslohn, Hartz 4 oder Einkommen aus selbständiger Tätigkeit handelt.

Das entsprechende Gesetz soll im November in den Bundesrat und dann Anfang nächsten Jahres vom Bundestag entgültig beschlossen werden.

13 August 2007

Hypothekenkrise wie in USA auch in Deutschland möglich?

Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem die Presse nicht über die negativen Auswirkungen der Hypothekenkrise in den USA berichtet. Glaubt man einigen Experten sind wir gerade nochmal an der größten Bankenkrise seit 1931 vorbeigeschrammt. Andere Experten sehen uns erst auf eine solche Bankenkrise zusteuern. Und wieder andere Experten finden, dass alles halb so schlimm ist.

Aber was steckt jetzt eigentlich hinter der Krise bei den US-Hypotheken- Banken?

Eigentlich ist es ganz einfach: die Krise rührt daher, dass viele US-Bürger die Raten für ihre Immobilien oder insgesamt fällige Darlehen nicht mehr zahlen können. Die Gründe dafür sind, dass zum einen die Zinsen für die Kredite in den letzten Monaten stark gestiegen sind (in den USA finanziert man Immobilien fast ausschließlich mit variablen Krediten), zum anderen sind die Immobilienkreis vielerorts massiv gesunken und Banken fordern daher höhere Sicherheiten oder die (teilweise) Rückzahlung der Kredite.

Die Entwicklung war/ist in den USA so dramatisch, dass viele Hypothekenbanken den Geschäftsbetrieb vollständig einstellen und Gläubigerschutz (“Insolvenz”) anmelden mussten.Hatte diese Entwicklung am Anfang vor allem Banken getroffen, die sich auf riskanter Finanzierungen eingelassen haben (z.B. Volfinanzierungen ohne Eigenkapital auch für Geringverdiener; sog. “Suprime-Finanzierungen”), weitet sich das ganze immer weiter aus und trifft mittlerweile auch Banken, die das “normale” Geschäft betreiben.

Künftig Probleme bei der Refinanzierung?

Banken, die Baudarlehen/Hypothekendarlehen vergeben, haben das Geld dafür nicht in der Portokasse, sondern müssen sich das Geld am Kapitalmarkt beschaffen (“Refinanzierung”). Das war in der Vergangenheit relativ simpel, denn insbesondere Fonds haben massenhaft und “blind” Kredite aufgekauft, weil sie sich davon ein gutes Geschäft versprochen haben. Nur: können die Kunden ihre Kreditraten nicht mehr zahlen, können auch die Banken nicht mehr an die Fondsgesellschaften zahlen. und vielen Fondsgesellschaften ist jetzt erst aufgegangen, dass auch derartige Hypotheken- Darlehen nicht ganz so sicher sind, wie ursprünglich gedacht.

Das grosse Problem: Banken und Investoren wie die deutsche IKB Bank wissen oft nicht, was sie da an Darlehen ausgekauft haben und wie sicher die Rückzahlung ist. Und angesichts “massenhafter” Schließungen von Hypothekenbanken in den USA, steht zu befürchten, dass diese Gelder verloren sind.In der Folge ziehen sich immer mehr Fondsgesellschaften oder andere Investoren, z.B. andere Banken, aus diesem Geschäft zurück. In der Folge fehlt es den Hypothekenbanken an Geld oder sie müssen -aufgrund des höheren Risikos- selbst höhere Zinsen zahlen.

Welche Auswirkungen hat die Krise in den USA auf Deutschland?

Über die Auswirkungen, insbesondere für den, der jetzt selbst ein Immobilienfinanzierung benötigt, sind sich die Experten nicht wirklich einig. Die eine Seite behauptet, dass Baudarlehen jetzt teurer werden, weil Banken zum einen selbst höhere Zinsen zahlen müssen und zum anderen auch die Risikozuschläge erhöhen werden. Die andere Seite behauptet dagegen, dass die Zinsen gleichbleiben oder sogar noch sinken werden, weil sich Investoren wieder auf sichere Anlagen konzentrieren, die weniger Zinsen bringen. Damit sinken ggf. auch die Refinanzierungskosten bei den Banken.

Spannend bleibt es vor allem bei den ausländischen Anbietern, die in den letzten Monaten nach Deutschland gekommen sind, um hier das Geschäft mit den sog. “Suprime-Finanzierungen” zu forcieren (wenn auch unter ganz anderen Rahmenbedingungen als in den USA). Hier bleibt abzuwarten, ob dieses Geschäft eben wegen der anderen Rahmenbedingungen in Deutschland weiter betrieben oder -z.B. mangels ausreichender Refinanzierungsmöglichkeiten- wieder eingestellt wird.

Merke: nichts genaues weiss man nicht!

Quelle: www.baufi-nord.de

23 Juli 2007

Hypo Real Estate kauft Depfa Bank

Im Fusions-Monopoly der internationalen Bankenbranche spielen auch die Deutschen wieder mit: Der Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate will die irische Depfa übernehmen. Der Deal ist fast 6 Mrd. Euro schwer. Für die Mitarbeiter besteht offenbar kein Grund zur Sorge.

Der Vorstand der Hypo Real Estate (HRE) einigte sich mit dem Direktorium der Depfa auf einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen, wie es am Montag in einer Ad-hoc-Mitteilung hieß. Als Folge dieser Vereinbarung werde die Depfa ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Hypo Real Estate. Die Vereinbarung bedarf noch der Genehmigung durch den irischen High Court und der Zustimmung der Depfa-Aktionäre.

Die Hypo Real Estate zahlt 16,14 Euro je Depfa-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von rund 17 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag. Insgesamt zahlen die Münchner für die Depfa rund 5,7 Mrd. Euro. Die Börsianer sehen die Transaktion kritisch und monieren den hohen Kaufpreis. Die HRE-Aktie verlor rund sechs Prozent.


Den vollständigen Artikel lesen Sie unter: www.ftd.de/unternehmen/:Hypo%20Real%20Estate%20Depfa%20Bank/229754.html

27 Juni 2007

Immobilien: Finanzinvestoren flüchten vom deutschen Markt

Die Welt v. 26.06.2007: Kehrtwende auf dem deutschen Wohnungsmarkt: Angelsächsische Finanzinvestoren wie Cerberus und Blackstone stoßen derzeit im großen Stil ihre erst kürzlich erworbenen Immobilien wieder ab. Die Renditen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück, die Mieten stiegen nicht im erhofften Maße.

Angelsächsische Private Equity Funds ziehen am deutschen Wohnungsmarkt die Notbremse. Nachdem der US-Investor Blackstone bereits 31.000 Wohnungen an die Immobilientochter des italienischen Mischkonzern Pirelli veräußert hat, will nun die Beteiligungsgesellschaft Cerberus ihre 22.000 Baubecon-Wohnungen abstoßen, darunter auch 5.900 Wohnungen in Berlin. Marktbeobachter sind nicht überrascht: „Viele Investoren haben sich verkalkuliert“, weiß Frank Kammerer von der Wiesbadener Berner Group, die Immobilienportfolios für Investoren analysiert.

......

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.welt.de/finanzen/article976806/Finanzinvestoren_fluechten_vom_deutschen_Markt.html

18 Juni 2007

Volks- und Raiffeisenbanken schicken Sparkommissare aus

Die rund 1 200 deutschen Genossenschaftsbanken wollen ihre Kosten drastisch senken. Sie schauen sich deshalb die besten des Verbundes an, um von denen zu lernen. Die Mitarbeiter müssen sich auf einige Veränderungen gefasst machen.....

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1281580/default.aspx/volks--und-raiffeisenbanken-schicken-sparkommissare-aus.html

05 Juni 2007

Haftbefehle gegen Manager der Göttinger Gruppe

Ergänzung/Nachtrag v. 08.06.2007: für die zur Göttinger Gruppe gehörende Securenta wurde jetzt auf Betreiben eines Gläubigers Insolvenzantrag gestellt und ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt ( Notar Peter Knöpfel, Hamburg).

05.06.2007: Bei drei Managern der Göttinger Gruppe hagelt es Haftbefehle: insgesamt 170 sog. "Erzwingungshaftbefehle" wurden jetzt erlassen. Ziel dieser Haftbefehle ist die Abgabe der eideststattlichen Versicherung duch die Manager. Und letztlich kann es auf die Insolvenz der Göttinger Gruppe hinauslaufen.

Neben diesen Haftbefehlen ermittelt u.a. die Staatsanwaltschaft Brauschweig wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und Betrug wegen der Nicht-Auszahlung von Anlegergeldern.

In den neunziger Jahren war die Göttinger Gruppe der größte Anbieter staatlich geförderter "atypischer" Beteiligungen. Das als Altersvorsorge "Secu-Rente" vertriebene Anlagemodell, bei dem der Kunde stiller und damit einflussloser Unternehmensteilhaber wird, war ziemlich schnell umstritten. Solche Beteiligungen unterliegen bis heute keinerlei Aufsicht durch die Finanzbehörden. Aber die Göttinger hielten mit geschicktem Marketing gegen die Kritik: Die Vorstandsmitglieder ließen sich mit hochrangigen Politikern ablichten, das Unternehmen sponserte u.a. den VfB Stuttgart und gewann sogar einen Tagesschau-Sprecher für ein Werbevideo.

Anleger, die in den letzten Monaten ihr Geld zurückbekommen haben, sollten sich nicht zu früh freuen: meldet die Göttinger Gruppe Insolvenz an, wird der Insolvenzverwalter ggf. die Gelder zurückfordern, die bis zu 12 Monate vor Eröffnung des Verfahrens ausgezahlt wurden. Und auch die übrigen Anleger müssen mit Nachforderungen in Höhe der noch nicht einbezahlten Einlage rechnen.

Was können Anleger der Göttingner-Gruppe tun?

Ich würde jedem Anleger raten, sich unverzüglich mit einer Verbraucherzentrale oder einem Fachanwalt/einer Fachanwältin in Verbindung zu setzen. Dabei sollte auch geprüft werden, ob die Vermittler dieser Beteiligungen in die Haftung genommen werden können. Allerdings dürfte auch bei denen selten wirklich etwas zu holen sein.

31 Mai 2007

Verkauf von Krediten an Investoren: Anzeige gegen Sparkasse

Ermittlungen gegen Wedeler Stadtsparkasse

Vorwurf des Geheimnisverrats. 84-jährige Mutter einer betroffenen Kreditnehmerin beging Selbstmord. Institut: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

Vor fast genau einem Jahr war Achim Thöle ein gefragter Redner. Bei der "1. Deutschen Distressed-Assets-Konferenz" in Frankfurt referierte der Chef der Stadtsparkasse Wedel über seine Erfahrungen beim Verkauf von Krediten, die von den Schuldnern nicht mehr getilgt werden konnten. Die Sparkasse hatte zuvor 636 Kredite an die Schweizer Großbank Credit Suisse verkauft. Während Thöle damit Altlasten loswurde, begann für die rund 200 betroffenen Kreditnehmer ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und der Furcht vor Zwangsversteigerungen.

Lange blieb es ruhig in Wedel, doch als eine der Kreditnehmerinnen ihre Raten nicht mehr bezahlen konnte und sich ihre 84-jährige Mutter das Leben nahm, entbrannte die Diskussion über die moralische Richtigkeit des Sparkassendeals. Zwar fand die Wedeler Polizei keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Tod und dem Verkauf der Kredite, doch nach Aussagen der Tochter soll die alte Dame kurz vor ihrem Selbstmord gesagt haben: "Vielleicht verkauft sich eine leere Wohnung besser."

"Die Forderungen hätten nicht verkauft werden dürfen. Denn anders als Banken sind Sparkassen meist öffentlich-rechtlich. Ihre Chefs sind damit Amtsträger. Falls die Kunden dem Verkauf der Kredite nicht zugestimmt haben, haben sie zudem den Tatbestand des Paragrafen 203 des Strafgesetzbuches erfüllt", sagte Michael Middelmann. Der Jurist vertritt viele der betroffenen Sparkassenkunden. Ihm geht es um Geheimnisverrat, weil Daten weitergegeben worden sein sollen, ohne zuvor die Kunden zu fragen.

Der Deal beschäftigt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Kiel, nachdem Anzeigen gegen die Stadtsparkasse Wedel eingegangen sind. "Ein Ergebnis der Ermittlungen liegt noch nicht vor", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick dem Abendblatt. "Ich kenne Kreditnehmer, deren Einverständnis zum Verkauf der Forderungen nicht vorlag", sagte Middelmann, während die Sparkasse die Anschuldigungen zurückweist. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen", so der Vorstandsvertreter des Instituts, Jürgen Köhn. Mehr wollte er nicht sagen, auch nicht, warum im Strategiepapier zum Verkauf, das dem Abendblatt vorliegt, das Projekt Kilimandscharo genannt und mit Giraffen und Elefanten illustriert wurde.

Ob Sparkassen als öffentlich-rechtliche Körperschaften Forderungen verkaufen dürfen ist umstritten. So prüft auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) derzeit erstmals, ob solche Verkäufe rechtens sind. "Sie entsprechen grundsätzlich nicht der Geschäftspolitik der Sparkassen-Finanzgruppe und sie spielen bei uns so gut wie keine Rolle. Allerdings agieren Sparkassen eigenständig und in wenigen Einzelfällen ist es dazu gekommen", begründet DSGV-Sprecher Stefan Marotzke, warum das Thema erst jetzt akut wird. Keine Verkäufe gab es bislang bei der Haspa, wie Sprecherin Stefanie von Carlsburg sagte. In Einzelfällen würde die Haspa aber den Deutschen Inkasso-Dienst mit dem Eintreiben von Forderungen beauftragen.....

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.abendblatt.de/daten/2007/05/30/747940.html

25 Mai 2007

HVB führt neues Boni-System ein

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) ändert das System der Bonuszahlungen an ihre Mitarbeiter. Ab Juli wird schrittweise ein so genannter deterministischer Bonus eingeführt: Die Mitarbeiter sollen danach bereits zu Jahresanfang die Höhe ihrer Boni kennen.

FRANKFURT. „Das neue System ist objektiver und transparenter als die bisherige Regelung “, sagt Personalvorstand Heinz Laber. Mit dem Modell, das seit einem Jahr getestet wird, ist die Tochter der italienischen Unicredit Vorreiter in Deutschland. Zwar gibt es bei der HVB wie bei der Konkurrenz schon leistungsorientierte Boni. Doch waren die Führungskräfte bisher relativ frei in der Gestaltung der Zielvereinbarung. Damit soll jetzt Schluss sein. Künftig wird auf einem Bewertungsbogen („Scorecard“) festgehalten, inwieweit bestimmte Kriterien wie etwa die Verkaufsleistung erfüllt werden.

Die Ziele sind für alle Beschäftigten mit gleichen Aufgaben gleich. Damit dürften die nach persönlichen Vorlieben der Chefs vergebenen „Nasenprämien“ der Vergangenheit angehören, hofft ein Betriebsrat. Zudem kassiert der Mitarbeiter seinen Bonus selbst dann, wenn es der Bank schlecht geht. Schließlich weiß der Mitarbeiter im Laufe des Jahres jederzeit, welche Ziele er erfüllt und wo er noch zulegen muss.

Die Scorecard wird bis spätestens Januar 2008 für die 10 000 im Vertrieb tätigen der insgesamt 18 000 HVB-Mitarbeiter eingeführt. Sie betrifft die drei Sparten Privatkunden, Wealth Management sowie Firmenkunden. Experten halten die Boni-Ausgestaltung der HVB, die sich an ähnliche Modelle der Muttergesellschaft anlehnt, für richtig. Sie verweisen auf deutliche Vorteile gegenüber dem bisher vorherrschenden „Topf-Modell“. Dabei wird ein bestimmter Bonusbetrag für die gesamte Bank oder Einheit festgelegt, aus dem alle in Frage kommenden Mitarbeiter bedient werden. Das Problem: Jeder einzelne erhält weniger Geld, je mehr Mitarbeiter ihre Ziele erfüllen. „Da ist der falsche Anreiz: Wer gut ist, soll gut verdienen“, sagt Hans-Jörg Kuttler von der Unternehmensberatung ZEB....

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.handelsblatt.com/news/Karriere/Arbeit-Geld/_pv/_p/200813/_t/ft/_b/1272698/default.aspx/hvb-fuehrt-neues-boni-system-ein.html

Eine Sparkasse wagt den Nulltarif

In den vergangenen Jahren haben die Direktbanken mit ihren kostenlosen Girokonten den alteigesessenen Kreditinstituten die Kunden weggeschnappt. Die privaten Filialbanken haben zwischenzeitlich mit eigenen Nulltarif-Konten reagiert. Die Sparkassen dagegen versuchten, das Problem auszusitzen. Nun ist eine aus der Nichtstuer-Front ausgeschert.

FRANKFURT. Die Sparkasse Karlsruhe wird am 15. Juni ihr kostenloses Girokonto für alle Neu- und Bestandskunden mit viel Werbeaufwand starten und reagiert damit auf den deutlich verschärften Wettbewerb in den vergangenen Monaten. „Der Handlungsdruck hat sich insbesondere 2006 spürbar erhöht. Wir wollen vor allem die aktiv Erwerbstätigen mit guten Einkommen halten und zurückgewinnen“, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Huber dem Handelsblatt.

Mit dem Vorstoß für ein kostenloses Girokonto weichen die Karlsruher von der vorgegeben Linie des Dachverbands der Sparkassen DSGV ab. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis hat wiederholt die Einführung von kostenlosen Girokonten für alle Kunden abgelehnt und Angebote privater Banken als „Mogelpackungen“ bezeichnet, weil die Kunden an anderer Stelle dann mehr zahlen müssten. Huber betont aber, dass die Preise für alle übrigen Dienstleistungen nicht angehoben würden. Der millionenschwere Ausfall bei den Kontogebühren pro Jahr solle über neue Abschlüsse bei der Altersvorsorge, dem Fondssparen oder in der Vermögensverwaltung mindestens wett gemacht werden.


Die Sparkasse Karlsruhe wird nach Ansicht von Beobachtern die übrigen rund 460 Institute unter Druck setzen, hier nachzuziehen. Allerdings dürften dazu nur wenige Sparkassen in der Lage sein, weil die Gebühren ein wesentlicher Ertragsbringer sind. Im Durchschnitt aller Sparkassen liegt der Anteil der Provisionserlöse aus Girokonten bei gut 25 Prozent der Gesamterträge, schätzen Insider.

Deshalb war das Angebot an kostenlosen Girokonten bei den Sparkassen bisher auf enge Zielgruppen wie etwa Schüler oder Auszubildende oder nur auf die Onlinekontoführung beschränkt. Bis heute haben es die Sparkassen geschafft, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das dichte Filial- und Geldautomatennetz und die persönliche Betreuung zu lenken und damit das Preisthema unter den Teppich zu kehren. Aber langsam brechen die Dämme.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.handelsblatt.com/news/Unternehmen/Banken-Versicherungen/_pv/_p/200039/_t/ft/_b/1272718/default.aspx/eine-sparkasse-wagt-den-nulltarif.html

24 Mai 2007

Landesbank Berlin übernimmt Netbank

Die Landesbank Berlin übernimmt von den Sparda-Banken 75% der Anteile an der Netbank AG und legt sich so eine Direktbank zu. Damit ist die Landesbank Berlin dann die dritte Landesbank mit einer eigenen Direktbank. Kurios dabei: die Landesbank Berlin steht selbst zum Verkauf. Abgesehen davon macht sie sich im Lager der Sparkassen mit diesem Kauf nicht wirklich beliebt. Die Sparkassenorganisation lehnt eigene Direktbanken, weil Konkurrenz zu den Sparkassen vor Ort, grundsätzlich ab.

23 Mai 2007

DG-Hyp und Münchener Hyp fusionieren

Unter den deutschen Genossenschaftsbanken bahnt sich eine Großfusion an. Die Hamburger DG Hyp und die Münchener Hypothekenbank wollen sich zusammenschließen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde bereits unterschrieben, teilten die beiden Banken gestern mit. In weiteren Gesprächen sollen nun die Details der künftigen strategischen Ausrichtung festgelegt werden. Der rechtliche Sitz des neuen Instituts soll München sein.

Den vollständigen Artikel lesen Sie unter: www.abendblatt.de/daten/2007/05/23/744520.html

30 April 2007

Bank of America: so wird beim Marktführer gearbeitet

Wetten, dass viele deutsche Bankmanager von den Bedingungen bei der Bank of America (BofA)träumen? Dort fährt man nämlich satte Gewinne mit Privatkunden ein - über ein für deutsche Verhältnisse brutal anmutendes Geschäftsmodell.

Die Arbeit, insbesondere der Verkauf, sind knallhart organisiert. Die Mitarbeiter in den runde 5.800 (!) Filialen bekommen Tagesziele, die unbedingt erfüllt werden müssen. Da ist es auch kein Wunder, dass jeder Benutzer eines Geldautomaten von einem Mitarbeiter der Bank angesprochen werden soll, um aktiv Finanzprodukte zu verkaufen. Cross-Selling steht bei den Kollegen in den USA hoch im Kurs. Dass die Mitarbeiter vor den Filialen potentielle Kunden auf der Strasse ansprechen,ist der Normalfall.

Der Leistungsdruck ist enorm. Zielvorgabe und deren Erfüllung können in der Firmenzentrale taggenau überprüft werden. Wer seine Ziele nicht erfüllt, muss gehen.

Auch in Deutschland wird versucht, dieses Geschäftsmodell nachzuahmen; siehe Team Bank AG (easy credit) oder Fortis mit seinen Kreditshops. Noch ist das eher die Ausnahme als die Regel, aber angesichts der vergleichsweise hohen Filialdichte hier, sollten wir uns nicht wundern, wenn es künftig in deutschen Fußgängerzonen heisst: "Kommen sie näher, kommen sie ran..."

23 April 2007

Fonds: Vorgaben zu Provisionsabsprachen beißen sich

Financial Times Deutschland (23.04.2007):

Ab November gilt mit der EU-Wertpapierdienstleistungsrichtlinie ein neues Grundgesetz für die Finanzbranche. Nicht nur die Banken haben mit den vielen Änderungen zu kämpfen. In dem Wust neuer Vertragsbedingungen verstecken sich etliche Stolperfallen für Anleger.

Die ab November geltende EU-Finanzdienstleistungsrichtlinie und ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) werden die Praxis der Anlageberatung in Deutschland kräftig durcheinanderwirbeln. Die Richtlinie für Märkte in Finanzinstrumenten (Mifid) gibt erstmals europaweit vor, dass Banken und Vermittler die von Produktanbietern erhaltenen Vertriebsprovisionen gegenüber ihren Kunden offenlegen müssen. Zugleich schränkt sie die Annahme solcher Kickbacks ein. Der Grund: Diese Rückvergütungen dürfen laut EU-Vorgabe nur akzeptiert werden, wenn sie die Beratungsqualität erhöhen.
Damit geht die Mifid einerseits über ein neues Urteil des BGH von Anfang März hinaus, bleibt zum anderen aber auch dahinter zurück. So hatte das Gericht entschieden, dass Banken mitteilen müssen, wie hoch die Kickbacks sind. Der Kunde solle wissen, ob die Bank ihm einen Fonds nur empfiehlt, weil sie daran verdient. Bisher haben die Banken solche Provisionen meist verschwiegen.

.....

Den kompletten Artikel finden Sie unter: www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Vorgaben%20Provisionsabsprachen/189939.html

09 April 2007

Bankrecht: Sittenwidrigkeit hilft nicht

Macht ein Bürger gegenüber der Bank falsche Angaben über seinen Verdienst, kann er sich später nicht auf die Sittenwidrigkeit der Bürgschaft berufen, wenn ihn die Bank in Anspruch nimmt. Das ist das Ergebnis einer Entscheidung des Landgerichts Coburg.

In dem zu entscheidenden Fall hatte eine Frau für ein 50 000-Euro-Darlehen ihres Lebensgefährten gebürgt. Gegenüber der Bank hatte sie dabei ein höheres Einkommen angegeben, als sie tatsächlich erzielte. Als ihr Lebensgefährte das Darlehen nicht mehr bedienen konnte und die Bank von ihr 15 000 Euro forderte, rechnete sie sich arm, um nicht selbst zu haften. Die Bürgschaft habe sie krass überfordert und sei daher sittenwidrig. Beim Landgericht Coburg drang sie mit diesen Argumenten nicht durch. Die klagende Bank habe nicht sittenwidrig gehandelt und auch nicht die emotionale Beziehung der Bürgin zu ihrem Lebensgefährten in unanständiger Weise ausgenutzt. Das Geldinstitut habe auf die Angaben über ihr Einkommen mangels gegenteiliger Anhaltspunkte vertrauen dürfen. Der pfändbare Teil ihres Gesamtverdienstes habe im Übrigen ausgereicht, die festgelegte Zinslast aus dem Darlehen auf Dauer zu tragen (Az: 23 O 949/05).

Quelle: Handelsblatt v. 08.04.2007

04 April 2007

HVB: Mogelpackung "WillkommensKonto"

Die HVB startet zur Privatkundenoffensive. Ein wichtiges Verkaufsmittel: das "kostenlose WillkommensKonto mit Guthabenverzinsung...auch für Bestandskunden"!

Klingt toll und sooooooo fair! Wenn man aber mal ins Kleingedruckte schaut, entpuppt sich das "Willkommenskonto" als halbe Mogelpackung: die 3% Guthabenzinsen gibt es nur für Beträge bis 1.500 Euro und wer das "kostenlose" Konto möchte, muss einen Sparvertrag mit mindestens 25 Euro mtl. Sparrate abschliessen.

Das hat doch alles eines sehr schalen Beigeschmack! Getreu dem Motto "Wir locken die Leute erst einmal in die Filialen....und dann schaun wir mal...."

Übrigens: der Dispo-Zinssatz bei der HVB liegt bei 13,05% p.a.. Das können andere wesentlich günstiger; auch ohne Zwang zu Koppelgeschäften!


Siehe auch: www.1x1girokonto.de/html/hypovereinsbank.html

02 April 2007

1. Sufe der Gesundheitsreform in Kraft

Seit 01.04.2007 ist die erste Stufe der Gesundheitsreform in Kraft. der wahrscheinlich wichtigste Punkt ist die Einführung einer Krankenversicherungspflicht.

In Deutschland leben schätzungsweise 300.000 Menschen ohne Krankenversicherung (nicht mitgezählt illegal in Deutschland lebende Menschen). Hauptsächlich betroffen sind aktiv oder ehemals Selbständige, die irgendwann ihre Beiträge nicht mehr zahlen konnten und denen von der Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung gekündigt wurde.

Seit 01.04. können sich ehemalige Versicherte der Krankenkassen bei ihrer alten Krankenversicherung wieder versichern. Die Krankenkassen müssen ihre "alten" Versicherten wieder aufnehmen. Vorerkrankungen oder akute Erkrankungen spielen dabei keine Rolle! Um gerade Selbständigen den Zugang zur Krankenkasse zu erleichtern wurden die Beitragsbemessungsgrenzen gesenkt. Ausserdem gibt es ein Modell für reduzierte Beiträge.

Ganz wichtig: diese Gesetzesänderung bedeutet nicht, dass der Versicherte die Wahl hat. Vielmehr besteht jetzt die Verpflichtung, sich krankenzuversichern!

Weitere details zur Gesundheitsreform finden Sie unter: www.bankmitarbeiter.de/html/gesundheitsreform1.html